bedeckt München
vgwortpixel

Kommunalwahl in Ebersberg:97,9 Prozent für Robert Niedergesäß

Saustark finden die Mitglieder des CSU-Kreisverbandes ihren Landrat Robert Niedergesäß und schicken ihn für die Wahl 2020 wieder ins Rennen.

(Foto: Christian Endt)

Die CSU-Delegierten küren den Amtsinhaber zum Landratskandidaten. Neben dem höchsten Amt im Landkreis streben die Christsozialen noch ein zweites Ziel an.

Es war schon ein komfortabler Kontext, vor dem sich Landrat Robert Niedergesäß am Mittwochabend die Stufen in die Grafinger Stadthalle regelrecht hinaufschwingen konnte. Intern unumstritten, kein Gegenspieler weit und breit - und selbst die politische Konkurrenz hat so ihre Schwierigkeiten damit, den CSUler inhaltlich irgendwie zu packen. Genauso komfortabel war später auch Niedergesäß' Ergebnis bei der Nominierung zum CSU-Landratskandidaten für die Wahl im kommenden März: Mit 97,9 Prozent haben ihn die knapp 200 Delegierten mit einem sehr guten Ergebnis ausgestattet.

Mit den Worten "Es ist mir eine Ehre, hier vor Euch zu stehen", hatte Niedergesäß vorher seine Bewerbungsrede begonnen. Mit heiserer Stimme umriss er die aus seiner Sicht wichtigsten Zahlen und Fakten des Landkreises seit dem Jahr 2013, also seinem Amtsantritt. Die Regionalbuslinien: 33 Prozent mehr. Die Ausgabensteigerung für Soziales: 52 Prozent. Die Investitionen in Schulen und Bildung: 51 Millionen Euro. Die Investitionen in die Kreisklinik: 47 Millionen Euro. Die Anzahl der geförderten bezahlbaren Wohnungen: 326. Und trotzdem die Landkreisverschuldung reduziert: um 38 Prozent.

Politik in Bayern Waltraud Gruber fordert Landrat Niedergesäß heraus
Kommunalwahl in Ebersberg

Waltraud Gruber fordert Landrat Niedergesäß heraus

2008 holte die Grünen-Kreisrätin bei ihrer Kandidatur gut 18 Prozent. Für 2020 hofft die Aßlingerin auf Rückenwind durch die jüngsten Erfolge ihrer Partei.   Von Korbinian Eisenberger

Kein Problem, wenn jemand der schnellen Aufzählung nicht folgen konnte: Niedergesäß druckte die Schlagsätze auf die Bierdeckel, die in der Stadthalle unter den "Halben" lagen. Natürlich seien all die Erfolge Gemeinschaftsleistungen, bremste er ein bisschen - aber eben mit ihm an der Spitze. Chancen, Risiken, Probleme, Aufgaben - das seien die Eckpunkte, zwischen denen sich der Landkreis tagtäglich bewege, führte Niedergesäß fort. Er wolle weiterhin der Macher dieser Bewegung sein. "Der Landkreis war in den vergangenen Jahren bundesweit ganz vorne mit dabei", rief er. "Und ich will mit ganzem Einsatz dafür sorgen, dass das auch in den nächsten sechs Jahren der Fall bleibt."

Als seine inhaltlichen Schwerpunkte nannte er - in dieser Reihenfolge - regionale Bildung, lokale Energiewende und bezahlbaren Wohnraum. Sei es das fünfte Landkreis-Gymnasium in Poing oder die geplante Berufsschule in Grafing. "Das sind Investitionen in den Rohstoff 'Geist' unserer Kinder und Heranwachsenden." Mit ihren Initiativen zu den beiden Schulprojekten habe die CSU gezeigt, dass sie im Landkreis Ebersberg die Bildungspartei schlechthin sei.

Energiewende nicht erst seit Greta Thunberg

Gleiches gelte auch in puncto Energiewende. "Wir haben damit nicht erst angefangen, als Greta Thunberg bekannt geworden ist", proklamierte der Landrat - und schob sogleich Beispiele hinterher. "Schon im Jahr 2014 haben wir im Landratsamt den runden Tisch 'Landwirtschaft und Naturschutz' einberufen. Denn ich will einen kooperativen Naturschutz mit den Landwirten und Grundstücksbesitzern, ich will kein Gegeneinander, ich will da ein Miteinander." Öffentlichkeitswirksam den Klimanotstand ausrufen, das sei nicht seine Art Politik zu betreiben.

In der Energieagentur Ebersberg-München verfüge der Landkreis über eine Kompetenzstelle, die ihresgleichen suche. Mit dem "Eberwerk" hätte man ein ebenso einzigartiges wie schlagkräftiges kommunales Energieversorgungsunternehmen geschaffen. "Es treibt mich an, so etwas weiter voranzutreiben", versicherte Niedergesäß.

Die CSU-Liste für den Kreistag

1. Robert Niedergesäß, 2. Thomas Huber, 3. Angelika Niebler, 4. Christa Stewens, 5. Franziska Hilger, 6. Susanne Linhart, 7. Martin Wagner, 8. Walentina Dahms, 9. Andreas Lenz, 10. Martin Fürbeck, 11. Magdalena Föstl, 12. Walter Brilmayer, 13. Leonhard Spitzauer, 14. Piet Mayr, 15. Barbara Burgmayr-Weigt, 16. Renate Pfluger, 17. Christian Bauer, 18. Kathrin Alte, 19. Alexander Gressierer, 20. Roland Frick, 21. Josef Oswald, 22. Thomas Stark, 23. Frank Eichner, 24. Martin Lechner, 25. Sonja Ziegltrum-Teubner, 26. Martin Pregler, 27. Marina Matjanovski, 28. Johann Schwaiger, 29. Maximilian Freiherr v. Seckendorff, 30. Alois Hofstetter, 31. Bernhard Wieser, 32. Peter Seemüller, 33. Sieglinde Frisch, 34. Susanne Fauth, 35. Manfred Vodermair, 36. Martin Riedl, 37. Michael Eisenschmid, 38. Robert Weinhart, 39. Elfriede Gindert, 40. Albert Wirth, 41. Thomas Bayer, 42. Angela Imhoff, 43. René Buchmann, 44. Jan Paeplow, 45. Achim Schmeißer, 46. Patrick Eichler, 47. Josef Schwäbl, 48. Udo Ockel, 49. Heinrich Schmitt, 50. Josef Zistl, 51. Johann Riedl, 52. Alexandra Ott, 53. Maximiliane Chrastny, 54. Maria Weindl, 55. Bernd Freytag, 56. Anni Wachinger, 57. Jutta Sirotek, 58. Max Graf von Rechberg, 59. Hubert Hörndl, 60. Maximilian Mack. Die CSU ist mit 25 von 60 Sitzen im aktuellen Kreistag vertreten. thri

Zuvor hatte CSU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Thomas Huber energisch für seinen Parteifreund Niedergesäß geworben. "Er hat den Landkreis wirtschaftlich und menschlich weiterentwickelt", attestierte Huber. "Er ist hier omnipräsent, er ist für jede und jeden da und in jeder Landkreisgemeinde daheim. Er ist einer, der parteiübergreifend Anerkennung findet - friedlich im Ton, aber hart in der Sache."

Inzwischen fürchte sich ja schon der Ministerpräsident vor Niedergesäß, plauderte Huber dann aus dem sprichwörtlichen Nähkästchen. "Als der Robert letztens zur Tür reinkam, hat der Markus Söder nur gesagt: Wenn du kommst, wird's teuer!" Damit habe Söder auf die ganz wesentlich von Niedergesäß mitverhandelte MVV-Reform angespielt. "Die hilft dem Umland wirklich weiter - aber kostet den Freistaat eine Menge Geld", befand Huber.

Allerdings, so warnte der Kreisvorsitzende, dürfte der Kreisverband nicht nur die Landratswahl auf dem Schirm haben. "Genauso wichtig ist, dass der Robert auch eine Gestaltungsmehrheit im Kreistag bekommt." Die Mannschaft hierfür aufzustellen, war der zweite große Programmpunkt des Abends.

Kommunalwahl in Bayern SPD nominiert Omid Atai als Landratskandidat

Kommunalwahl 2020

SPD nominiert Omid Atai als Landratskandidat

Der 26-jährige Poinger setzt auf mehr Bürgerbeteiligung und will die Solidarität unter den Kommunen stärken.   Von Wieland Bögel