Illertissen:Danke für dieses Eigentor

Illertissen: Im vergangenen Spiel des Regionalligisten FV Illertissen platzte der Knoten - auch dank überraschend angereister Fans aus Manchester.

Im vergangenen Spiel des Regionalligisten FV Illertissen platzte der Knoten - auch dank überraschend angereister Fans aus Manchester.

(Foto: Uwe Anspach/dpa)

Ein Schuss ins eigene Netz bringt selten Gutes. Dachte man auch beim FV Illertissen. Bis genau deshalb überraschend Unterstützung aus Manchester anreiste - und das Vöhlinstadion in Old Trafford verwandelte.

Von Maximilian Gerl

Vielleicht hätte der FV Illertissen das Fußballspiel am vergangenen Wochenende nie gewonnen, hätte er nicht vor Monaten mal ein anderes auch wegen eines Eigentors verloren. Dabei erwächst aus Treffern ins eigene Netz selten Gutes, das weiß der Autor dieser Zeilen aus eigener Erfahrung zu berichten: Eine Saison lang schenkte er seinem Torwart konsequent in jedem zweiten, dritten Spiel einen ein. Dankbar zeigten sich darüber nur die Gegner.

Auch in Illertissen war die Freude anfangs eher verhalten über jenes Eigentor, das der Regionalligist im August gegen Fortuna Düsseldorf hinnehmen musste. Schon in der dritten Minute unterlief Kevin Frisorger der verhängnisvolle Treffer. Das Spiel endete 1:3, für den FVI war damit in der ersten Runde des DFB-Pokals Schluss. Doch im fernen Manchester ging die Sache erst los. Eine Gruppe United-Fans hatte in einem Pub den Spieltag verfolgt und vor Anpfiff beschlossen, jene Mannschaft und Stadt zu besuchen, die das erste Tor schießen würde. Vielleicht ja Leipzig, Frankfurt, Berlin? Nein: Illertissen!

Am Samstag wurde die Abmachung dann eingelöst. Die Folge war ein Anfeuerungsspektakel, wie es das Vöhlinstadion vorher selten erlebt hatte: 18 eigens angereiste Engländer sangen und klatschten, dass sich nicht nur die Augsburger Allgemeine in Manchester im Old Trafford wähnte. Auch andere Augen- und Ohrenzeugen berichteten hernach, dass die übrigen 400 Stadionbesucher allenfalls als Statisten zugange gewesen seien. Die Engländer hätten dazu "eine besondere Taktik" angewandt, berichtete ein FVI-Mitarbeiter dem BR: Die eine Hälfte der Gruppe wärmte sich demnach im Vereinsheim auf, während die andere auf den Rängen Stimmung machte.

Der Einsatz zeigte Erfolg, Illertissen siegte mit 3:1 gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Nürnberg. Auch auf die örtliche Wirtschaft wirkte sich der Kurzbesuch aus Manchester gewinnbringend aus. Laut Medienberichten fanden FVI-Devotionalien reißenden Absatz - und Bier sollen die Engländer ebenfalls ordentlich verkonsumiert haben, bevor sie wieder heimflogen. Selten dürfte man daher im Nachhinein über ein Eigentor begeisterter gewesen sein: Wer es mit den Schwaben hält, sollte Kevin Frisorger ein ganz herzliches Dankeschön sagen.

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