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Essay über Rechtspopulismus:Über den Umgang mit Rechten

Aufgewühlt, verstört und uneins: Die Wahl hat gezeigt, welche Gräben die Republik trennen.

(Foto: Claudia Klein)

Ist die AfD eine Nazi-Partei? Wer so einfach argumentiert, geht den rechten Scharfmachern in die Falle. Es gibt gute Gründe, mit Gelassenheit und Selbstbewusstsein zu reagieren.

Von Joachim Käppner

Die Demonstranten, die vor der AfD-Wahlparty am Berliner Alexanderplatz aufzogen, skandierten "Nazis raus", während ihnen vom Balkon aus eine gut gekleidete Dame den Stinkefinger zeigte, offenbar im Bemühen, den neuen Stil in der Politik, den die Partei ihren Wählern versprochen hat, sogleich praktisch anzuwenden. Der Tagesspiegel beschrieb die AfD einmal (unter Berufung auf Wolfgang Schäuble, der sich freilich differenzierter ausgedrückt hatte) schlicht so: "Die AfD könnte auch AfN heißen, Alternative für Nazis." Der Gründungsherausgeber des Debatten-Magazins The European kam unter der Schlagzeile "Hier lang zum KZ-Betrieb" zu dem Schluss: "Die AfD ist eine Nazi-Partei. Nichts anderes." Der Chef des Forsa-Instituts sagte 2016, zwei Drittel der AfD-Mitglieder seien "keine normalen Menschen. Das sind wirklich Antidemokraten", sie gehörten zum "braunen Bodensatz". Und viele, die, wie Außenminister Sigmar Gabriel während des Wahlkampfs, vor "Nazis im Bundestag" warnten, ließen dabei durchaus offen, ob sie die Partei in Gänze oder individuelle Kandidaten meinten.

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