Atomdebatte:Söder warnt wegen Isar-2-Defekt vor Diskreditierung der Nuklearenergie

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Atomdebatte: Wasserdampf steigt aus dem Kühlturm des Atomkraftwerks Isar 2.

Wasserdampf steigt aus dem Kühlturm des Atomkraftwerks Isar 2.

(Foto: Jan Woitas/dpa)

In einem Interview sagt Bayerns Ministerpräsident zudem, dass das Grundproblem "das endlose Zögern" beim Thema Atomkraft sei und fordert erneut eine Verlängerung der Laufzeiten.

Die erneute Debatte über die Sicherheit und den allgemeinen Zustand des Kernkraftwerks Isar 2 ist nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder falsch. "Also wenn jetzt wieder versucht wird, über eine routinemäßige Wartung die Kernenergie erneut zu diskreditieren, das klappt nicht", sagte der bayerische Ministerpräsident am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Es müsse jetzt eine Entscheidung zur Verlängerung der Laufzeiten getroffen werden.

Söder attackierte in dem Zusammenhang erneut Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und die Bundesregierung: Das Grundproblem sei das endlose Zögern, Zaudern und Hin und Her beim Thema Kernenergie. "Es braucht jetzt 'ne klare Aussage und die kann nur lauten in dieser Zeit: Weiterlaufen lassen", sagte Söder.

Am Montag war bekannt geworden, dass der 1988 erbaute Atommeiler in Essenbach bei Landshut für einen Betrieb über den 31. Dezember hinaus spätestens im Oktober repariert werden muss. Grund ist eine interne Leckage an einem Druckventil im Kühlkreislauf. Dafür müsste der Reaktor rund eine Woche stillgelegt werden und könnte nach der Reparatur nur noch einmal hochgefahren werden.

Atomkraftkritiker hatten daraufhin die sofortige Stilllegung gefordert. Der Bund kündigte an, aufgrund der neuen Sachlage erneut prüfen zu wollen, ob der Plan, Isar 2 und den Reaktor Neckarwestheim von Januar bis April als Notreserve einzusetzen, so beibehalten werden kann. Die Union hält den Reservebetrieb für nicht ausreichend und fordert eine Laufzeitverlängerung für mehrere Jahre samt Einsatz neuer Brennstäbe.

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