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Sprache:Vorsicht, Zeigefinger

The Bank of England Ahead Of Interest Rate Decision

Beim Kontakt mit englischsprachigen Geschäftspartnern ist einiges zu beachten.

(Foto: Simon Dawson/Bloomberg)

Im Umgang mit englischsprachigen Geschäftspartnern fehlt es oft an Fingerspitzengefühl. Ein paar Tipps, von Kennenlernen bis Verhandeln.

Mit Fremdsprachen verhält es sich bisweilen wie mit einem Rezept für, sagen wir, ein Souffle. Was sich im Kochbuch einfach und einleuchtend liest, gerät beim Servieren zum Kunststück. Statt einer wohlgeformten Haube steht da eine traurig eingesackte Teighülle auf dem Tisch. Auch Englisch aus dem Lehrbuch kann sich als unhandlich erweisen, wenn nach langen Verhandlungen mit britischen, amerikanischen oder australischen Geschäftspartnern doch kein Vertrag zustande kommt.

Der kann an Formalien oder Inhalten scheitern, manchmal aber auch an der zwischenmenschlichen Chemie. Natürlich bedeutet ein falsches Wort oder eine unangebrachte Geste nicht gleich das Aus, aber in der Summe können Soft Skills, also soziale Kompetenzen, den Ausgang durchaus beeinflussen. Hier ein paar Tipps, wie sich im Umgang mit angloamerikanischen Geschäftspartnern Irritationen vermeiden und Fettnäpfchen umgehen lassen, beim Begegnen, Mailen, Telefonieren, Verhandeln oder Plaudern.

Kennenlernen

Das Praktische an den Angelsachsen ist ja, dass sie einem die erste Begegnung einfach machen, weil sie eingängigen Ritualen folgt. Man stellt sich vor und erkundigt sich nach dem Wohlbefinden des anderen, das Gegenüber macht es ebenso. Dass man da nicht die jüngste Krankengeschichte langatmig erzählt, sondern mit einem "Thank you, everything is fine / quite okay / I can't complain" antwortet, versteht sich von selbst.

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In Deutschland und Österreich mag man auf einen akademischen Titel stolz sein wie Bolle, hier hat er erst mal nichts verloren. Vor- und Zuname reichen ("Hi, I am Anne Fischer"), einen Doktortitel nennen in der Regel nur Ärzte und auch nur dann, wenn sie in ihrer Arztfunktion auftreten. Auch ist es im Englischen üblich, den eigenen Beruf eher zu beschreiben, als ihn beim Namen zu nennen, also: "I teach chemistry at university" statt "I'm a tenured professor of chemistry".

Und Vorsicht: Dass man sich auch im geschäftlichen Kontext ziemlich schnell mit Vornamen anspricht, setzt nicht die Hierarchie außer Kraft. "Mike" ist also nicht gleich der "best buddy", sondern bleibt der Chef des anderen Unternehmens und verdient Vorzugsbehandlung.

Etwas schwieriger wird es beim Blickkontakt. In manchen Kulturen gilt intensives in die Augen Schauen als aggressiv, in anderen wird es als Unhöflichkeit oder Unsicherheit ausgelegt, wenn man häufig zur Seite oder nach unten blickt. Beides kann sich negativ auf die Sympathien auswirken. Hier gilt es, je nach Situation abzuwägen beziehungsweise sich den anderen anzupassen und die Form der Intensität entsprechend zu wählen. Und: Mit der deutschen Pünktlichkeit sollte man es bitte nicht so genau nehmen, eine Viertelstunde Karenz kann man den anderen gönnen.