Vor Gericht:Miesbacher Amigoaffäre: Prozess kurzfristig abgesetzt

Lesezeit: 1 min

Der ehemalige Miesbacher Landrat Jakob Kreidl vor dem Landgericht München.

2018 musste sich Jakob Kreidl (m) in der Miesbacher Sparkassenaffäre wegen Untreue vor Gericht verantworten - und wurde zu einer Bewährungsstrafe und Sozialstunden verurteilt.

(Foto: dpa)

Drei Jahre nach dem ersten Urteil befasst sich das Landgericht München II wieder mit dem freigiebigen Geschäftsgebaren der Kreissparkasse in der Ära von CSU-Landrat Kreidl. Der erste Verhandlungstag muss am Montag jedoch verschoben werden.

Drei Jahre nach dem ersten Urteil in der Miesbacher Amigoaffäre wollte sich das Landgericht München II von diesem Montag an zum zweiten Mal mit dem freigiebigen Geschäftsgebaren der Kreissparkasse Miesbach befassen, das den einstigen CSU-Landrat Jakob Kreidl 2014 das Amt gekostet hatte. Am Morgen wurde der Prozess allerdings kurzfristig abgesetzt. Grund: Verhinderung eines Prozessbeteiligten.

Kreidl, der kraft Amtes auch den Verwaltungsrat der kreiseigenen Bank geleitet hatte, wurde 2019 wegen Untreue zu elf Monaten Haft auf Bewährung und 200 Sozialstunden verurteilt, der langjährige Vorstandschef Georg Bromme erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten und sollte 300 Sozialstunden leisten.

In einem vergleichsweise nachrangigen Anklagepunkt, den von der Bank bezahlten Abschlussessen von Kreidls Landrätetreffen, war Bromme im vergangenen Jahr mit seinem Revisionsantrag beim Bundesgerichtshof erfolgreich. Zugleich setzte sich die Staatsanwaltschaft mit ihrer Auffassung durch, dass auch das Aufmöbeln von Kreidls Büro im Landratsamt mit dem Geld der Sparkasse sowie etliche Weihnachtsgeschenke der Bank an ihre eigenen Vorstände und an diverse Lokalpolitiker bestraft werden sollten. Nur diese Details stehen nun im Zentrum des neuerlichen, vorerst auf zehn Verhandlungstage angesetzten Prozesses.

Bestätigt hat der BGH das Landgericht in der Bewertung mehrerer luxuriöser Fahrten des Verwaltungsrats nach Österreich und in die Schweiz samt Begleitprogramm und teils fünfstelligen Weinrechnungen. Die fast 120 000 Euro teure und großteils von der Sparkasse bezahlte Feier zu Kreidls 60. Geburtstag 2012, die zwei Jahre später die ganze Affäre ausgelöst hatte, blieb schon in erster Instanz straffrei.

Der neuerliche Prozess hätte schon in der vergangenen Woche beginnen sollen, der erste Verhandlungstag musste jedoch kurzfristig verschoben werden.

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