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Der Facebook-Faktor:"Ich habe keine Lust mehr auf analoge Medien"

Welche Bedeutung hat Facebook für Sie?

"Ich bin täglich auf Facebook. Ich sitze im Rollstuhl und bin deshalb nicht so oft draußen, wie ich gerne möchte. Die Dinge, die ich nicht draußen begleiten kann, verfolge ich dann eben bei Facebook. Wenn zum Beispiel Demonstrationen sind, kann ich mich dort einlesen, statt direkt auf der Straße teilzunehmen." Claudia Jacobs, Mitglied Bündnis 90/Die Grünen

"Ich nutze fast ausschließlich Facebook als Nachrichtenquelle. Denn darüber erhalte ich alle möglichen Beiträge verschiedener Medien. Facebook nutze ich etwa drei, vier Stunden am Tag. Das nimmt bei mir so viel Zeit ein, dass ich analoge Medien nur noch als schmückendes Beiwerk bei Gelegenheit lese." Anton Koppenhofer, CSU-Mitglied

"Ich bin schon lange bei Facebook und nutze es vor allem für die Kontaktpflege. Ich kann es aber manchmal nicht lassen, mich an Diskussionen zu beteiligen, und bereue es dann auch gleich wieder. Ich stelle immer wieder fest, dass gegen Dummheit kein Kraut gewachsen ist." Renate Hilberg, SPD-Mitglied

"Auf Facebook schreibe ich vor allem Nachrichten. Manchmal poste ich auch selbst etwas. Ich schreibe über Begebenheiten, die mich in der analogen Welt aufgeregt haben. Da bin ich nämlich mit Leuten aus verschiedenen politischen Milieus konfrontiert. Durch mein Medizinstudium bin ich derzeit viel im Krankenhaus und dort regen sich die Patienten zum Beispiel über Pflegekräfte aus dem Ausland auf." Jonas Kath, Linken-Mitglied

"Ich bin seit sieben Jahren bei Facebook. Ich finde die sozialen Medien toll, sie werden zu Unrecht verteufelt, ich habe darüber viele andere Roman-Autoren kennengelernt. Und ich like sehr viele Seiten, um mich zu informieren. Ich habe den Christian Lindner gelikt, den Kubicki, auch den Söder, den Seehofer, den Aiwanger, den Kurz aus Österreich und die FDP in allen möglichen Bundesländern. Ich finde die Unterschiede in den Bundesländern sehr interessant. In NRW ist das Thema Sicherheit und Wirtschaftskraft noch einmal ein ganz anderes Thema als bei uns in Bayern." Bettina Sprenzel, FDP-Wählerin

"Für mich sind soziale Medien wichtig, um mir eine Meinung zu bilden, vor allem bei politischen Themen. Ich habe den Eindruck, dass die großen Medien da kein vollständiges Bild zeichnen. Ich glaube nicht an die große Verschwörung, aber ab und zu werden da schon Dinge verschwiegen. Ich würde es nicht 'Lügenpresse' nennen, 'Lückenpresse' trifft es besser. Facebook hilft mir, um Nachrichten zu entdecken, die Mainstream-Medien nicht aufgreifen." Annika Kramer, AfD-Wählerin

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