Moosburg, Bry-sur-Marne und Sawbridgeworth:Grenzloser Klimaschutz

Lesezeit: 2 min

Lastenfahrräder erobern den Alltag

In Moosburg gibt es ein Förderprogramm zur Anschaffung von Lastenrädern, das bei dem Online-Meeting ebenso vorgestellt wurde, wie das lokale Nahwärmenetz.

(Foto: Sina Schuldt/dpa)

Unterstützt von einem Dolmetscher tauschen sich Politiker und Bürger aus drei Partnerkommunen in drei Ländern im virtuellen Raum über Ideen zur Energiewende aus, um voneinander zu lernen.

Von Alexander Kappen, Moosburg

Video-Konferenzen sind in den vergangenen zwei Jahren in Mode gekommen. Vor allem natürlich, weil sie den beruflichen oder privaten Austausch zwischen Menschen ermöglichen, die wegen der Corona-Pandemie nicht mehr so einfach zusammenkommen können wie zuvor. Online-Veranstaltungen bieten jedoch auch Chancen, sich mit Leuten zu treffen, die ganz unabhängig von Corona räumlich einfach zu weit weg sind.

Der Moosburger Grünen-Stadtrat Johannes Becher, der Partnerschaftsreferent der Stadt, Erwin Weber (CSU), und David Royle aus dem englischen Sawbridgeworth nutzten am Mittwochabend die Vorzüge der modernen Technik, um zu einem internationalen Gespräch über "Klimaschutz vor Ort" auf der Online-Plattform Zoom einzuladen. Bei der Premiere dieses neuen Formats gaben die Protagonisten aus beiden Kommunen Einblicke in ihre Projekte und Aktivitäten und tauschten ihre Erfahrungen im Bereich Energiewende und Klimaschutz aus. Mit dabei war auch eine Vertreterin aus dem französischen Bry-sur-Marne, das wiederum Städtepartnerschaften mit Moosburg und Sawbridgeworth unterhält. Und so wurde der Abend mit Beiträgen aus allen drei Partnerschaftskommunen eine runde Sache.

"Den musst Du unbedingt kennenlernen"

Entstanden war die Veranstaltung, weil Partnerschaftsreferent Weber den Kontakt zwischen Becher und Royle hergestellt hatte. "Er hat gesagt, da gibt es wen in Sawbridgeworth, den du unbedingt kennenlernen musst", berichtete Becher. Auf einer Zugreise nach Schottland habe er dann in dem englischen Städtchen Station gemacht, das in etwa so weit von London entfernt ist wie Moosburg von München. Davon ausgehend, entstand die Idee zu dem Online-Meeting, bei dem man bemüht war, alle interessierten Bürger in beiden Städten ins Boot zu holen - auch wenn sie kein Deutsch beziehungsweise Englisch sprechen.

Ein Dolmetscher begleitete die Diskussionsteilnehmer und Zuhörer zwei Stunden lang professionell durch den Abend, darunter zahlreiche Stadträte aus beiden Kommunen. Moosburg war mit Bürgermeister Josef Dollinger (FW), seinem Vize Georg Hadersdorfer (CSU) sowie Drittem Bürgermeister Michael Stanglmaier (Grüne) vertreten. Letzterer stellte als Energie-, Umwelt und Mobilitätsreferent der Stadt auch die einschlägigen Projekte und Programme in Moosburg vor. So berichtete er von den diversen Förderprogrammen - etwa dem zur Anschaffung von Lastenrädern - genauso wie vom lokalen Nahwärmenetz oder dem Neubaugebiet Amperauen, in dem keine fossilen Energieträger mehr zugelassen sind.

Im Chat können parallel Fragen gestellt werden

Im parallel laufenden Chat gab es von Interessierten Nachfragen, die dann in der Video-Diskussion beantwortet wurden. In der "Solarstadt Moosburg" dürfen natürlich auch die Solarfreunde nicht fehlen, deren Vorsitzender Hans Stanglmair den Verein mit seinen inzwischen mehr als 500 Mitgliedern vorstellte. Der Verein "Nachhaltiges Sawbridgeworth" hat im Vergleich dazu noch ein bisschen was aufzuholen. Derzeit gehören ihm zwölf Mitglieder an, wie David Royle berichtete. Entstanden sei der Verein aus einem Projekt der örtlichen Mädchen-Pfadfindergruppe, deren Leiterin eine Aktion zur Vermeidung von Plastikmüll in Form einer Auffüllstation für Wasserflaschen initiiert hatte.

Inzwischen, so Royle, sei man auf diversen Feldern aktiv. So habe man den französischen Film "Tomorrow" in Sawbridgeworth gezeigt, in dem es um Lösungen geht, um den globalen ökologischen Kollaps aufzuhalten. Man beschäftige sich auch damit, wie man mit Müll umgehe oder wie man Häuser isolieren und klimafreundlicher machen könne. Dabei müsse man alle mitnehmen, die Menschen genauso wie Organisationen und Vereine. Man arbeite auch mit Schulen und dem städtischen Jugendzentrum zusammen.

"Ein Beispiel von gelebter Städtepartnerschaft"

"Viele Themen kommen mir bekannt vor, damit beschäftigen wir uns in Moosburg auch", meinte Becher dazu. Weber bezeichnete es als "sehr, sehr wichtig, dass wir voneinander lernen". So ein Online-Meeting sei da "ein hervorragendes Beispiel von gelebter Städtepartnerschaft". Gerade Klimaschutz lasse sich nicht in einer Stadt oder Region bewerkstelligen: "Was eignet sich da also besser, also so eine Partnerschaft zwischen drei Städten aus drei Ländern."

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