Auf dem Weg zur Energiewende:Eching will die Nutzung von privaten Solaranlagen finanziell fördern

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Bis zu 150 000 Euro will die Gemeinde in die Hand nehmen, um den Beitrag zur Energiewende zu unterstützen. Förderanträge können ab Juli 2022 gestellt werden, die Fördersummen werden dann im Jahr 2023 ausbezahlt.

Von Klaus Bachhuber, Eching

Der Bau privater Photovoltaik-Anlagen wird in Eching nun von der Gemeinde gefördert. Bis zu 150 000 Euro will Eching in die Hand nehmen, um den Beitrag zur Energiewende zu unterstützen. In dem Förderprogramm können für Photovoltaik-Anlagen bis zu 1500 Euro abgerufen werden, für Batteriespeicher ebenfalls maximal 1500 Euro und für kleine Balkon-Solaranlagen 100 Euro. Das Programm solle im Kontext des Klimaschutzbündnisses im Landkreis Freising beitragen, "den Ausbau der Photovoltaik-Anlagen schneller voranzubringen", heißt es in der Präambel.

Laut Einspeisedaten wurden im Jahr 2020 in Eching 319 Photovoltaik-Anlagen mit einer nominellen Leistung von knapp 6000 kWp abgerechnet. Damit konnten etwa 5,8 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Im Solarpotenzial-Kataster des Landkreises wurde für Eching geschätzt, dass gut 90 Millionen Kilowattstunden Strom durch solare Dachnutzung erzeugt werden könnten. Das würde rechnerisch den jährlichen Stromverbrauch in der Gemeinde von knapp 80 Millionen Kilowattstunden übersteigen.

Maximal 100 Anlagen pro Jahr

Auf einen Gemeinderatsbeschluss vom November hat der neue Klimabeirat der Gemeinde nun das Programm im Detail ausgearbeitet. Maximal sollen pro Jahr 100 Anlagen gefördert werden, eine zunächst rein theoretische Zahl, die in weit größeren Kommunen selten erreicht wird. Somit werden in den Etat 150 000 Euro eingestellt, aber mit größter Wahrscheinlichkeit nicht ausgeschöpft.

Bürger für Eching/Echinger Mitte/ÖDP, die das Programm beantragt hatten, setzten es im Gemeinderat zusammen mit SPD, Grünen und FDP nun mit 11 zu 9 Stimmen gegen CSU und FW durch. Die Unterstützung werde "sicher dazu beitragen, dass die Rate der Solarnutzung deutlich gesteigert wird in Eching", erwartet Alexander Krimmer (ÖDP), der an der Ausarbeitung beteiligt war.

Die CSU erwartet hingegen "nur einen Mitnahme-Effekt" von Bauherren, die ohnehin Photovoltaik installieren wollten, sagte ihr Sprecher Georg Bartl. Die Gemeinde sei nicht zuständig für derartige Förderungen. Und für die Gemeindekasse sei das "schon wieder eine freiwillige Leistung, bei denen wir schon an der Oberkante fahren".

FW-Sprecher Christoph Gürtner nannte die Förderung von Solarenergie-Nutzung "wichtig und richtig", das vorgeschlagene Programm aber "den falschen Weg". Auch er erwartet, dass nur Zuschüsse für ohnehin geplante Anlagen abgerufen würden, aber "keine neue Anlage generiert". Er appellierte, zunächst in eigener Zuständigkeit die Immobilien der Gemeinde mit Photovoltaik zu bestücken: "Wenn wir vor unserer Haustür besenrein gekehrt haben, können wir immer noch in die Förderung gehen."

Aufgabe der gesamten Gesellschaft

Diese Aufgabe habe die Gemeinde mit Solaranlagen auf Bauhof, Schulen oder Tennishalle längst angepackt, erwiderte SPD-Sprecher Herbert Hahner, "da sind wir schon gut dabei". Die Energiewende sei Aufgabe der gesamten Gesellschaft, da dürfe eine Gemeinde nicht auf formale Zuständigkeiten verweisen, sondern müsse "auch in so einer Form aktiv werden". Das Förderprogramm werde "private Investitionen anstoßen", erwartet er.

Förderanträge können ab Juli 2022 gestellt werden, die Fördersummen werden ab dem Jahr 2023 ausbezahlt, da heuer noch kein Geld dafür im Etat vorgesehen ist. Das Förderprogramm ist vorerst bis zum Jahresende 2023 befristet. Danach soll Zwischenbilanz gezogen werden. Zudem erwartet das Rathaus, dass die neue Bundesregierung bis dahin neue Fördervorgaben auf Bundesebene erlässt, an die man dann anpassen müsse.

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