Ludwig-Maximilians-Universität:Warum Ingolstadt die Gründung der Münchner Uni feiert

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Innenstadt von Ingolstadt

Die Keimzelle der ältesten Uni Altbayerns war im Jahr 1472 Ingolstadt, wo sie mehr als 300 Jahre residierte. Dort wird in diesem Jahr das Jubiläum groß gefeiert.

(Foto: dpa)

Die LMU zählt zu den Spitzen-Unis Deutschlands und ist ein Aushängeschild Münchens. Doch Ingolstadt verweist nun darauf, dass die Landeshauptstadt erst spät den Ruhm der Hochschule erbte.

Die Ludwig-Maximilians-Universität in München zählt zu den berühmtesten Hochschulen Deutschlands und zu den wissenschaftlichen Aushängeschildern der Landeshauptstadt. Dabei wurde die Hochschule vor genau 550 Jahren eigentlich in einer ganz anderen Stadt gegründet: Die Keimzelle der ältesten Uni Altbayerns war im Jahr 1472 Ingolstadt, wo sie mehr als 300 Jahre residierte. Dort wird in diesem Jahr das Jubiläum groß gefeiert. Das ganze Jahr über gibt es in Ingolstadt Ausstellungen, Konzerte und Tagungen aus Anlass der damaligen Gründung der "Hohen Schule". Ingolstadts Oberbürgermeister Christian Scharpf (SPD) betont die Bedeutung des Ereignisses: "328 Jahre lang war Ingolstadt eines der geistigen Zentren mitten in Europa, bis im Jahr 1800 das studentische Leben vorübergehend zum Stillstand kam", sagt er. In den kommenden Monaten sind nach Angaben der Stadtverwaltung gleich mehrere Höhepunkte des Veranstaltungsreigens geplant. So soll es vom 13. bis 15. Mai einen "Futurologischen Kongress" geben, bei dem es um das Verhältnis Mensch zu Natur in der Zukunft geht. Für den 30. Juni bis 1. Juli ist dann der "erste Ingolstädter Wissenschaftskongress" geplant. Es sollen die Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz in Bereichen wie Mobilität, Gesundheit und Kunst diskutiert werden. Auch das Stadtfest vom 8. bis 10. Juli steht im Zeichen der damaligen Universitätsgründung.

"Frankensteins" Geburt fand an der Uni in Ingolstadt statt

Ab 3. Dezember will das Ingolstädter Stadttheater mit einem Musical an einen der weltweit berühmtesten Ingolstädter erinnern - auch wenn dieser nur fiktiv ist. Denn auch "Frankenstein" hat enge Verbindungen zu der Ingolstädter Universität. Die englische Schriftstellerin Mary Shelley ließ ihre 1818 erschienene Gruselgeschichte über eine vom Wissenschaftler Frankenstein künstlich geschaffene Kreatur an der Uni in Ingolstadt spielen. Dabei war Ingolstadt beim Erscheinen des berühmten Romans vor zwei Jahrhunderten bereits nicht mehr Hochschulstadt. Die Universität war wenige Jahre zuvor vorübergehend nach Landshut umgezogen, ehe sie ab 1826 ihre endgültige Heimat in München fand. Auch für Bierfreunde gibt es ein spezielles Angebot. Ingolstädter Brauereien produzieren einen "Jubiläumssud" nach traditionellen Methoden. Das unfiltrierte Exportbier aus hellem Sommergerstenmalz und dunklem Münchner Malz gibt es in Gaststätten der oberbayerischen Stadt vom Fass und auch als Flaschenabfüllung. In Ingolstadt wurde vor mehr als 500 Jahren auch das bayerische Reinheitsgebot für Bier erlassen.

München nur noch zweitälteste Universität

Im heutigen Bayern ist die Ludwig-Maximilians-Universität allerdings nur noch an zweiter Stelle der ältesten Unis. Denn durch den Anschluss der fränkischen Gebiete an Bayern Anfang des 19. Jahrhunderts kann die Universität in Würzburg den Titel der ältesten Uni im Freistaat beanspruchen. Der erste Vorläufer der dortigen Julius-Maximilians-Universität wurde bereits 70 Jahre vor dem Pendant in Ingolstadt als "Hohe Schule zu Würzburg" errichtet.

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Lidiya Stefanidi ist 18 Jahre alt und wuchs in einem nichtreligiösen Haushalt auf. Dann entschied sie sich, zum Islam zu konvertieren. Mittlerweile bekommt sie Millionen von Likes auf ihre Tiktok-Videos.

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