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Die CDs der Woche - Popkolumne:Bass Sultan Hengzt

Sultan

Bass Sultan Hengzt cool mit Kippe.

In seiner aktuellen Ausgabe erinnert der Musikexpress daran, dass Nena vor 30 Jahren sagte: "Deutscher Pop wird sich in Amerika durchsetzen." Ihre "99 Luftballons" waren damals sogar in den USA ein Nummer-2-Hit. Vergleichbares ist seither nicht mehr passiert. Die Prophezeiung harrt ihrer Erfüllung. Ein Blick auf die Spitze der neuen deutschen Alben-Charts legt allerdings die Vermutung nahe, dass den USA auch in dieser Woche nicht allzu viel entgeht: Auf dem dritten Platz wird der Berliner Gangster-Rapper Fabian Cataldi alias Bass Sultan Hengzt mit seinem neuen Album "Endlich erwachsen" stehen, der - "isch", "disch", "misch", "rischtisch" - im Wettbewerb "Wie viele "Ischs passen in einen einzigen deutschen Rap-Text?" auch diesmal wieder weit vorne landen wird.

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Auf Platz zwei steht "Power-Metal" aus Fulda, also die Platte "Space Police - Defenders Of The Crown" von der Band Edguy. Und den ersten Platz holt sich - völlig überraschend - die leider gar nicht selbstironische deutsche Bubblegum-Pop-Königin Helene Fischer mit ihrem Album "Farbenspiel" zurück. In Deutschland, das muss man inzwischen wohl sagen, hat sich der deutsche Pop durchgesetzt. Wenigstens vergehen hoffentlich noch mindestens weitere 30 Jahre bis er sisch auch in Amerika durchsetzt.

Die im Übrigen im Zusammenhang mit populärer deutscher Unterhaltungsmusik von Pop-Snobs gern gestellte Frage: "Wer bitte hört denn so was?" soll hier aber ausdrücklich nicht im Raum stehen bleiben. Und zwar aus einem einfachen Grund: Die Antwort könnte einen nämlich noch unglücklicher machen, als man ohnehin schon ist. Im Zweifel sind es nämlich immer mehr Freunde, Familienangehörige, nette Kollegen und gute Bekannte, als man denkt. Der Pop bittet bei der Geschmackspolizei noch immer nicht um einen Durchfahrtsschein.

Man kann nur hoffen, dass es einem dann und wann so geht wie dem Nirvana-Drummer, Foo-Fighters-Kopf und Rock-Gott Dave Grohl. Dem amerikanischen Rolling Stone erzählte er in der vergangenen Woche davon, wie er zum ersten Mal die Sängerin und Grammy-Gewinnerin Lorde hörte: "Ich saß im Auto mit meinen zwei Töchtern Violet und Harper, die acht und fünf Jahre alt sind, und plötzlich begannen sie mitzusingen. Ich war sofort glücklich und erleichtert, dass sie einen populären Song mochten, der eine gewisse Tiefe und Substanz hat. Das erschien mir irgendwie gut für die beiden als Kinder, gesund. Wobei mir klar ist, dass das ziemlich elternhaft klingt."

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