Ausgerechnet Uli Hoeneß! Der ist ja nicht nur als Bayern-Präsident bekannt, als wohlhabender Wurstfabrikant und erfolgreicher Manager, sondern auch als Mann, mit sozialem Gewissen. Und nun ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung. Das erstaunt auch die Gäste bei Günther Jauch.
Als der Moderator seine Gäste fragt, wie sie auf die Nachricht reagiert haben, herrscht in der Runde Einigkeit: Vom Bayern-Präsidenten hätte das niemand erwartet. "Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen", sagt etwa Dieter Kürten, der langjährige Moderator des Aktuellen Sportstudios im ZDF. Kürten wirkt während der ganzen Sendung, als könne er es einfach nicht begreifen. Auch Focus-Chefredakteur Jörg Quoos, dessen Magazin die Geschichte recherchiert und veröffentlicht hatte, hätte damit nicht gerechnet.
Jauch kennt Hoeneß, auch aus seiner Sendung. Im vergangenen September hatte der Bayern-Präsident sich in einer Runde zum Thema Reichensteuer ereifert und prophezeit, dass alle Reichen nach Österreich und in die Schweiz gehen werden. Auch sein Geld liegt den Berichten zufolge bei einer Bank in der Schweiz.
Aber es sollte nicht nur über den Menschen Hoeneß gehen. Überraschend sachlich diskutieren NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans und FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki, der auch Rechtsanwalt für Steuerangelegenheiten ist, sowie der ehemalige Steuerfahnder Dieter Ondracek die Angelegenheit. Wer jetzt immer noch Steuern hinterziehe im Ausland und sich nicht selbst anzeige, der beweise Zockermentalität, so Ondracek. Denn: "Der Boden ist heiß geworden in den letzten Jahren."