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Pandemie:Jetzt sind die Kinder dran

Im neuen Schuljahr ist regulärer Unterricht Pflicht, auch wenn es teuer wird.

Von Angelika Slavik

Hinter dem Vorstoß der Unionsfraktion, es müsse nun alles getan werden, um regulären Unterricht für alle Schüler im Herbst zu sichern, mag schnödes politisches Kalkül stecken - die Furcht vor der Rache der Familien bei der Bundestagswahl. Richtig ist er dennoch.

Denn die Aufregung, nachdem Gesundheitsminister Jens Spahn Wechselunterricht auch im neuen Schuljahr ins Spiel gebracht hatte, ist ja ein Resultat dieser epischen Erschöpfung, die Familien im ganzen Land empfinden. Nach eineinhalb Jahren Homeschooling und Improvisation, Betreuungsengpässen und abgestürzter Lernplattformen sind viele am Ende ihrer Kräfte.

Die Kinder haben in dieser Pandemie lange unbemerkt gelitten, es ist nun an der Zeit, sie zu schützen - so wie man am Anfang dieser Krise völlig zu Recht die Ältesten und die Kranken in den Mittelpunkt gestellt hat. Schutz bedeutet, dass es nicht am Geld scheitern darf, wenn es darum geht, alle, wirklich alle Klassen mit Luftfiltern auszustatten. Es muss ein dichtes Netz an Tests geben und so viele geimpfte Erwachsene wie möglich. Und es bedeutet auch, dass sich Bund und Länder diesmal nicht in föderalistischen Diskussionen verstricken dürfen, sondern die Sache über ihre Eitelkeiten stellen müssen. Dass das nicht schon längst geschehen ist, sollte allen Beteiligten peinlich sein.

© SZ/kus
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