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Kommunalwahl:Auf einen Blick: Die Kirchseeoner Bürgermeister-Kandidaten

18 Jahre residierte Bürgermeister Udo Ockel im Kirchseeoner Rathaus. Weil er nicht mehr antritt, wird in der Marktgemeinde eine neue Ära beginnen.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Während Klaus Seidinger und Andrea Oberhauser-Hainer bereits über viel Erfahrung verfügen, sind Jan Paeplow und Domenico Ciccia noch neu in der Kommunalpolitik.

Eine Wahl bedeutet für eine Kommune immer auch einen Neuanfang. Im Fall von Kirchseeon wäre dieser Ausdruck aber fast schon eine Untertreibung. Für die Marktgemeinde wird von 15. März an eine neue Ära starten, eine Ära nach Bürgermeister Udo Ockel (CSU). Der amtierende Rathauschef wird nach insgesamt 18 Jahren im Dienst nicht mehr zur Wahl antreten. Ihm nachfolgen wollen vier Kandidaten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Ein Überblick.

Jan Paeplow (CSU)

Er bezeichnet sich selbst als "der Neue" und trifft den Nagel damit ziemlich gut auf den Kopf. Bis zu seiner Nominierung als Bürgermeisterkandidat ist Jan Paeplow in der Gemeinde nämlich kommunalpolitisch nicht groß in Erscheinung getreten. Das hat sich schlagartig geändert, als die CSU den 43-Jährigen bereits im November 2018 aus dem Hut zauberte und als möglichen Nachfolger für Amtsinhaber Ockel präsentierte. Seither gab sich Paeplow recht umtriebig, reichte zusammen mit seiner Fraktion Anträge im Gemeinderat ein und suchte in Dialogforen das Gespräch mit den Bürgern. "Ich würde mich als sehr sozialen Menschen bezeichnen, der gerne zuhört", sagt der gebürtige Lauchhammer (Brandenburg) über sich selbst. Seit 2008 lebt Paeplow, der als Pressesprecher bei der Deutschen Rentenversicherung arbeitet, zusammen mit seiner Frau und zwei Kindern in der Marktgemeinde. Den Job des Bürgermeisters bezeichnet er zwar als "große Herausforderung", der er sich aber gerne stellen würde. "Man kann sagen, dass ich offen für Neues bin, aber auch die Tradition bewahren möchte."

Klaus Seidinger (UWG)

Wenn Jan Paeplow "der Neue" ist, dann kann man Klaus Seidinger gut und gerne als echten Dauerbrenner in der Kirchseeoner Kommunalpolitik bezeichnen. Seit 2002 sitzt er für die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) im Marktgemeinderat, seit 2008 ist er dritter Bürgermeister. Das Wahlkampfmotto des 59-Jährigen kommt deshalb nicht von ungefähr: "Wählen Sie Erfahrung statt Newcomer". Seinen Heimatort jedenfalls kennt Seidinger, dessen Familie bereits in vierter Generation in Kirchseeon lebt, wie seine Westentasche. Auch sein Bruder Siegfried sitzt im Marktgemeinderat - allerdings für die CSU-Fraktion. Klaus Seidinger ist Verkaufsleiter in einem Eglhartinger Autohaus, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Für ihn ist es bereits der zweite Versuch, den Chefsessel im Rathaus zu erobern, heuer soll es aber besser laufen als noch in 2008.

A. Oberhauser-Hainer (Grüne)

Neben Klaus Seidinger ist Andrea Oberhauser-Hainer die zweite waschechte Kirchseeonerin im Bewerberfeld. "In Buch bin ich auf einem Bauernhof aufgewachsen und war dadurch immer eng mit Kirchseeon verbunden", sagt die 45-Jährige über sich selbst. Noch heute lebt Oberhauser-Hainer mit ihrem Mann und zwei Kindern in dem Kirchseeoner Ortsteil. Sie hat Lebensmitteltechnologie an der Technischen Universität in München studiert und arbeitet seit 17 Jahren als Qualitätsmanagerin in der Pharmaindustrie. Schon lange engagiert sich die einzige Frau unter den Kandidaten bei der Grünen Liste in Kirchseeon, seit sechs Jahren ist sie deren parteilose Vorsitzende. Zwar verfügt Oberhauser-Hainer über einen reichen Erfahrungsschatz in der Kommunalpolitik, sie ist aber auch offen für Neues. So will sie mit ihren Ideen Kirchseeon in eine "grüne Zukunft" führen. Doch nicht nur Umweltthemen liegen der 45-Jährigen am Herzen, sie wolle sich auch für mehr Transparenz in der Gemeinde und soziale Projekte einsetzen.

Domenico Ciccia (SPD)

"Domenico wer?" - Das werden sich wohl viele Menschen in Kirchseeon gefragt haben, als die Sozialdemokraten im Oktober vergangenen Jahres ihren Bewerber für das Bürgermeisteramt vorgestellt haben. Seither hat sich Domenico Ciccia aber durchaus einen Namen in der Marktgemeinde gemacht, nicht zuletzt wegen seiner Offenheit, die er bei mehreren Bürgergesprächsrunden bewiesen hat. Auch in den sozialen Netzwerken ist der 40-Jährige recht aktiv, versendet Weihnachtsbotschaften via Instagram oder stellt seine Backkünste unter Beweis. Der Italo-Bayer ist in München geboren, sein Vater ist Sizilianer. Er selbst ist verheiratet und hat zwei Kinder. Ciccia ist IT-Systemkaufmann und arbeitet als Sozialpädagoge bei der Stadt München. Über sich selbst sagt er, dass er "kein Dampfplauderer" ist. "Ich bin eher leise, dafür bestimmt und mit Argumenten bewaffnet." Er habe gelernt, die Dinge zu akzeptieren, die sich nicht ändern ließen, und will sich deshalb "für die Dinge einsetzen, bei denen sich etwas bewirken lässt".

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung des Beitrags waren Beruf und Werdegang von Domenico Ciccia fehlerhaft angegeben. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

© SZ vom 24.01.2020/aju
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