AfD-Erfolg:Der ostdeutsche Mann braucht mehr als Mitleid

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Kundgebung der Pegida

Ein Demonstrant auf einer Kundgebung der Pegida in Dresden im Oktober 2016.

(Foto: Oliver Killig/dpa)

Arme Ossis, sind alle so enttäuscht - Schluss mit solchen Pseudoerklärungen für den Erfolg der AfD. Wir brauchen genauere Analysen und Begriffe. Hier sind schon mal zwei: Verweigerung und Enthemmung.

Von Jens Bisky

Die großen Erfolge der AfD in Ostdeutschland haben wenige überrascht, viele schockiert, aber der Schock scheint eher klein gewesen zu sein. Andernfalls hätten die Erklärungen nicht sofort vorgelegen. Parallel zu den Hochrechnungen wurde unentwegt versichert, es sei ja vor allem Enttäuschung gewesen, die zur Wahl der AfD motivierte, Enttäuschung über Merkel, die Zustände, das Land, das Leben. Seitdem wird die beliebte Risikofigur des enttäuschten ostdeutschen Mannes liebevoll ausgepinselt. Die taz weiß, dass die Arroganz der Wessis die "späte Rache der Ossis" provoziert hat, die Berliner Zeitung konstatiert eine "tiefere Identitätskrise, eine Heimatlosigkeit"; ostdeutsche Männer suchen für sich "einen Trost, eine Anerkennung, Heimat".

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