Dachau:Bewährtes System

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Dachau: Autos dürfen bald wieder in beiden Richtungen in der Altstadt unterwegs sein.

Autos dürfen bald wieder in beiden Richtungen in der Altstadt unterwegs sein.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Die Ringbuslinien 720 und 722 fahren weiterhin die Altstadt an

Von Thomas Radlmaier, Dachau

Die Busse der Ringlinien 720 und 722 werden auch künftig Haltestellen in der Dachauer Altstadt anfahren. Das haben die Stadträte mehrheitlich im Umwelt- und Verkehrsausschuss beschlossen und sich damit dagegen entschieden, den Busverkehr aufgrund der seit Oktober geltenden Einbahnstraßenregelung zu verändern. Damit wollen sie den Nahverkehr in Dachau attraktiv halten und so die Verkehrswende vorantreiben.

Die großen Busse der Linien 720 und 722 standen auf dem Prüfstand, nachdem die Stadträte im Mai vergangenen Jahres für die Einbahnstraßenregelung in der Altstadt gestimmt hatten. Während die Busse der Linie 722 entsprechend der Einbahnstraßenregelung von der Konrad-Adenauer-Straße zur Augsburger Straße verkehren, sind die Busse der Linie 720 in entgegengesetzter Richtung unterwegs. Immer wieder kommt es in den schmalen Straßen der Altstadt zu brenzligen Situationen, wenn die Busse etwa auf Lastwagen oder größere Autos treffen. Aufgrund der Enge müssen sich die Fahrzeugen dann langsam aneinander vorbeischieben. Schnell entstehen Staus. Für einige Anwohner, aber auch Geschäftsleute ein großes Ärgernis.

Im Stadtrat waren und sind die Ringbusse vor allem der CSU-Fraktion ein Dorn im Auge. Ihrer Ansicht nach verhindern diese eine konsequente Umsetzung der Einbahnstraße in der Altstadt. Die CSU selbst spricht von einer "unechten Einbahnstraße". Im Mai konnte die CSU-Fraktion durchsetzen, dass die Stadtwerke zumindest prüfen sollten, welche Auswirkungen es hätte, wenn die Busse die Altstadt wie Autos nur noch in eine Richtung befahren dürften. Nun wurde den Stadträten in der Verkehrsauschusssitzung das Ergebnis dieser Prüfung präsentiert. Die Macher der Studie spielten mehrere Varianten durch. Eine davon sah vor, die Linie 720 aus der Altstadt zu verlegen und fortan über die Mittermayerstraße fahren zu lassen. Fahrgäste mit Ziel Altstadt hätten dann in die Linie 722 umsteigen müssen. Eine andere Option war, beide Ringlinien in die Mittermayerstraße zu verlegen. Fahrgäste hätten dann in den Citybus (Linie 719) umsteigen müssen. Doch letztlich würden alle Varianten laut den Prüfern eine "Verschlechterung der Anbindung der Altstadt" im Vergleich zu aktuellen Situation darstellen. Insbesondere hätten ältere Menschen, die schlecht zu Fuß sind, ein Problem. Insgesamt würde eine Verlegung der Ringbuslinien aus der Altstadt den Dachauer Nahverkehr weniger attraktiv machen.

Das Dachauer Bussystem funktioniert - das legen aktuelle Fahrgastzählungen nahe. Seit Dezember 2020 verkehren die Linien 720, 722 und 726 alle zehn Minuten. Diesen Takt hat sich die Stadt einiges kosten lassen. Laut der aktuellen Prüfung zahlt sich das nun aus: Mehr Menschen nutzen diese Linien. Das Fahrgastaufkommen hat sich jeweils um mehr als 20 Prozent erhöht - trotz der Corona-Pandemie, wie die Studienmacher betonen. Ein für viele überraschendes Ergebnis.

Michael Eisenmann (Bündnis) plädierte vor diesem Hintergrund dafür, das bestehende Bussystem mit den Ringlinien nicht zu ändern. "Das ist perfekt geeignet für die Stadt Dachau." Das sahen auch die anderen Stadträte so - mit Ausnahme der CSU-Fraktion. Peter Strauch forderte, die Linie 720 aus der Altstadt zu verlegen, konnte sich damit aber nicht durchsetzen.

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