Wie schön: Beim Berliner Theatertreffen findet auch in diesem Jahr Theater statt. Für die Auswahl der zehn besonders bemerkenswerten Inszenierungen ist wie immer seit dem ersten Theatertreffen vor 60 Jahren eine unabhängige Kritikerjury zuständig. Dass das eine Nachricht und keine Selbstverständlichkeit ist, liegt unter anderem an den irritierenden Äußerungen des im vergangenen Jahr neu berufenen Intendanten der Berliner Festspiele, Matthias Pees. Er hatte zum Amtsantritt über eine Internationalisierung des Festivalprogramms nachgedacht: Die "bisherige Beschränkung auf den deutschsprachigen Raum" sei "nicht mehr zeitgemäß", befand der neue Intendant. Bei der angestrebten, mindestens europäischen Öffnung des Theatertreffens sei die Verwendung der deutschen Sprache im Schauspiel leider "eine große Barriere". Um dem abzuhelfen, hätte er die Auswahljury gerne auch zur Sichtung des Theatergeschehens nach "Vilnius oder Warschau, Lwiw oder Poznan" geschickt.
Berliner Theatertreffen:Laberschock nach "Artivismus"
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Die gute Nachricht: Die Auswahl für das Berliner Theatertreffen kann sich sehen lassen. Die schlechte? Na, lesen Sie selbst!
Von Peter Laudenbach
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