Kreisjugendring:Auf Demokratie-Tour

Kreisjugendring: An ihrem Demokratie-Bus wollen die Ehrenamtlichen vom KJR mit jungen wie älteren Wählern in die politische Diskussion kommen.

An ihrem Demokratie-Bus wollen die Ehrenamtlichen vom KJR mit jungen wie älteren Wählern in die politische Diskussion kommen.

(Foto: Toni Heigl)

Mit einem grün bemalten Bus fahren junge Aktivisten an Schulen und Jugendzentren, um für Politik zu begeistern.

Von Joshua Beer, Dachau

Wahlkabinen aus Karton, ein Demokratie-Rad, ein Wahl-Mobile - das sind nur ein paar der Attraktionen, die sie im Gras vor ihrem Bus aufgebaut haben. "Demokratie zum Anfassen und zum Mitnehmen", verspricht das Motto der jungen Aktivistinnen und Aktivisten vom Kreisjugendring Dachau (KJR). Derzeit touren sie mit dem sogenannten Demokratie-Mobil durch den Landkreis. Das Mobil ist ein Bus, den eine Aktivistin mit grüner Farbe und Symbolen verschönert hat. Bis zur Bundestagswahl fahren sie damit an Schulen und in Jugendzentren, um bei Jugendlichen Leidenschaft für Politik und Demokratie zu wecken. "Demokratie ist wichtig, auch vor 18 Jahren", sagt die 19-jährige Julia Neumann, eine der Organisatorinnen. Viel müsse man bei den Jugendlichen gar nicht wecken, fügt die Leiterin des Projekts, Stefanie Steinbauer, hinzu: "Die haben selber schon ihren eigenen Motor." Was sie brauchen, sei weniger Motivation und vielmehr eine Plattform.

Das Projekt des "Demokratie-Mobils" ist in Kooperation mit der Dachauer "Partnerschaft für Demokratie" und dem "Modellprojekt Demokratische Schule" entstanden. Die Bus-Idee war eine Antwort auf die Frage: Wie erreichen wir möglichst viele? Klar, man macht mobil und fährt zu ihnen raus. Insgesamt drei Jugendzentren stehen auf der Liste der ehrenamtlichen Aktivisten sowie sechs Schulen, bei denen sie in der Großen Pause vorbeischneien - mit "Materialien rund um die Themen Demokratie, Wahl und Parteien" im Kofferraum, wie die Homepage des Kreisjugendrings verspricht. Dort sind auch alle weiteren Stationen des Demokratie-Mobils aufgelistet. Vor Ort breiten die Ehrenamtlichen dann etwa Fotos von Politikern und Parteilogos aus, welche die Jugendlichen zuordnen können.

"Eine Art Workshop", sagt Juliana Krolop, pädagogische Mitarbeiterin des KJR und Besitzerin des Demokratie-Busses. So komme man ins Gespräch mit den Jugendlichen. Am besten aber würden Zitate aus den Parteiprogrammen funktionieren, denn das Erraten der Urheber sei nicht so einfach, wie man denkt, erzählt die Organisatorin Neumann. Am vergangenen Freitagabend liegen all diese Zitate, Fotos und Poster ausgebreitet auf der Ludwig-Thoma-Wiese, wo von nebenan die Live-Musik des Kult-Festivals herüberweht. Das Demokratie-Mobil will nicht nur mit jungen Menschen, sondern mit allen Wählern in Kontakt kommen. Deshalb verteilt es an Ständen Demokratie für alle. Die gibt es in Form von Zeichnungen, Magneten, Süßigkeiten und Ansteck-Pins, dessen Logo man selbst aufdrucken kann. Ein Mobile, das zu der Geschichte von Wahlen informiert, baumelt von der Pavillondecke. Besucher können an einem Rad drehen, das Fragen wie "Was ist der Unterschied zwischen Partei und Fraktion?" ausspuckt. Es rufe das ins Gedächtnis, "was man in der Schule in Sozialkunde mal gehört hat", so Neumann. So ein Glücksrad passe ja auch gut, weil es eh an Volksfest erinnert.

Jugendliche unter 18 Jahren können am Stand eine Postkarte an ein zukünftiges, wahlberechtigtes Ich schreiben. Oder man bringt seine politische Vision zu Papier, welche die Aktivisten sammeln. In den Wahlkabinen aus bemaltem Karton kann man schon mal üben, seine Stimme abzugeben, ein Foto von sich machen und sagen: "Schaut her, ich mache das und das ist cool", so formuliert es Neumann. Und bitte den Jugendring dabei taggen. Zum Wählen kommt man dann beim "Tischtennisball-Voten". Hierbei wirft man seine Stimme in Form eines Balls zu Fragen wie "Soll Abtreibung bedingungslos erlaubt sein?" in eine gläserne Urne. Ganz transparent.

Der Bus ist noch bis Samstag, 25. September, unterwegs. Am Wahltag selbst lädt der Kreisjugendring zum Public Viewing der Stimmenauszählung im Garten der Friedenskirche Dachau, in Kooperation mit der evangelischen Gemeinde. Die für den Vortag geplante Polit-Parade fällt voraussichtlich wegen zu wenigen Anmeldungen flach.

© SZ vom 21.09.2021
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