Manching:Diebstahl von Goldschatz: Taucher finden Brecheisen in Weiher

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Manching: Ein Polizeitaucher reicht einen gefundenen Gegenstand an einen Kollegen weiter, der er zuvor aus dem Pichler Weiher in der Nähe des Keltenmuseums Manching gefunden hat.

Ein Polizeitaucher reicht einen gefundenen Gegenstand an einen Kollegen weiter, der er zuvor aus dem Pichler Weiher in der Nähe des Keltenmuseums Manching gefunden hat.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Das 2000 Jahre alte Kelten-Gold ist vor zwei Wochen verschwunden. Der Museumsbetreiber wehrt sich unterdessen gegen den Vorwurf, die Überwachungstechnik sei veraltet.

Bei der Suche nach den Golddieben von Manching haben die Ermittler einen Weiher in den Fokus genommen. In der Nähe des überfallenen Kelten- und Römer-Museums suchten am Dienstag zwei Taucher den Grund des Gewässers ab. Sie fanden unter anderem ein Brecheisen sowie ein Elektromessgerät, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Ob die Gegenstände in Zusammenhang mit der Tat stehen oder ob es sich lediglich um Schrott handle, wie der Sprecher sagte, muss nun geprüft werden.

Der Zweckverband, der das Museum in der oberbayerischen Marktgemeinde betreibt, wehrte sich unterdessen gegen Kritik an der in die Jahre gekommenen Videoüberwachung. Das Sicherheitskonzept sei zuletzt im Jahr 2020 vom Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) geprüft worden, teilte der Zweckverband mit, zu dem sich die Marktgemeinde Manching, der Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm, der Bezirk Oberbayern und der örtliche "Keltisch-Römische Freundeskreis" zusammengeschlossen haben. Ein LKA-Sprecher hatte kürzlich gesagt, die Ermittlungsarbeit werde durch veraltete Kameratechnik verzögert. Demnach müssen die Ermittler zum Auslesen der Aufnahmen auf die Dienste externer Fachleute zurückgreifen. Um an die Daten zu kommen, hätten die Server abgebaut und mitgenommen werden müssen.

Das vom LKA angesprochene "total veraltete" Kamerasystem basiere in der Tat nicht auf neuester, hochauflösender Technologie, teilte der Zweckverband nun mit. Aber: In der Vergangenheit seien mehrfach einzelne technische Komponenten ausgetauscht worden, um Fehler zu beheben - zuletzt im März 2022.

In dem für technische Änderungen am Museum zuständigen Bauamt des Marktes Manching seien überdies Vorplanungen für umfangreiche Maßnahmen zur technischen Verbesserung des Museums im Gange. Der Zweckverband betonte, dass "auch das beste Kamerasystem den Raub des Manchinger Goldschatzes nicht hätte verhindern können". Das habe auch das LKA bestätigt.

In der Nacht zum 22. November waren Unbekannte in das 2006 eröffnete Museum im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm eingebrochen und hatten den 3,7 Kilogramm schweren und etwa 2000 Jahre alten Goldschatz gestohlen. Er bestand vor allem aus Münzen. Der reine Materialwert wurde auf 250 000 Euro geschätzt. Der Handelswert für die historischen Münzen geht in die Millionen, wie es hieß. Dies hängt allerdings davon ab, ob es auch wirklich einen Abnehmer für das Diebesgut gibt. Ein Verkauf dürfte schwierig werden, weil die Münzen eine Vielzahl individueller Merkmale aufweisen, die gut dokumentiert sind. Experten befürchten deshalb, dass die Täter das Gold einfach einschmelzen könnten.

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