bedeckt München
vgwortpixel

TÜV im Ausland:Tausende TÜV-Prüfer arbeiten im Ausland

Danach wird die Herstellung zunehmend von chinesischen Betrieben in Eigenproduktion übernommen. Die Verhandlung über die Eigenquote sind hart. Denn der kommunistischen Partei geht es um die Schaffung von Arbeitsplätzen im Land. Dabei werden internationale Patente in Peking inzwischen stärker beachtet und auf ordentlichem Weg Lizenzgebühren gezahlt.

TÜV-Untersuchungen

Die skurrilsten Ausreden

Die ausländischen Lizenzgeber übernehmen allerdings auch keine Gewähr mehr für die korrekte Umsetzung der jeweiligen Fahrzeugkonstruktion, sondern nur noch für die überlassenen Blaupausen. Was die anschließende Funktionstüchtigkeit betrifft, müssen wiederum andere Instrumentarien greifen.

Ehemalige Staatsbetriebe wie die chinesischen Changchun Railway Vehicles, die 10.000 Menschen beschäftigen und unter anderem mit in Deutschland eingekauftem Design schon mehr als 4000 U- und S-Bahnen nach Nordkorea, in den Irak, Iran, nach Pakistan und Sri Lanka verkauft haben, verweisen auf ihre ISO-9001-Qualität. Zum Zertifikat mit der Nummer 01 100 106127 kommen Mess- und Inspektionssysteme nach ISO 1002-1, ein Umweltmanagement nach ISO 14001, die Deutsche Industrienorm DIN 6700 und SAP-Programme hinzu.

Die Prüfer des TÜV kontrollieren im Auftrag der betreffenden Betriebe die Einhaltung der Normen. Auch die Produktionsüberwachung wird angeboten. Holger Hütz, weltweit für den TÜV Rheinland in Sachen Fahrzeugtechnik unterwegs, legt Wert darauf, dass das keine Spaßveranstaltungen sind: "Wir gehen unangemeldet ins Werk, um einzelne Produkte herauszupicken, den ordnungsgemäßen Zustand und einwandfreien Arbeitsablauf zu kontrollieren".

Allein der TÜV Rheinland zählt weltweit 14.500 Beschäftigte, von denen nur noch 6800 in Deutschland arbeiten - aber mehr als 2000 jeweils in China und Brasilien. Ähnlich sieht es bei der Dekra aus.

"Das mit der Eigenproduktion ist nicht so einfach", sagt ein Sprecher des kanadischen Schienenfahrzeugherstellers Bombardier, der mit dem Eisenbahnwerk in Changchun ein Joint Venture betreibt, "aber wir sitzen alle im selben Boot und suchen deshalb gemeinsam nach Lösungen".

In einigen wenigen Bereichen sind die Chinesen inzwischen Schrittmacher geworden. Da in Shanghai keine Benzin-Roller erlaubt sind, dürfen nur noch Elektroroller verkauft werden, deren Stückzahlen in die Höhe geschnellt sind. Dadurch wurden auch die Lithium-Ionen-Akkus billiger, die nun auch vermehrt nach Europa geliefert werden.

Sicherheit im Flugzeug

Auf der Suche nach dem Limit