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Diskriminierung an US-Hochschulen:Die "Musterminderheit": fleißig, diszipliniert, bescheiden

Das ist in Japan, Taiwan oder Südkorea nicht anders als in den asiatisch geprägten Gemeinden Kaliforniens oder in Deutschland, wo der Nachwuchs vietnamesischer Einwanderer häufiger Abitur macht als andere Minderheiten oder "Bio-Deutsche". Ein Gesicht bekam dieser asiatische Ehrgeiz mit Amy Chua, genannt "Tiger Mum" und Jura-Professorin in Yale.

Ihr Buch "Die Mutter des Erfolgs" löste 2011 eine Kontroverse über westliche Erziehungsmethoden aus. Chua beschreibt, wie sie ihre Kinder unerbittlich antreibt, um sie fit zu machen für den nationalen und globalen Wettbewerb. Westlichen Müttern hält sie vor, bei der Erziehung verweichlicht zu sein, sich mehr um die Gefühle der Kinder zu sorgen als um deren schulischen Fortschritt.

Es ist diese konfuzianische Ethik, die die protestantische locker in den Schatten stellt. Das überzeugte seinerzeit Präsident Lyndon B. Johnson, die US-Einwandergesetze 1965 zu ändern und mehr dieser vorbildlich-fleißigen Menschen aus Fernost ins Land zu lassen. Seitdem kamen sie in Scharen, die Asiaten, vor allem die ambitionierte Mittelschicht war bei der Visavergabe erfolgreich. Asiaten sind die "Musterminderheit": fleißig, diszipliniert, anpassungswillig, bescheiden, duldsam.

Die US-Unis stehen im Bann der "Affirmative Action"

Doch ausgerechnet diese Qualitäten werden ihnen nun bei der akademischen Laufbahn zum Verhängnis. Seit den späten Achtzigerjahren stehen Amerikas Hochschulen im Bann der sogenannten Affirmative Action - einer Art positiven Diskriminierung, die bestimmte ethnische und soziale Gruppen gezielt fördert, um eine historische oder gegenwärtige Benachteiligung auszugleichen.

Asiaten gehörten im 19. und 20. Jahrhundert zu den meistdiskriminierten Minoritäten in den USA, ihnen steht eigentlich besondere Wiedergutmachung zu. Das und ihre guten Noten müssten sie in die Unis katapultieren. Dort aber fördert man lieber Schwarze oder Latinos oder Schwule und Lesben oder Behinderte oder andere - einst - Diskriminierte.