Threema und Signal Das sind die besseren Alternativen zu Whatsapp

Der Schweizer Messenger Threema ist genauso sicher wie Whatsapp - und gibt garantiert keine Telefonnummern an Facebook weiter.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nutzerdaten des beliebtesten Messengers werden bald an Facebook übermittelt. Wer das nicht will, sollte sich Threema und Signal genauer ansehen.

Von Sara Weber und Simon Hurtz

Was viele Whatsapp-Nutzer seit Jahren befürchten, ist vor wenigen Tagen eingetreten: Nach der Übernahme durch Facebook gelten jetzt neue Nutzungsbedingungen, die beiden Dienste werden enger miteinander verzahnt. Telefonnummern und Details der Nutzung sollen künftig an Facebook übermittelt werden, ein Widerspruch ist nur teilweise möglich.

Im April hatte Whatsapp noch Pluspunkte bei Nutzern und Datenschützern gesammelt, als es vollständige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle Nachrichten einführte und damit auf einen Schlag die Kommunikation von mehr als einer Milliarde Menschen vor spähwütigen Geheimdiensten und kriminellen Hackern schützte. Die aktuelle Ankündigung ändert zwar nichts daran, dass Whatsapp ein sichererer Messenger bleibt, doch es gibt zwei Alternativen, die ebenso zuverlässig verschlüsseln - und keine Daten an den großen, blauen Bruder schicken.

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Threema: Kann alles, außer telefonieren

Etwas zugespitzt könnte man sagen: Ohne Edward Snowden würde heute niemand über Threema reden. Nachdem Snowden die weltweite Schnüffelei der NSA enthüllte, interessierten sich plötzlich Millionen Menschen für abhörsichere Messenger, die Nutzerzahl vervielfachte sich. Mitte vergangenen Jahres hatte Threema etwa 3,5 Millionen Nutzer, mittlerweile dürften es mehr als vier Millionen sein. Als Whatsapp ankündigte, Handynummern mit Facebook zu teilen, haben sich die täglichen Threema-Downloads am vergangenen Wochenende mehr als verdreifacht.

Natürlich ist die App im Vergleich zu Whatsapp immer noch winzig, den kompletten Freundeskreis wird man wohl nur im Ausnahmefall bei Threema finden. Doch gerade im deutschsprachigen Raum gibt es viele aktive Nutzer, Threema ist also mehr als eine Nischen-App für Nerds mit Datenschutzpanik.

Im Prinzip funktioniert Threema wie Whatsapp: Nutzer können Texte, Bilder, Videos, Standorte, Abstimmungen und Sprachnachrichten verschicken und Gruppen einrichten. Nur Sprach- und Videotelefonate beherrscht der Messenger nicht. Alle Daten werden Ende-zu-Ende verschlüsselt, so dass Nachrichten nur von Sender und Empfänger gelesen werden können. Selbst die Entwickler des Messengers haben keinen Zugriff darauf.

Im Unterschied zu Whatsapp fallen bei Threema nur wenige Metadaten an, die Rückschlüsse auf die Nutzungsgewohnheiten zulassen und für Geheimdienste teilweise genauso wertvoll wie die Inhalte der Nachrichten sind. Threema schützt diese sensiblen Daten so gut wie möglich und löscht sie nach eigenen Angaben unmittelbar nach Zustellung der Nachrichten von seinen Servern.

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Die Stiftung Warentest stufte Threema als datenschutzrechtlich "unkritisch" ein. Einziges Manko: Das Schweizer Unternehmen hatte den Quellcode seiner App nicht offengelegt. Doch immerhin wird er von unabhängigen Sicherheitsfirmen auf Lücken hin untersucht, zuletzt von Cnlab Security - mit positivem Ergebnis. Threema löse alle Versprechen ein, die das Unternehmen in puncto Sicherheit gebe. Alle Nachrichten seien sowohl auf Android- als auch auf iOS-Geräten lückenlos verschlüsselt. Zumindest ein Teil des Quellcodes ist Open Source, die Links stehen in den FAQ (vorletzte Frage: "Wo finde ich den Quellcode von Threema?").

Auch die versprochene Anonymität ist gewährleistet. Jeder Nutzer bekommt bei der Installation eine Threema-ID zugewiesen, die unabhängig von seiner Telefonnummer oder E-Mail-Adresse ist. So lässt sich die App verwenden, ohne dass man seine Identität preisgeben muss. Wer darauf keinen Wert legt, kann seine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse mit der Threema-ID verknüpfen oder sein Adressbuch abgleichen, um schneller Freunde zu finden, die ebenfalls Threema nutzen. Kontakte können außerdem über das Scannen eines QR-Codes hinzugefügt und verifiziert werden, um sicherzugehen, dass der Kommunikationspartner keine falsche Identität vortäuscht .

Threema ist werbefrei und kostet einmalig 1,99 Euro (für iPhone und Windows Phone) bzw. 2,99 Euro (für Android-Geräte).