Aktuelles Lexikon:Mehrwertsteuer

Auf Speisen in der Gastronomie war sie in der Pandemie gesenkt, im kommenden Jahr steigt sie wieder auf 19 Prozent. Das könnte das Gastgewerbe in Bedrängnis bringen.

Von Caspar Busse

Die Mehrwertsteuer, oft auch als Umsatzsteuer bezeichnet, wird beim Verkauf von nahezu allen Waren oder Dienstleistungen in Deutschland fällig und somit von allen Endverbraucherinnen und -verbrauchern bezahlt. Sie ist eine der wichtigsten Steuern, die Einnahmen lagen im vergangenen Jahr bei knapp 200 Milliarden Euro. Die Mehrwertsteuer wird prozentual auf den Verkaufspreis aufgeschlagen: In Deutschland beträgt der Satz grundsätzlich 19 Prozent. Für Güter des sogenannten täglichen Bedarfs gilt ein reduzierter Satz von sieben Prozent, etwa für die meisten Nahrungsmittel, für landwirtschaftliche Produkte, Bücher und Zeitschriften, Eintritte zu Kulturveranstaltungen. Das Ziel: Für mehr soziale Gerechtigkeit zu sorgen, damit untere Einkommensgruppen bei lebensnotwendigen Gütern entlastet werden. Die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie liegt normalerweise bei 19 Prozent, während der Corona-Pandemie und dann in der Energiekrise wurde der Satz jedoch auf sieben Prozent reduziert, um die Branche zu stützen. Anfang 2024 wird das nun auslaufen und der Satz wieder angehoben. Unklar ist, ob die Gaststätten die höhere Steuer an die Gäste weiterreichen können. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sagt, durch die Rückkehr zum alten Satz drohe 12 000 Betrieben das Aus.

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