RTL-Dschungelcamp: Tag eins Endlich Gewinner sein, statt Würstchen

Großes Thema an Tag eins im Dschungelcamp: Dinge und Menschen, die, nun ja, zum Kotzen sind. (Im Bild: Teilnehmer Markus Majowski)

(Foto: RTL/Stefan Menne)

Die Fernsehhölle öffnet zum elften Mal ihre Pforten. Zu bestaunen gibt es einen Kotzbrocken namens "Honey" - und Prominente, die am eigenen Image verzweifeln.

TV-Kritik von Johanna Bruckner

Thema des Tages: das Vorleben, die Last der Vergangenheit, oder auch: die schlimmste Schlagzeile, die je über einen geschrieben wurde. Im Fall von Jens Büchner, wegen seines Wirkungsbereiches außerhalb des TV-Dschungels auch "Mallorca-Jens" genannt, liest sich die wie folgt: "Goodbye Leber - TV-Auswanderer versäuft 17 000 Euro am Ballermann". Aber von vorne.

Die RTL-Show Ich bin ein Star - Holt mich hier raus! ist in die elfte Staffel gestartet. Findige Boulevardredakteure mögen jetzt denken: Schnapszahl, Alkoholnase, läuft für uns. Aber darum geht es ja gerade nicht beim Dschungelcamp. Jener Ort, an den es sogenannte Prominente zum Image-Entgiften zieht. Nach 16 Tagen Entbehrungen und Erniedrigungen unter Dauerbeobachtung entsteht - so es die irdischen Gesandten des Fernsehgottes wollen (also RTL-Redakteure und -Cutter) - ein neuer Mensch. Einer, der der Öffentlichkeit beweisen durfte, wer er wirklich ist. Schluss mit fake und Fehlern. Endlich Gewinner sein, statt Würstchen.

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RTL-Dschungelcamp

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Aber wie sang schon Stephan Remmler? Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Und so markiert der TV-Dschungel nicht den Beginn eines neuen Lebens. Er ist für viele Teilnehmer ein Schritt tiefer hinab in die Fernsehhölle, in der sie seit Jahren am Hochofen der öffentlichen Schaulust malochen. Dabei kommt aller Lebensballast mit: Ex-Freunde (Sexmessen- und Debatten-Testimonial Gina-Lisa Lohfink hadert zunächst mit der Show-Teilnahme von Marc Terenzi, Ex-Boygroup-Sänger, Ex-Ehemann von Sarah Connor und Ex von Gina-Lisa), Ängste (die frühere Big-Brother-Kandidatin und TV-Maklerin Hanka Rackwitz leidet nach eigener Aussage unter Waschzwang, Kontrollzwang, Klaustrophobie und einer Körperwahrnehmungsstörung), und das verdammte Image - das ist eben auch mit dabei. Sarah Joelle Jahnel, die ob ihrer Affäre mit dem damals liierten Comedian Oliver Pocher von der Boulevardpresse spitznamentlich in der Luder-Kategorie verortet wurde, beschreibt das so: "Würde ich mich googeln, würde ich mich selbst nicht schätzen."

Tragende Rollen: der Kotzbrocken und das Dummchen. Die Rolle des Kotzbrockens hat RTL in diesem Jahr mit einem Mann besetzt, der keinen magenschonenderen Namen tragen könnte: Alexander "Honey" Keen. Der qualifizierte sich ausnahmsweise nicht über die Teilnahme an einem anderen Reality-TV-Format fürs Dschungelcamp. Er ist der Ex-Freund einer Ex-Kandidatin von ... Ach, lassen wir das. Honey ist trotz mangelnder Erfahrung ein Vollprofi, der liefert, wofür er eingekauft wurde. Er reitet für Einspieler auf einem Schimmel am australischen Strand entlang und sagt in die Kamera Sätze wie: "Ich bin grundsätzlich ein umgänglicher Mensch, aber wenn die Biene muss, kann sie auch zustechen." Außerdem weiß er, wie man im Hotelbadezimmer Selfie-Nacktvideos dreht und seinen Penis mit Sanitäranlagen vergleicht.