Wie funktioniert unser Zusammenleben in Gruppen und Gemeinschaften? Die Soziologie erforscht Aspekte menschlichen Handelns sowie sozialer Systeme und leistet dadurch einen enormen Beitrag zum Verständnis moderner Gesellschaften. Aktuelle Artikel zur Soziologie auf SZ.de.
Debatte
:Und, wie fühlen wir uns heute?
Deutschland ist notorisch schlecht gelaunt. Und blockiert sich damit wieder einmal selbst. Denn wenn sich die Welt ändert, hilft nur eines: sich selbst zu ändern.
Geschichte
:Eine Insel wird erfunden
An Kuba scheiterten alle US-Präsidenten von Eisenhower bis Trump 1 – und die linke, deutsche Intelligenzija: Über Revolutionstouristen, die beseelt auszogen und ernüchtert zurückkamen.
Politischer Publizist
:Der Überbau-Meister
Jürgen Habermas und die Bundesrepublik, diese Beziehung war nie einfach: Erfüllt von liebevoller Sorge betrachtete der Philosoph sein Land kritisch bis überkritisch – doch die Deutschen verstanden ihn gerne falsch.
Stimmen zum Tod von Jürgen Habermas
:„Habermas war nicht hip und cool. Er war viel besser“
Der Tod des großen Philosophen Jürgen Habermas bewegt die Welt. Reaktionen und Gedanken von Friedrich Merz, Emmanuel Macron, Herfried Münkler, Eva Illouz, Ivan Krastev und vielen anderen.
Sachbuch
:Ideale Münze für eine ideale Welt?
Wofür steht die Digitalwährung Bitcoin nun: für Freiheit oder doch bloß noch mehr Ungleichheit? Mit dem Wirtschaftssoziologen Aaron Sahr nimmt sich endlich ein neutraler Beobachter des Themas an. Sein Buch sollten alle lesen, denen ihr Geld nicht egal ist.
Soziologe Hartmut Rosa
:„Jeder geht davon aus, dass er übers Ohr gehauen wird“
Unter den Starsoziologen ist Hartmut Rosa der furchtlos lebensnahe Beobachter. Die Unfähigkeit zum Bürokratieabbau und der Videobeweis in der Fußballbundesliga sind für ihn Teil desselben Problems. Ein Gespräch über den übersehenen Urgrund unserer Krise.
M. Rainer Lepsius über den Nationalsozialismus
:Deutschlands Entschleimer
Wie schaffte es Adolf Hitler, die NS-Diktatur zu etablieren? Der Soziologe M. Rainer Lepsius hat 1983 in einer Vorlesung Max Webers Theorie der charismatischen Herrschaft auf den Hitlerismus angewandt. Noch heute eine faszinierende Lektüre.
Soziologieprofessor Armin Nassehi über Chorsingen
:Was ist so schön daran, eine Stimme unter vielen zu sein?
Bei seinen öffentlichen Auftritten steht der Soziologe Armin Nassehi immer vorne. Umso mehr genießt er es, als Bass im Chor ins zweite oder dritte Glied zurückzutreten. Warum eigentlich?
SZ JetztMillenials
:Millennials, warum ist eure Midlife-Crisis so spießig?
Padel-Tennis statt Motorrad: Die Millennials erleben andere Krisen als ihre Eltern. Sie wollen nicht aus ihrem Leben ausbrechen – sondern es kontrollieren.
USA
:Der gute Rüpel Donald Trump
In „Geraubter Stolz“ unternimmt die Soziologin Arlie Russell Hochschild eine Reise in die konservativste Region Kentuckys. Und erklärt, warum Trumps Strategien hier auf so fruchtbaren Boden treffen.
Rechtsextremismus
:„Eine völkische Tagesmutter nimmt Einfluss, und zwar sehr direkt“
Sie bieten Pflegedienste und Fußballtraining an, gründen gemeinnützige Vereine: In Mecklenburg-Vorpommern sind Rechtsextreme auch im Sozialwesen aktiv. Wie das die Gesellschaft verändert, erklärt die Sozialwissenschaftlerin Christine Krüger.
Podcast „In aller Ruhe“ mit Carolin Emcke
:„Grandiose Komplexitätsüberforderung“ – Nils Kumkar über Polarisierung
Ist unsere Gesellschaft weniger gespalten, als wir glauben? Und wenn ja – wer profitiert davon, dass trotzdem alle über „Polarisierung“ reden? Der Soziologe Nils Kumkar im Podcast.
Rede zum Geschwister-Scholl-Preis
:Auch heute dürfen wir nicht warten
Die Demokratie befindet sich in einer ihrer tiefsten Krisen: Der Glaube an ihre Effektivität schwindet, ihre Feinde sind im Aufwind. Doch eine Umkehr ist möglich – das ist das Vermächtnis der Geschwister Scholl.
Interview
:„Menschen einstufen ist einfach“
Die feinen Unterschiede zwischen Oben und Unten: Der Philosoph Hanno Sauer hat einen neuen Bestseller darüber geschrieben. Ein Gespräch über den Statusstress von Immobilienmaklern, die Bedeutung von Bärten und die tückische Frage: Schuhe anlassen oder ausziehen.
Neue Mitte-Studie
:Die Deutschen gewöhnen sich an den Rechtsextremismus
Nationalismus, Antisemitismus und die Verachtung für bestimmte Mitmenschen bleiben in Deutschland verbreitet und nehmen teilweise zu. Doch die Studie „Die angespannte Mitte“ zeigt auch: Das Erstarken rechtsextremer Kräfte besorgt sehr viele.
Soziologie
:Über den Tod so unbefangen reden wie über Sex
In seinem Essay „Über die Einsamkeit der Sterbenden in unseren Tagen“ forderte Norbert Elias 1982, das allerletzte Tabu endlich zu brechen. Der Text ist heute noch so lesenswert wie damals. Mindestens.
Rechtspopulismus
:„Viele Befragte sind auf dem Weg zum Faschismus“
Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey beschreiben in ihrem neuen gemeinsamen Buch „Zerstörungslust“ eine Gefahr, die sie für größer halten als den Rechtspopulismus. Aber muss es immer gleich das ganz große rhetorische Besteck sein?
Konferenz zum Backlash
:Schuld an Trump? Angst und Lustgewinn
In Basel versucht die Prominenz der Kritischen Theorie, sich den Aufstieg autoritärer Tendenzen zu erklären. Ihre Debatte um Sockenschubladen, Elektrobagger und Ängste zeigt aber auch: Ideen, wie der Entwicklung begegnet werden kann, sind rar.
Autoritäre Rechte
:Einfach mal das System in die Luft jagen
Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey untersuchen die „Zerstörungslust“ als zentrale Triebkraft des Rechtspopulismus.
Sozialpsychologie
:Was sehen Sie hier?
Steven Pinker ist der berühmteste optimistische Intellektuelle der Welt. In seinem neuen Buch fürchtet er jedoch um die Fähigkeit, unser Handeln rational aufeinander abzustimmen. Warum?
Nachruf Claus Offe
:Wann kippt der Kapitalismus?
Das wollte der bedeutende Sozialforscher Claus Offe herausfinden. Jetzt ist er 85-jährig gestorben.
Frankreich
:„Meine Mutter fühlte sich verraten von den Linken“
Der Soziologe Didier Eribon über die Wut der Franzosen auf ihre Regierung, die extreme Rechte in Europa – und warum seine Mutter, eine klassische Arbeiterin, ihr ganzes Leben lang unglücklich war.
Sachbuch
:Für die Palästinenser nur ein paar Nebensätze
In ihrem neuen Buch über den Gaza-Konflikt scheitert auch die Star-Soziologin Eva Illouz daran, die Verwundungen beider Seiten zusammenzudenken.
AfD
:Projekt Systemwechsel
Gute Laune macht die Lektüre des Wissenschaftsbands zur „Destabilisierung von Institutionen durch die AfD“ nicht. Dafür versteht man besser, wie die anhaltenden Angriffe der Rechtspopulisten funktionieren.
Glaube
:„Die Religion erfährt derzeit einen historisch beispiellosen Bedeutungsrückgang“
Neue Studien zeigen, dass die Bedeutung der Religion weltweit abnimmt, sogar in Iran und den USA. Sollte uns das beunruhigen? Ein Gespräch mit dem Religionssoziologen Detlef Pollack.
Interview mit Soziologin
:„Schweiß war schon immer zutiefst kulturell aufgeladen“
Insbesondere während Hitze ist Schwitzen wichtig für die Gesundheit, trotzdem tun Menschen viel, um trocken und geruchsfrei zu bleiben. Die Soziologin Elena Beregow erforscht die gesellschaftliche Bedeutung von Schweiß – und plädiert dafür, ihn als körperliche Realität anzuerkennen.
ExklusivEliten in Deutschland
:Durchlässig wie ein Betonklotz
Eine neue Untersuchung belegt, wie dieselben Eliten seit mehr als 100 Jahren die deutsche Wirtschaft lenken – und das trotz dreier kompletter Systemwechsel.
Literatur
:Millionäre im Stealth-Modus
„Tausendmal so viel Geld wie jetzt“: Der Schriftsteller Juan S. Guse hat eine fulminante Reportage über vier Männer geschrieben, die mit Kryptowährungen reich geworden sind. Und trotzdem weiter ein bescheidenes Leben führen.
Philosophie
:Wo Hass abstrakt wird, wächst die Gefahr
Die Essays des Philosophen Helmuth Plessner über Unmenschlichkeit und Menschenverachtung sind viele Jahrzehnte alt – aber sie helfen die Schrecken der Gegenwart zu verstehen.
Gesellschaft
:Forscher sehen eine „Krise der Verbundenheit“
Die Stimmung in Deutschland wird immer aggressiver, die Menschen ziehen sich ins Private zurück, das „Wir-Gefühl“ geht verloren, zeigt eine neue Studie. Es gibt aber auch Ideen, wie sich das wieder ändern ließe.
3sat-Doku „X, Y, Z – Die Generationenlüge“
:Sag niemals die
Eine 3sat-Doku offenbart die eklatante Unzuverlässigkeit der populären Generationszuschreibungen. Was Menschen eint, wird von einem ganz anderen Faktor beeinflusst.
Ideengeschichte der Bundesrepublik
:Eine unwahrscheinliche Annäherung
Der jüdische Emigrant und Philosoph Theodor W. Adorno und der rechtskonservative Soziologe und Nazi-Günstling Arnold Gehlen pflegten nach dem Krieg eine produktive Bekanntschaft. Thomas Wagner erzählt in einem eindrucksvollen Buch, wie es so weit kam.
Eva Illouz
:Ich werde mich nicht entschuldigen, nur um einen Preis zu bekommen
Staat und Regierung Israels verteilen eine namhafte Auszeichnung an viele kulturell verdiente Bürger. Allerdings unter einer Bedingung, die nicht zu erfüllen ist.
Stefan Kühl: „Führung und Gefolgschaft“
:Fließender Übergang zwischen Nationalsozialismus und Demokratie
In der niedersächsischen Provinz wurden bis in die Achtzigerjahre Zehntausende deutsche Manager geschult – von Reinhard Höhn, einem einstigen NS-Staatsrechtler. Der Soziologe Stefan Kühl hat die Geschichte der Ausbildung von Führungskräften in der BRD erforscht.
Reden wir über Geld
:„Diese fehlende Lust am Regelbruch macht mir Sorgen“
Soziologe und Bestseller-Autor Hartmut Rosa über die brave junge Generation, zu hohe Honorare und seine eigene Kindheit in einer Hindu-Sekte.
Janosch Schobin über ein schmerzhaftes Gefühl
:Einsam ist man nicht allein
Singles, Teenager, Senioren: Gibt es immer mehr Einsamkeit? Ein Soziologe widerspricht und sagt: Das steht uns erst noch bevor.
Klimaschutz in der Krise
:„Viele sind anfällig für das Gefühl, dass ihnen etwas weggenommen wird“
Im Wahlkampf spielt der Klimawandel kaum eine Rolle, die Polarisierung wächst. Soziologe Dennis Eversberg erklärt die Gründe – und wie man die Lager wieder zusammenbringen könnte.
Soziologin Cornelia Koppetsch suspendiert
:„Gravierende Verstöße“
Die Darmstädter Soziologie-Professorin Cornelia Koppetsch hat in ihren Arbeiten regelmäßig plagiiert. Jetzt hat ihre Universität sie suspendiert. Sie könnte ihre Lehrbefugnis verlieren.
Bücher des Jahres
:Die Besten der Besten
Schriftstellerinnen und Intellektuelle beantworten die Frage: Welches Buch war in diesem Jahr für Sie besonders wichtig?
Wahlverhalten
:Warum wählen Menschen Parteien, die ihnen schaden?
Angst, Wut, Enttäuschung: Bei vielen ist der Blick auf die Politik von negativen Gefühlen geprägt. Aber was ist mit Nähe – und Hoffnung? Über die emotionale Ausgangslage zur Bundestagswahl.
MeinungDebatten
:Die Unterscheidung von Gesinnungs- und Verantwortungsethik macht keinen Sinn
Der Soziologe Max Weber führte vor 100 Jahren zwei Begriffe ein, die längst allgegenwärtig sind. Aber wie sinnvoll sind sie eigentlich noch? Den Dialog, zum Beispiel in der Ukraine-Politik, fördern sie jedenfalls nicht.
Psychologie
:Wollen wir Freunde bleiben?
Freundschaften geben Glück und Halt, aber können auch anstrengend sein, wenn man viel um die Ohren hat. Wie pflegt man sie trotzdem, und welche? Fünf Beobachtungen aus der Wissenschaft.
Kajak fahren mit Steffen Mau
:„Das ziehen wir jetzt durch“
Steffen Mau ist Deutschlands derzeit wohl gefragtester Soziologe. Zum Abschalten zieht es ihn aufs Wasser. Eine Kajakfahrt unter erschwerten Bedingungen.
Stefan Hertmans: „Auf der Suche nach der Gegenwart“
:Was machen wir hier?
Wenn man die Gegenwart überblicken will, darf man sich vor Verallgemeinerung nicht fürchten. Der belgische Essayist Stefan Hertmans schafft es kurz und schmerzvoll.
„Explosive Moderne“ von Eva Illouz
:Nein, wir kommen nicht klar
Die Soziologin Eva Illouz zerlegt in einer beeindruckenden Großanalyse den emotionalen Sprengsatz des Liberalismus. Und zeigt, wie kollektiv verwundet wir sind.
Zeitdiagnose
:Auf der Rückseite des Fortschritts
Der Berliner Soziologe und gefeierte Zeitdiagnostiker Andreas Reckwitz glaubt, der Westen müsse endlich lernen, mit Verlusterfahrungen klarzukommen.
Hartmut Rosa antwortet
:Noch mal langsam von vorne
Hartmut Rosa hat mit zwei Begriffen erklärt, wie sich die Gegenwart anfühlt. In einem Interview-Bändchen liest sich der Soziologe jetzt wie in doppelter Geschwindigkeit abgespielt. Moment mal!
Psychologie
:Ich glaube, ich hab das auch
Gefühle, Lebensstile oder gar psychische Leiden breiten sich manchmal in Gruppen aus wie Viren. Über das Phänomen der sozialen Ansteckung.
Wahl in Thüringen und Sachsen
:Ein enormer Bruch
Der aus Rostock stammende Soziologe Steffen Mau über die kommenden Landtagswahlen im Osten – und die noch immer unterschätzten Gründe für die Stärke der AfD.
SZ MagazinSagen Sie jetzt nichts
:Wie steht es um die Gleichberechtigung, Jutta Allmendinger?
Die Soziologin im Interview ohne Worte über Geistesblitze, ihre Leidenschaft für das Brustschwimmen und darüber, was sie mit einem zusätzlichen freien Tag in der Woche tun würde.