Er schenkte der DDR ein modernes Tanz-Theater, interpretierte die Klassiker neu – und denunzierte niemanden an die Stasi. Nachruf auf den Choreografen Tom Schilling.
Reden wir über Geld
:„Du kannst Weltspitze sein und brauchst nach deiner Karriere die Arbeitsagentur“
Der Kubaner Osiel Gouneo ist ein berühmter Balletttänzer. Abgesichert ist er damit nicht. Ein Gespräch über Altersvorsorge für Tänzer, die Wohnungssuche als schwarzer Mann in München, und darüber, warum er einst eine Toilette durch die Straßen schleppte, um sie zu verkaufen.
Was läuft im Tanz?
:Münchens Tanzbühnen beschwören den Frühling
Die Matineen der Bosl-Stiftung führen in Teufels Küche, das Staatsballett macht wie immer eine gute Figur, und in der Freien Szene wird es laut.
Bejubelte Ballettpremiere in Nürnberg
:Richard Siegal beschwört die großen Geister des Tanztheaters
Souverän zelebriert und zerlegt der neue Nürnberger Ballettchef das Erbe der „Ballets Russes“. Ein sehr blonder Scharlatan mit Königsallüren kommt auch vor.
SZ JetztClubkultur
:„Wir sehen das nicht als Protest gegen das Nachtleben“
Der Bass wummert, die Menge tanzt. Aber es riecht nach Arabica, statt nach Schweiß. Soft Clubbing, tagsüber und nüchtern, erobert Berlin. Wird Feiern gesünder – oder gentrifiziert?
MeinungSZ JetztClubbing
:Wir sollten wieder mehr feiern gehen
Müdigkeit und hohe Eintrittspreise halten junge Menschen vom Feiern ab. Ja, sagt unsere Autorin, durchzechte Nächte schlauchen. Aber sie geben viel mehr zurück.
Meta Theater Moosach
:Moderner Tanz von und mit Rosalie Wanka
Am Wochenende 14. und 15. Februar tritt die Münchner Tänzerin und Choreografin im Meta Theater in Moosach auf.
Film
:In seinem eisenharten Griff
Schläge, Tritte bis hin zu versuchtem Mord: Der Dokumentarfilm „Fassaden“ erzählt von häuslicher Gewalt mithilfe von Tänzern und der Stimme von Sandra Hüller. Hilft die Abstraktion, bei diesem drängenden Thema genauer hinzuschauen?
Trend in der Klassikwelt
:Immer mehr Tattoos auf der Opernbühne
Für Startenor Pavol Breslik sind seine Tattoos „eine Art Droge“. Er trägt sie am ganzen Körper und ist bei Weitem nicht der einzige Tätowierte auf den Opernbühnen. Doch manchmal bringt die Körperkunst auch so ihre Probleme.
Was läuft im Tanz
:Tanz mit Triggerwarnung
Bodytalk lädt in den nicht jugendfreien „Hostclub“ im Schwere Reiter, Geisterbeschwörung in Nürnberg, und in Augsburg kommt Mozarts „Requiem“ in Bewegung.
Tipps für den Valentinstag in München
:Herz verlieren leicht gemacht
2026 fallen der Valentinstag und die Hochsaison des Faschings auf dasselbe Wochenende. Das birgt närrisch viele Möglichkeiten, beides freudvoll zu feiern.
Tanz
:Geschwungen und geschlittert
In Berlin zeigen internationale Akademien eine Leistungsschau ihrer Absolventen. Das Image der immer wieder in Verruf geratenen Tanzausbildung ist damit noch nicht wieder aufpoliert.
Akram Khans „Turning of Bones“ in der Muffathalle
:Ein Tanz auf Leben und Tod
Der britisch-bangladeschische Meisterchoreograf Akram Khan bringt mit der Stuttgarter Gauthier Dance Company ein überwältigendes Tanzritual auf die Bühne.
Ballett
:Die Nemesis des Schwanenkönigs
Toxische Männlichkeit total in Hannover, gefeiert mit Standing Ovations: Goyo Montero erfindet eine Art Prequel für Tschaikowskys „Schwanensee“, eine Vorgeschichte der Gewalt.
Vom Filmball bis zum Magnolienball
:Hier tanzen die Stars in München
Jetzt startet die Ballsaison: Zum Filmball kommen Hunderte Stars von Uschi Glas bis Helge Schneider. Bei der Narrhalla-Soiree erhält Christoph-Maria Herbst den Karl-Valentin-Orden. Und es weht auch ein Hauch von Opernball. Ein Überblick über die Tanzsaison.
Was läuft im Ballett
:Die Top-Events der Spitzencompagnien
Wer das Bayerische Staatsballett erleben möchte, muss schnell sein. In Nürnberg zeigt Richard Siegal seine Hommage an die „Ballets Russes“, und das Royal Ballet würdigt Virginia Woolf im Kino.
Crossover
:Pas de deux zu Technobeats
Das klassische Ballett ringt um Publikum, und die Clubszene hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Können beide Künste einander retten? Die „Berlin Ballet Company“ wagt einen ungewöhnlichen Versuch.
Micha Puruckers neues Tanzstück
:Philosophie auf dem Dancefloor
Mit „Habermas Disco“ erinnert Micha Purucker an die Zeit, als München kurz der popkulturelle Nabel der Welt war – und bringt die Assoziationskraft zum Tanzen.
Was läuft im Tanz
:Habermas im Disco-Sound
Warum Donna Summers „I feel love“ und die Philosophie von Jürgen Habermas einen gemeinsamen Rhythmus haben, und Ravels „Boléro“ immer ein Höhepunkt ist. Die besten Tipps für Tanz und Ballett im Januar 2026.
Silvester in Erding
:Wiener Walzer und Lasershow
In Erding steigt eine Silvesterparty unter freiem Himmel mit Wiener Walzer um Mitternacht und einer Lasershow. Ein paar Verbote müssen die Feierwütigen allerdings beachten.
Tanz
:Der perfekte Flow
Mit dem dreiteiligen Abend „Waves and Circles“ macht das Bayerische Staatsballett allen Tanzfans ein wunderbares Weihnachtsgeschenk. Als Höhepunkt glänzt Osiel Gouneo im „Boléro“.
Nachruf
:Phänomenale Kraft und fragile Zartheit
Er war der wichtigste Neoklassiker des europäischen Balletts: Der niederländische Choreograf Hans van Manen ist im Alter von 93 Jahren gestorben.
Emma Portners Uraufführung am Staatsballett
:„Ich fühle mich wie das Poster-Girl of Change“
Immer noch eine Ausnahme in der männlich geprägten Tanzwelt: Am Bayerischen Staatsballett bringt Emma Portner ein eigenes Stück zur Uraufführung. Die junge, queere Choreografin hadert damit, dass ihre Arbeit immer wieder auf das Geschlechter-Thema reduziert wird.
Ballett Basel
:Am Ende kracht ein Schuss
Marco Goecke choreografiert Tschaikowskys Klassiker „Der Nussknacker“ als finster funkelnden Kommentar auf unsere kriegerische Gegenwart.
Stuttgart
:Sind das die ersten Detroit-Vibes?
In Stuttgart haben sie Jahrzehnte bestens davon gelebt, teure Autos zusammenzuschrauben. Daimler, Porsche, Bosch haben sie hier groß und reich gemacht. Aber mit dem Niedergang des Verbrenners bröckelt das Selbstverständnis der Stadt.
Live-Übertragung von „Der Nussknacker“ im Kino
:Tanzen und träumen
„Der Nussknacker“ gehört für viele zur Weihnachtszeit wie Adventskränze oder Christkindlmärkte. Am 10. Dezember wird der Ballett-Klassiker live aus London in viele Kinos übertragen.
Ballettmärchen am Gärtnerplatz
:Aschenbrödel und ihr magischer Zoo
Ob am Ende der Schuh passt, ist in Karl Alfred Schreiners zauberhaftem Ballett fast schon egal. „Aschenbrödel“ ist ein großes Vergnügen – trotz der Musik von Johann Strauss.
Tanz
:„Im Ballett haben sich rassistische Stereotype eingenistet“
Mit Misty Copeland hat sich die erste schwarze Primaballerina von Weltrang von der Bühne verabschiedet. Sie ist ein Star mit Millionen Followern – aber hat sich auch für andere BIPoCs in der Branche etwas verändert?
Stilkritik
:Tanz der Autokraten
In einem viralen Video tanzt Venezuelas Präsident Nicolás Maduro Trump-ähnlich zu einem Remix. Die Zeiten, da Autokraten sich noch vor Rumgezappel fürchteten, sind vorbei. Warum uns das beunruhigen sollte.
MeinungKessler-Zwillinge
:In Italien waren sie Botschafterinnen eines endlich wieder harmlosen Deutschlands
Was den nun verstorbenen Schwestern nebenher zu vermitteln gelang, ist beachtlich – auch wenn sie das vielleicht gar nicht mit Absicht taten.
Hinter den Kulissen des Bayerischen Staatsballetts
:Pliés schon zum Frühstück
Auf der Bühne verzaubern sie uns mit ihrer Leichtigkeit und Eleganz. Doch hinter allem steckt die knochenharte Arbeit von Hochleistungssportlern. Ein Probenbesuch bei den Tänzerinnen und Tänzern des Bayerischen Staatsballetts.
Nachruf auf die Kessler-Zwillinge
:Sie lebten, sie tanzten, sie starben gemeinsam
Alice und Ellen Kessler verband mehr als nur die Ähnlichkeit. Ihr Talent und ihre Schönheit passten perfekt in die Nachkriegszeit. Dabei wäre eine allein schon eine Showbiz-Weltmacht gewesen.
Tanz
:Final Cut
In Schönheit sterben: Der Choreograf Akram Khan beendet mit dem Stück „Thikra“ die Arbeit mit seiner Londoner Company. Aus Gründen.
Arte-Doku
:Mit 42 in Rente
Eine sehenswerte Arte-Doku gibt Einblick in die harte Arbeit von Tänzerinnen und Tänzern an der Pariser Oper. Es ist das Porträt eines prekären Berufsstandes – und eine Hommage.
Tanz
:Hygge-Hymnen
Der russische Choreograf Alexei Ratmansky vollendet in Kopenhagen, was er in Moskau wegen Putin abgebrochen hat: Bachs „Kunst der Fuge“ als Wohlfühl-Ballett.
Neuer Ballettdirektor in Nürnberg
:Wie Richard Siegal die Freude am Tanz wecken will
Ob Spitzenschuh oder Nazi-Architektur: Die Zukunftsvisionen von Nürnbergs neuem Ballettdirektor Richard Siegal starten in der Vergangenheit. Am Samstag steht seine erste Premiere an.
Volksbühne
:Tanz auf dem Vulkan
Die Choreografin Constanza Macras inszeniert an der Volksbühne Isherwoods „Goodbye Berlin“ über das Ende der Weimarer Republik. Dass es auch ihre eigene Abschiedsvorstellung wird, erfuhr sie aus den Medien.
Tanzinstallation
:Nazi-Exorzismus
Nürnbergs neuer Ballettchef Richard Siegal lässt in der Kongresshalle auf dem ehemaligen NS-Reichsparteitagsgelände schon mal die Kunst aufmarschieren.
Ballett und Tanz
:Münchner und Nürnberger Tanz-Highlights im Herbst
Wiedersehen mit einem Publikumsliebling am Staatsballett, die Herbstmatineen der Bosl-Stiftung, eine Uraufführung von Richard Siegal und ein besonderes Stück im HP8.
Theaterfestival „Spielart“
:Die Welt an der Angel
Indigene Rituale, heilige Kühe und ein dicker Wal: Das „Spielart“-Festival in München zeigt Theater aus dem globalen Süden – und es macht Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Tanz-Höhepunkte im Oktober
:Was bietet Bayerns einziges Festival für Vintage-Theater?
Das „Re:festival“ in der Nürnberger Tafelhalle zeigt ältere Tanz-Produktionen mit hochaktuellen Bezügen, am Gärtnerplatztheater werden die Geister von Gershwin und Strawinsky beschworen.
Ballett
:Machtmissbrauch, Demütigungen, Übergriffigkeit
Warum ist das Ballett so anfällig für Skandale? Spurensuche in einer Welt, die viele Tänzer traumatisiert verlassen – und die einige endlich verbessern wollen.
Interview mit Choreograf Marco Goecke
:„Ich war noch nie im Leben inspiriert“
Marco Goecke ist einer der aufregendsten Choreografen der Tanzszene. Ein Gespräch über harte Arbeit, seine Mutter und darüber, was er heute über die Hundekotattacke denkt.
Tanz im August
:Wem gehört der „Fortnite“-Schritt?
Das Festival „Tanz im August“ in Berlin enttäuscht diesmal fast völlig. Zum Glück taucht der fabelhafte Jeremy Nedd auf, mit einer Choreografie zum Thema Copyright.
Tanz
:„Es war einfach Fun“
Das junge Tänzerpaar António Casalinho und Margarita Fernandes ist das geliebte Idol des Münchner Ballettpublikums. Jetzt aber wechseln die beiden an die Wiener Staatsoper. Leider.
Kulturzentrum Kampnagel
:Hamburg buttert rein
Wo Berlin, München oder Köln kürzen, nimmt die Hansestadt Geld in die Hand: Das Kulturzentrum Kampnagel wird für 168 Millionen Euro saniert. Dabei sind schon jetzt aufwändige Produktionen dort zu sehen, wie das Internationale Sommerfestival zeigt.
Tänzer und Choreograf Alan Brooks
:Lernen von der Drama-Queen
Zum 18. Geburtstag bekam der Choreograf Alan Brooks Martha Grahams Autobiografie „Blood Memory“ geschenkt. Auch heute, Jahrzehnte später, liegt sie noch in seinem Nachttisch. Warum ihm die Worte der großen Tänzerin Trost spenden und Mut machen.
Tanzwerkstatt Europa in München
:Ästhetische Erkundung der Dunkelheit
Aurora Bauzà und Pere Jou bescheren der Tanzwerkstatt Europa in München ein erstes Highlight: ein Gesamtkunstwerk aus Licht, Schall und Körper.
Tiere
:Tanz den Kakadu!
Headbangen, Drehung, Körperwelle: Kakadus beherrschen 30 verschiedene Tanzbewegungen. Haben die Vögel Spaß an Musik, so wie Menschen?
Wim Vandekeybus’ „Void“ in München
:Eine atemberaubende Eröffnung der Tanzwerkstatt Europa
Der belgische Choreograf und Regisseur Wim Vandekeybus eröffnet in der Muffathalle München die Tanzwerkstatt Europa. Sein Stück „Void“ erweist sich als wildes und virtuoses Ereignis.