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Zugverkehr in Bayern:BOB rangiert Pannen-Züge aus

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Für die Bayerische Oberlandbahn gibt es bald neue Züge.

(Foto: Matthias Balk/dpa)

Die Prototypen hatten im Winter Probleme mit Schnee, im Sommer mit Hitze, und zu wenige von ihnen gab es auch. Die neuen Triebwagen sollen aber auch nur eine Übergangslösung sein.

Bob könnte ein Baumeister aus dem Trickfilm sein oder eine Frisur. Oder ein Fahrzeug, mit dem es im Winter schnell bergab geht, was der durchgehend groß buchstabierten BOB dann schon recht nahe kommt. Denn die Züge der Bayerischen Oberlandbahn sind so gebaut, dass sie ab einer gewissen Schneehöhe leicht aus den Gleisen gleiten könnten. Das ist im Oberland nicht besonders praktisch, aber die Triebwagen der BOB sind schließlich alle Prototypen. So wie die BOB als ganze, die vor 22 Jahren als erste Privatbahn in Bayern einen Verkehrsauftrag für ein vormals von der DB bedientes Streckennetz erhielt.

Seither plagt sich die BOB mit diesem Auftrag herum, denn ihre Triebwagen sind auch im Sommer nicht viel praktischer. Und wenn sie sich denn wirklich leichter zu längeren Zügen verkuppeln ließen, dann würde das auch nicht viel helfen, denn es gibt ja insgesamt nur die paar Prototypen, die alle sowieso schon durchs Oberland dieseln. Bald soll das alles besser werden, nur leider unter neuem Namen.

Am Montag haben allerlei Politiker und Eisenbahnfunktionäre die neuen, mit extragroßen Panoramascheiben versehenen und anderswo bereits bewährten Triebwagen präsentiert, die von Mitte Juni an Richtung Lenggries, Tegernsee und Bayrischzell rollen sollen. Zunächst sind es neun, dann 25 Züge, und im Dezember legt der Freistaat noch sechs drauf, um die Kapazitäten zu erhöhen. Wochentags könnte das die Pendler freuen und am Wochenende die Ausflügler. Was wohl wieder die Pendler ärgert, denn die Oberlandler scheinen ja in letzter Zeit wenig Freude an Ausflüglern zu haben.

Heißen soll das alles jedenfalls bald nicht mehr BOB, sondern vergleichsweise fröstelnd "BRB" für Bayerische Regiobahn, genau wie der bisherige Meridian nach Rosenheim und die zwei schwäbischen Dieselnetze der Firma. Apropos Diesel: Die neuen Züge wurden am Montag als Übergangslösung angepriesen, bis das Oberland dann spätestens 2030 endlich elektrifiziert sei, und beinahe hätte wohl noch jemand "Ehrenwort!" gerufen. Bald schon werde man die Bahntechnik verbessern, die zu größeren Teilen aus dem 19. Jahrhundert stammt. Der Name BOB bleibt dann der Berner Oberland-Bahn in der Schweiz vorbehalten. Die wurde 1890 eröffnet und 1914 elektrifiziert.

© SZ vom 26.05.2020/vewo

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