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Schulen - Berlin:"Kraftakt" soll Schüler nach Corona-Zwangspause voranbringen

Ausbildung
Sandra Scheeres (SPD), Bildungssenatorin, spricht. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Berlin (dpa/bb) - Wochenlange Schulschließungen wegen der Corona- Pandemie, Homeschooling und später nur wenig Präsenzunterricht - nach einem verrückten Schuljahr haben viele Berliner Kinder und Jugendlichen große Lernlücken. 11 500 von ihnen haben nun die Chance, versäumten Unterrichtsstoff in den Sommerferien nachzuholen.

Für die Sommerschule seien bereits mehr als 1000 Lerngruppen gebildet worden und die meisten Anfang der Woche gestartet, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Mittwoch. "Weitere folgen in den kommenden Wochen", fügte sie bei einem Besuch in der Wilma-Rudolph-Oberschule in Dahlem hinzu. In den Herbstferien (12. bis 24. Oktober) werde das bislang einmalige Projekt fortgesetzt.

"Es war ein organisatorischer Kraftakt, in der Kürze der Zeit ein solches Lernangebot zu realisieren", so die Senatorin. "Wir sind hier bundesweit vorneweg mit unserem Angebot." Die Sommerschule richte sich nicht nur an Schüler aus schwierigen sozialen Verhältnissen, in denen Eltern ihre Kinder nicht beim Lernen unterstützen oder Geld für Computer oder Smartphone fehlt.

"Wir haben vor allem leistungsschwache Kinder- und Jugendliche im Blick", sagte Scheeres. Aber: "Wir wollten ein Angebot für alle, die aufgrund der Corona-Krise Lernrückstände haben oder das Gefühl, sie müssten jetzt mehr tun." Klar sei für die Schüler wie für viele anderen auch: "Es ist keine einfache und normale Situation."

Teilnehmen an den insgesamt zwei- bis vierwöchigen Kursen der Sommer- und später Herbstschule können Schüler der Jahrgangsstufen 1 und 2 sowie 7 bis 9. In kleinen Gruppen werden sie von Mitarbeitern von etwa 30 Bildungsträgern, freiwillig engagierten Lehrern und Lehramtsstudenten in den Kernfächern Deutsch und Mathematik sowie der ersten Fremdsprache unterrichtet, also zum Beispiel Englisch. Pro Woche sind 15 Stunden vorgesehen.

Bezahlt wird alles vom Land, sechs Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Für die Teilnehmer fallen keine Kosten an. Ein ähnliches Angebot gibt es auch für Berufsschüler. Hier ist das Interesse mit 600 Anmeldungen laut Scheeres jedoch überschaubar.

"Keine Frage, dass die Sommerschule das richtige ist nach dieser Zeit der Schulschließungen", sagte die Leiterin der Wilma-Rudolph-Oberschule, Maria Kottrup. "Die Schüler mussten zu Hause unter teils sehr schwierigen Bedingungen lernen." Das könne nun etwas kompensiert werden. "Zwei Wochen Unterricht in kleinen Gruppen ist sehr intensiv." Dabei habe die Sommerschule gleich mehrere Vorteile für die Kinder und Jugendlichen: "Sie bekommen Struktur in den Tag, sie lernen und sie sehen ihre Freunde."

Die große Zahl der Anmeldungen zeige, dass dies auch viele Eltern so sähen. An der Dahlemer Schule machen 90 Schüler mit und damit 20 Prozent derjenigen, die theoretisch in Frage kämen. Während der Kurse dokumentieren die Teilnehmer ihre Fortschritte an allen Schulen in einem Ferienlogbuch, zum Abschluss erhalten sie ein Zertifikat.

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