Umwelt und Natur:Bündnis fordert klimafreundlichere Landwirtschaft

Umwelt und Natur: Bayerns Bauern sollen weniger chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel auf ihren Feldern ausbringen, wünscht sich ein Agrarbündnis.

Bayerns Bauern sollen weniger chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel auf ihren Feldern ausbringen, wünscht sich ein Agrarbündnis.

(Foto: Armin Weigel/dpa)

Keine Gentechnik, weniger Pestizide, mehr ökologischer Anbau: Eine Gruppe aus Tier-, Umweltschutz- und Bauernverbänden skizziert den Umbau des Agrarsektors in Bayern.

Einen Umbau der bayerischen Landwirtschaft zu einer ökologischeren und tiergerechten Landwirtschaft fordert ein Bündnis aus rund 20 Bauern-, Imker-, Umwelt-, Tierschutzverbänden und Verbraucherorganisationen anlässlich der bayerischen Landtagswahl im Oktober. Auf 30 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen müsse der ökologische Landbau bis 2030 vorangebracht werden, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Verbände am Mittwoch.

Das Agrarbündnis Bayern fordert außerdem, einen gentechnikfreien Anbau, messbare Fortschritte beim Umbau der Tierhaltung und weniger chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft. Kostendeckende Erzeugerpreise sollten Betriebsaufgaben vermeiden, hieß es.

"Die auf bäuerlichen Betrieben beruhende bayerische Landwirtschaft hat gute Voraussetzungen für die Umsetzung einer solidarischen, ökologischen und klimafreundlichen Landbewirtschaftung", sagte der Vorsitzende des Bund Naturschutz (BN) in Bayern, Richard Mergner. Er forderte, dass sich Bayern für eine stabile Selbstversorgung von globalen Importen befreien müsse. Futtermittelimporte aus Südamerika würden zur Zerstörung des Regenwalds beitragen und zudem soziale Ungleichheit schaffen.

Auch Kathrin Schröder von Misereor Bayern wies darauf hin, "dass die Verantwortung der Staatsregierung nicht an den Landesgrenzen endet". Zum Schutz von Menschen und Umwelt weltweit müsse die Staatsregierung sich auf Bundes- und Landesebene für ein Exportverbot für Pestizide und Pestizidwirkstoffe einsetzen.

Isabella Hirsch, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (ABL) in Bayern, sagte, die Agrarpolitik müsse hin zu klein strukturierten Betrieben, deren Leistungen für Tier-, Umwelt-, Natur- und Klimaschutz honoriert würden. Hirsch forderte "das Ende der Flächenförderung mit der Gießkanne."

An die Verantwortung der Verbraucherinnen und Verbraucher appellierte der Nürnberger Jesuitenpater Jörg Alt von "Wir transformieren Bayern". Die Bürgerinnen und Bürger sollten ihr eigenes Verhalten beim Konsum hinterfragen. Nach wie vor werde ein Drittel aller produzierten Lebensmittel weggeworfen. Hier brauche es entschiedenere politische Rahmensetzungen, um das zu vermeiden.

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