Gillamoos 2021:"Zwischen Faschingsprinz, Schlumpf und Kobold"

Freie-Wähler-Chef Aiwanger sieht keinen Kanzlerkandidaten zu irgendwas in der Lage, Ministerpräsident Söder warnt vor einem Linksruck, die FDP gibt sich ambitioniert - und die AfD stichelt einfach gegen alle. Die besten Sprüche vom Gillamoos.

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Seit mehr als 700 Jahren gibt es das Volksfest Gillamoos in Abensberg im niederbayerischen Landkreis Kelheim - und zur Tradition gehört ein politischer Schlagabtausch am letzten Festtag. Das wollten sich die Parteien von Corona nicht nehmen lassen, zumal der Bundestagswahlkampf durchaus schon in der heißen Phase ist.

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Das Volksfest selbst darf zwar wegen der Pandemie nicht stattfinden, das Gefrotzel in kleinerem Kreis und mit virtuell zugeschaltetem Publikum aber schon. Ein bisschen Bierzeltatmosphäre inklusive. Bei der CSU dürfen etwa 540 Gäste persönlich anwesend sein, der Hauptredner ist natürlich, wer sonst?, Markus Söder.

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Man könne über das Team Laschet reden wie man wolle, jeder dürfe dazu seine Meinung haben, sagt Söder. "Aber was ist denn das Team Scholz?" Mit dem SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz kämen Menschen wie SPD-Chefin Saskia Esken in die Regierung, "die den demokratischen Sozialismus für eine prima Idee hält". Oder Parteivize Kevin Kühnert, der nicht gerade durch eine "ewig lange Berufserfahrung glänzt" und Grünen-Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter, der sich seit Jahren dem modernen hervorragenden bayerischen Friseurhandwerk verweigere.

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Söder betont auf dem Gillamoos, bei der Wahl gehe es um die Frage, ob Deutschland weiter von einer bürgerlichen Regierung mit der Union geführt werde oder ob es einen Linksrutsch gebe. Dann drohten Steuererhöhungen, ein "Mount Everest an Schulden" und mit den Grünen neue Verbote, die das Land zurück in die Steinzeit führten.

Apropos Verbote: Einige davon hat die bayerische Staatsregierung vergangene Woche noch aufgehoben, also was Corona betrifft. Sonst könnte der Ministerpräsident an diesem Montag wohl nämlich nicht Seit' an Seit' mit anderen auf der Bierzeltbühne stehen, festlich umrahmt von Blasmusikanten.

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Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger teilt auf dem Gillamoos gegen die Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen aus: Die Bürger hätten die Wahl "zwischen Faschingsprinz, Schlumpf und Kobold", spottet er über Laschet, Scholz und Baerbock. Diese Kandidaten seien wohl kaum in der Lage, die Afghanistan-Krise zu bewältigen, sagt Aiwanger. Stimmen für Schwarz, Rot, Gelb und Grün seien verlorene Stimmen.

Aiwanger ist zwar in Bayern stellvertretender Ministerpräsident und Chef der Freien Wähler, er tritt zur Bundestagswahl aber auch selbst als Spitzenkandidat an. Die Freien Wähler seien die Mutmacher-Partei und verströmten im Gegensatz zu Union und Grünen keine Weltuntergangsstimmung. "Wir retten dieses Land", verspricht Aiwanger dem vor allem virtuell zugeschalteten Publikum.

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Wenig überraschend nutzt die bayerische Alternative für Deutschland (AfD) den politischen Gillamoos für einen Rundumschlag gegen die politische Konkurrenz. "Niedergang hat einen Namen: Markus Söder", sagt die Fraktionsvorsitzende Katrin Ebner-Steiner. Er habe sich selbst zum "Krisenkönig" gekrönt und geißle die Republik mit seinen Corona-Zwangsmaßnahmen.

Ebner-Steiner kritisiert, dass die CSU als Teil der Bundesregierung Tausende Afghanen ohne ausreichende Sicherheitsprüfung habe einfliegen lassen. Die SPD spiele sich trotz von ihr verantworteter Alters- und Kinderarmut als Partei des kleinen Mannes auf, Grüne wollten mit Lastenfahrrädern, "Ökolatschen" und "Gendergestammel" die Welt retten.

Auch der stellvertretende bayerische Ministerpräsident kommt bei Ebner-Steiner nicht gut weg: "'Aiwangern' ist der neue politische Begriff der politischen Beliebigkeit." Er sei am Kabinettstisch Impffanatiker, am Stammtisch Impfskeptiker. Die Freien Wähler seien eine "Scheinopposition".

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Die FDP gibt sich bei ihrem Auftritt auf dem Gillamoos recht ambitioniert. "Wir müssen so stark werden, dass keine Regierung ohne uns möglich ist", sagt FDP-Landeschef Daniel Föst bei seinem im Internet übertragenen Auftritt im niederbayerischen Abensberg. Er tut es CSU-Chef Söder gleich und warnt vor der Möglichkeit einer rot-rot-grünen Bundesregierung.

Solange Olaf Scholz (SPD) eine Regierung aus Linke, SPD und Grüne nicht ausschließe, sei Scholz für ihn "der rote Olaf". Was Rot-Rot-Grün dem Land antun kann, sei tagtäglich in Berlin zu beobachten. "Das führt in den Abgrund. Wir müssen so stark werden, dass dieses Harakiri-Szenario verhindert wird", warnt Föst. Aber auch Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) könne man laut Föst nicht mit den Grünen alleine lassen: "Die unionsgeführte Kanzlerschaft hat bewiesen, dass ein liberaler Fortschrittsmotor in der Regierung fehlt".

In Umfragen liegt die FDP derzeit bei für ihre Verhältnisse sehr komfortablen Werten zwischen 11 und 13 Prozent. Ihr werden daher gute Aussichten auf eine Regierungsbeteiligung nach der Wahl am 26. September zugesprochen.

© sz.de/dpa/infu
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