Konjunktur "Wenn die Automobilindustrie hustet, ist Bayern krank"

Es gibt erhebliche Unsicherheiten für die bayerische Wirtschaft.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Das Wirtschaftswachstum im Freistaat lässt erkennbar nach - erheblichen Anteil daran haben die Fahrzeughersteller.

Von Maximilian Gerl

Die konjunkturelle Lage im Freistaat droht sich abzukühlen. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) geht davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt: Statt der erwarteten 2,5 Prozent würden in diesem Jahr wohl maximal nur 2,2 Prozent erreicht. In praktisch allen Wirtschaftszweigen sei die konjunkturelle Entwicklung im dritten Quartal schlechter als im ersten Halbjahr. So habe die Industrieproduktion anfangs noch 2,2 Prozent über dem Niveau von 2017 gelegen - im dritten Quartal sei sie dann aber um 0,4 Prozent gesunken.

"Ein Großteil dieses Rückgangs geht auf das Konto der Automobilindustrie", sagte VBW-Präsident Alfred Gaffal am Montag. Auch deshalb sank der sogenannte VBW-Index - ein regelmäßig aktualisierter Gradmesser über Zustand und Geschäftserwartungen der Wirtschaft - erstmals seit vier Jahren. "Vorsicht ist geboten, weil es erhebliche Unsicherheiten gibt", sagte Gaffal, "einerseits im weltweiten Handel, andererseits durch strukturelle Veränderungen und negative wirtschaftspolitische Weichenstellungen im Inland."

Zu den internationalen Risiken zählen aus Sicht der VBW unter anderem die Haushaltspolitik Italiens sowie der Konflikt mit Großbritannien über die genauen Modalitäten des Brexit. Als ein inländisches Risiko nannte Gaffal die Auswirkungen der Dieselaffäre: "Wenn die Automobilindustrie hustet, ist Bayern krank." Zuletzt hatten auch das Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo sowie der Internationale Währungsfonds ihre Erwartungen nach unten korrigiert.

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