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Kooperationsprojekt:Gemeinsamer Radweg

Dachau und Hebertshausen streben Fördergelder vom Freistaat an

Von Thomas Radlmaier, Dachau/Hebertshausen

Die Gemeinde Hebertshausen und die Stadt Dachau wollen gemeinsam einen Radweg bauen, der von Walpertshofen nach Pellheim führt. Damit könnten die Pellheimer auch den S-Bahnhof Hebertshausen mit dem Fahrrad erreichen. Nachdem der Hebertshausener Gemeinderat dem Kooperationsprojekt bereits zustimmte, hat sich auch eine große Mehrheit im Dachauer Ferienausschuss dafür ausgesprochen. Der Radweg soll 2023 fertiggestellt sein. Die beiden Kommunen wollen umgehend mit der Planung beginnen und heuer noch Grundstücke kaufen. Die Eile lohnt sich: Hebertshausen und Dachau wollen sich den Radweg im Rahmen eines staatlichen Förderprogramms finanzieren lassen, das strenge Fristen setzt. Wenn Grunderwerb und Finanzierungsplanung noch heuer über die Bühne gehen, bezahlt der Freistaat 80 Prozent der anfallenden Kosten. Auf städtischer Flur liegen nur rund 35o Meter des geplanten Radweges, die Gemeinde Hebertshausen übernimmt daher die Federführung bei der Realisierung des Projektes. Wie die städtische Verwaltung vorrechnet, dürften sich die Kosten für Bau und Grunderwerb für Dachau auf 285 000 Euro belaufen. Dem gegenüber stünden 200 000 Euro, welche der Freistaat bezahlen würde. Die 35 000 Euro für den Grundstückskauf, die heuer noch ausgegeben werden müssen, kann die Stadt aufgrund von Minderausgaben bei einer anderen Haushaltsstelle decken.

"So günstig kriegen wir den Radweg sicher nicht mehr", sagte Michael Eisenmann (Bündnis) in der Sitzung des Ferienausschusses. Auch Verkehrsreferent Volker C. Koch (SPD) meinte, die Verbindung sei "absolut sinnvoll" für die Bewohner von Pellheim. Zudem würde sich dadurch die Verkehrssicherheit verbessern. So sah das auch Florian Schiller (CSU). Egal ob man die Straße zwischen Pellheim und Walpertshofen mit dem Rad oder mit dem Auto fahre, "ich fühle mich unwohl", sagte Schiller. Die Straße sei sehr eng. Die Gemeindeverbindungsstraße ist nur 5,5 Meter breit und aufgrund von Kuppen sehr unübersichtlich. "Die Folgen sind Gefährdungen durch Schneiden und Überholen mit zu wenig Abstand oder sehr strake Bremsmanöver bei Gegenverkehr", so die Stadtverwaltung. Im Ferienausschuss stimmte nur Markus Kellerer (AfD) gegen den Radweg. Er begründete seine Entscheidung mit der angespannten Haushaltslage. Der Radweg sei zwar sinnvoll, sagte er. "Nur nicht jetzt. Wenn wir sparen müssen, müssen wir sparen."

© SZ vom 23.03.2021
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