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HIV:Wo die Ansteckung droht

Aids fängt man sich nicht ein wie einen Schnupfen. Gängige Sozialkontakte zu HIV-Infizierten sind ungefährlich. Doch wie riskant ist welcher Sexualkontakt? Wie sicher sind Blutkonserven und wie groß ist die Gefahr für die Kinder von infizierten Schwangeren?

Noch immer stecken sich auch im aufgeklärten Deutschland Menschen mit HIV an. Nach wie vor scheuen Manche jeglichen Kontakt zu Infizierten. Wo Vorsicht notwendig und wo sie überflüssig ist. Ein Überblick.

Ansteckung beim Sex

In Deutschland wird HIV am häufigsten beim Sex weitergegeben. Egal ob homo-, hetero- oder bisexuell: Jeder ungeschützte Geschlechtsverkehr birgt ein Risiko. Potenziell infektiös sind Sperma, Vaginalsekret, Menstruationsblut und der Flüssigkeitsfilm auf der Darmschleimhaut. Am größten ist die Ansteckungsgefahr beim ungeschützten Vaginal- und Analverkehr - auch wenn kein Samenerguss erfolgt. Beim Oralsex ist das Risiko etwas geringer, aber nicht gebannt. Allerdings ist nicht gefährdet, wer nur mit Speichel in Kontakt kommt, denn Speichel ist nicht infektiös. Den sichersten Schutz vor einer HIV-Infektion bieten Kondome oder so genannte Dental Dams für den Oralverkehr.

Wichtig ist zudem, auf andere sexuell übertragbare Krankheiten zu achten und gegebenenfalls einen Arzt aufzusuchen. Herpes, Pilzinfektionen, Feigwarzen, Tripper oder Syphilis machen den Körper anfälliger für eine HIV-Infektion, weil Entzündungen dem Erreger den Weg in den Körper bahnen. Gleichzeitig steigt bei HIV-Infizierten durch eine weitere Geschlechtskrankheit das Risiko, HIV an den Partner weiterzugeben.

Übertragung von der Mutter auf das Kind

Schwangeren Frauen wird in Deutschland routinemäßig ein HIV-Test angeboten. Denn infizierte Mütter können das Virus während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder beim Stillen auf ihr Kind übertragen. Ohne Schutzmaßnahmen passiert das in rund 20 Prozent der Fälle. Trotzdem können HIV-positive Frauen gesunde Kinder zur Welt bringen. Optimale medizinische Betreuung und Behandlung senken das Übertragungsrisiko auf weniger als ein Prozent. Da das Virus am häufigsten während der Geburt in den kindlichen Blutkreislauf gerät, rät man HIV-positiven Frauen oft zu einem Kaiserschnitt.

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