Bär in Bayern:Umweltminister zu Bär: "Im Ernstfall kommen alle Maßnahmen in Betracht"

Bär in Bayern: Erstmals waren am Wochenende in den Bergen im Landkreis Miesbach im Schnee Spuren von des Bären entdeckt worden.

Erstmals waren am Wochenende in den Bergen im Landkreis Miesbach im Schnee Spuren von des Bären entdeckt worden.

(Foto: dpa)

Die Sicherheit der Menschen sei absolut vorrangig, sagte Thorsten Glauber, nachdem ein Bär in der Grenzregion zu Österreich drei Schafe gerissen hatte.

Nach dem Angriff eines Bären auf Schafe im oberbayerischen Landkreis Rosenheim hat Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber die Sicherheit der Menschen als absolut vorrangig bezeichnet - und im Zweifel einen Abschuss des Tieres für möglich -erklärt. "Im Ernstfall kommen alle Maßnahmen in Betracht", betonte der Freie-Wähler-Politiker.

"Bayern ist auf das Thema Bär vorbereitet. Die Sicherheit der Menschen steht immer im Mittelpunkt und hat uneingeschränkten Vorrang", sagte Glauber. Der Sachverhalt müsse jetzt fachlich genau aufgeklärt und die Lage vor Ort engmaschig beobachtet werden. Ein Sprecher des Umweltministeriums erklärte, Experten des zuständigen Landesamts für Umwelt seien bereits vor Ort und sammelten alle Erkenntnisse. "Weitergehende Maßnahmen sind durch die zuständigen Behörden fortlaufend zu prüfen." Die Bevölkerung werde über die weiteren Erkenntnisse auf dem Laufenden gehalten.

Ein Bär hat im Landkreis Rosenheim zwei Schafe gerissen und ein drittes verletzt, das daraufhin getötet werden musste. "Anhand der Erstdokumentation der äußeren Verletzungen der Tiere und vor Ort aufgefundener Trittsiegel kann dieser Vorfall einem Bären zugeordnet werden", teilte das Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg mit. Eine Sichtung des Tieres oder eine direkte Begegnung zwischen Mensch und Bär habe es nicht gegeben.

Die toten Schafe waren am Mittwoch auf einer Weide in der Grenzregion zu Österreich gefunden worden. Ein Experte begutachtete daraufhin die Situation und nahm genetische Proben, die nun ausgewertet werden. Der Bär verhält sich nach den bisherigen Erkenntnissen dem Menschen gegenüber scheu, wie das LfU mitteilte. Nutztierhalter im Grenzgebiet des Landkreises zu Österreich sollten allerdings derzeit ihre Tiere möglichst nachts einstallen und Herdenschutzmaßnahmen ergreifen. Die Behörden könnten dabei mit Zaunmaterial unterstützen, hieß es.

Zuletzt waren am vergangenen Wochenende Tatzen-Abdrücke in den Landkreisen Rosenheim und Miesbach entdeckt worden. Möglicherweise ist der Bär im März auch schon in Tirol unterwegs gewesen. Im Freistaat werden immer mal wieder Spuren von einzelnen durchwandernden Bären gesichtet, eine dauerhafte Ansiedlung wird nicht erwartet. In Erinnerung ist aber noch der sogenannte Problembär Bruno, der 2006 in Bayern erschossen wurde.

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