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Bayern:Wegen der Corona-Krise kommen kaum noch Asylbewerber an

Coronavirus - Pressekonferenz zu Infektionen in Bayern

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sagt: "Niemand muss in Bayern Angst haben, Asylbewerber könnten das neuartige Coronavirus unbemerkt nach Bayern eintragen."

(Foto: dpa)
  • In der vergangenen Woche sind 38 Asylbewerber nach Bayern gekommen.
  • Im Februar waren es noch durchschnittlich 311 Personen pro Woche.
  • Seit Ende Februar werden alle Neuankömmlinge verdachtsunabhängig auf das Coronavirus getestet.

Der Zugang neuer Asylbewerber nach Bayern ist mit der Corona-Krise massiv gesunken. Während im Februar im Schnitt rund 311 Personen pro Woche im Freistaat ankamen, waren es in den ersten drei Märzwochen 274, 232 und 111, vergangene Woche dann nur noch 38 Personen. Dies teilte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch mit.

In der Gesamtheit der staatlichen und kommunalen Asylunterkünfte waren demnach Ende März etwa 89 000 Menschen untergebracht. Die bisherige Höchstzahl lag, im Mai 2016, bei 155 000. Man nutze den starken Rückgang nun, um die Belegung - wo immer möglich - zu entzerren. Flüchtlingshelfer hatten zuletzt vereinzelt Defizite bei Mindestabständen sowie beengte Verhältnisse trotz freier Kapazitäten beklagt.

Wie Herrmann betonte, gebe es derzeit keine Anhaltspunkte für erhöhte Corona-Infektionsrisiken über Asylzuwanderung. Bereits seit Ende Februar werde jeder Neuankommende verdachtsunabhängig getestet. Bis das Resultat vorliege, würden Getestete separiert von übrigen Bewohnern untergebracht. Bis dato gebe es in Großunterkünften in Bayern 17 positive Ergebnisse, zudem 25 Fälle in sonstigen Gemeinschaftseinrichtungen.

"Niemand muss in Bayern Angst haben, Asylbewerber könnten das neuartige Coronavirus unbemerkt nach Bayern eintragen." Ebenso unbegründet seien Befürchtungen, in den Unterkünften könne sich das Virus "unbemerkt verbreiten". Die Bezirksregierungen träfen auch weitere Maßnahmen wie Mitnehmangebote in Kantinen oder Informationsmaterial in diversen Sprachen.

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© SZ vom 02.04.2020/kaal
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