Smartphone verschlüsseln So machen Sie ihr Handy Trump-sicher

Trump im Handy? Mit Verschlüsselung und guten Passwörtern sorgen Sie dafür, dass es nicht so weit kommt. Collage: Jessy Asmus

(Foto: Getty Images, dpa; Collage SZ.de)

Mit seiner Amtseinführung erhält Donald Trump Zugriff auf den mächtigsten Spionageapparat der Welt. Ein guter Anlass, sich um Verschlüsselung und sichere Passwörter zu kümmern.

Von Marvin Strathmann

Am 20. Januar 2017 wird Donald Trump Präsident. Damit geht viel Macht einher. Der Präsident ist Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte, er kann Atomwaffen einsetzen und Gefangene begnadigen. Und er übernimmt den mächtigsten Spionageapparat der Welt.

Was Trump mit dieser neuen Macht im Detail tun wird, ist unklar. Bekannt ist aber, dass er sagt, er stehe in Überwachungsfragen auf der Seite der Sicherheit. Bedeutet im Klartext: Er möchte Moscheen überwachen, es leichter machen, gegen Journalisten vorzugehen (mit denen er des Öfteren persönlich ein Problem hat) und er hat Apple mit einem Boykott gedroht, falls das Unternehmen sich weiter weigere, das Handy eines Terroristen zu knacken (Das FBI ist mittlerweile auch ohne Apple an die Daten auf dem Smartphone gekommen). Ein großer Freund der Privatsphäre ist Trump offensichtlich nicht.

Auch wenn noch umstritten ist, ob er als Präsident im Alleingang all seine Ankündigungen wahrmachen kann: Menschen, die sich für Bürgerreche und Privatsphäre einsetzen, macht Trump Angst. "Einem Verrückten wurde der Schlüssel zum Überwachungsstaat übergeben", schreibt Cory Doctorow, Blogger und Aktivist für das freie Internet.

Auch wenn die NSA natürlich nicht Trumps Erfindung ist - der neue Präsident übernimmt ab Januar einen gut augestatteten Spionage-Apparat. Unter George W. Bush und dem damaligen NSA- und CIA-Chef Michael Hayden wurde die Nation Security Agency (NSA) massiv ausgebaut. Sie stürzte sich auf eine immense Menge an Daten, die durch Internet und Handys verfügbar geworden waren. Obama wurde zwar durch die Snowden-Enthüllungen unter Druck gesetzt, aber vom System der globalen Massenüberwachung ist auch er nicht grundlegend abgerückt.

Der Jurist Timothy Edgar, der im Weißen Haus unter Obama für Privatsphäre und Bürgerrechte zuständig war, sagte im Gespräch mit der Computerworld: "Wir würden uns selbst täuschen, wenn wir denken, dass wir die NSA Trump-Sicher oder Tyrannen-Sicher gemacht hätten." Andere formulieren es so:

Gerade das Smartphone ist für die NSA ein lohnendes Ziel. Wir tragen den kleinen Minirechner immer bei uns und füttern ihn mit sensiblen Daten. Wie schützt man also sein Smartphone vor Präsident Trump? Indem man jene Maßnahmen ergreift, die der NSA auch unter Obama und Bush jr. das Leben schwer gemacht hätten - die aber viele Nutzer immer noch ignorieren.

Smartphone verschlüsseln

Geheimdienste mögen keine Verschlüsselung. iPhones sind automatisch verschlüsselt, das macht sie aber nicht automatisch sicher. Die Daten in der iCloud werden zwar auch verschlüsselt, allerdings liegt der Schlüssel bei Apple. Das Unternehmen hat so Zugriff auf die Dateien und kann zum Beispiel bei vergessenen Passwörtern helfen. Es kann aber auch Daten aus der Cloud an Behörden übermitteln.

Nutzer der neueren iPhone-Modelle sollten darauf verzichten, ihr Handy per Fingerabdruck zu entsperren. Ermittler in den USA können Nutzer dazu zwingen, ihre Finger auf das Smartphone zu legen. Es gibt allerdings keine Verpflichtung, ein Passwort zu verraten. Das sollte sich jeder USA-Reisende bewusst machen. In Deutschland ist das laut Rechtsanwalt Udo Vetter vermutlich nicht möglich.

Dasselbe gilt für Android-Smartphones. Allerdings muss die Verschlüsselung hier noch per Hand eingestellt werden. Nutzer gehen dazu in den Einstellungen auf "Sicherheit" und wählen "Telefon verschlüsseln". Vorsicht: Wenn Sie das eingestellte Passwort vergessen, kommen Sie nicht mehr an Ihre Daten heran!