Peggy und NSU Geier: "Da war nie eine Spur zu erkennen"

Gegen solche Vorwürfe hat sich Geier schon im Wiederaufnahmeverfahren vehement gewehrt. Einseitige Ermittlungen, unlautere Vernehmungsmethoden? Nüchtern betrachtet waren es mehr als 4000 Ermittlungsspuren und 21 000 Datensätze, denen er und die Kollegen nachgegangen seien, erwiderte er Kritikern im Wiederaufnahmeverfahren. Als verdächtig sei keineswegs nur Ulvi K. eingestuft worden, sondern insgesamt 13 Personen. Als einziger aber habe Ulvi K. ein eindeutiges Motiv gehabt. Man sei davon ausgegangen, dass er den sexuellen Missbrauch Peggys vier Tage zuvor habe vertuschen wollen.

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Geier ist seit anderthalb Jahren pensioniert, zuletzt war er als Leiter einer Ermittlungsgruppe bei der Kriminalpolizei in Würzburg tätig. Er äußert sich nur ungern über das, was war. Diesmal aber macht er eine Ausnahme. "Die einzige Verbindung zwischen dem NSU und dem Fall Peggy war für mich, dass ich in beiden Fällen tätig war", sagt er und atmet tief durch. Niemals habe er da einen Zusammenhang sehen können zwischen den beiden Fällen, "da war nie eine Spur zu erkennen". Dass er es war, der in beiden Fällen als Chefermittler tätig war, werde nun "Verschwörungstheoretiker" geradezu herausfordern, das ahne er. "Damit aber kann ich leben und werde es auch müssen", sagt Geier. Er sei zusammen mit Günther Beckstein schon mal als "Erfinder des NSU" verunglimpft worden, "in dieser Hinsicht kann mich nichts mehr erschrecken".

Und natürlich, sagt Geier, beschäftigen ihn die beiden Fälle noch, "auch wenn ich zum großen Teil damit abgeschlossen habe". Die Meldung vom Fund der DNA-Spur habe er "erst gar nicht glauben können", so "abenteuerlich" habe das für ihn geklungen. Nun aber plädiere er dafür, die Ermittler ihre Arbeit machen zu lassen.

Das sieht Herbert Manhart, Geiers Vorgänger als Soko-Chef im Fall Peggy, genauso. Ansonsten aber hat er einen ganz anderen Ansatz als Geier. Manhart hatte die Ermittlungen etwa elf Monate geleitet, nach ihm übernahm Geier. Dass dies auf Betreiben Becksteins geschehen sein soll, der einen fähigeren Ermittler haben wollte, hält Manhart für eine Legende. Der Grund sei vielmehr seine nahende Pensionierung gewesen und ausstehender Resturlaub.

Mit einem aber, sagt Manhart, habe er nie hinterm Berg gehalten: "Für mich hat nichts dafür gesprochen, dass Ulvi K. der Täter gewesen ist, zu keinem Zeitpunkt." Und er sei da unter Kollegen "nicht der einsame Rufer in der Wüste" gewesen, der dies für fast unmöglich gehalten habe. Umso erstaunter sei er gewesen, als Ulvi K. von den nachfolgenden Kollegen als Täter präsentiert wurde und das Landgericht sich von den Indizien überzeugen ließ. Einen Zusammenhang des Falls Peggy mit dem NSU, das sieht Manhart dagegen wie Geier, könne er sich schwer vorstellen.

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