Toyota Mirai im Fahrbericht Gebrauchsfähiges Alltagsauto

Hinweis der Redaktion

Ein Teil der im "Mobilen Leben" vorgestellten Produkte wurde der Redaktion von den Herstellern zu Testzwecken zur Verfügung gestellt und/oder auf Reisen präsentiert, zu denen Journalisten eingeladen wurden.

Der Mirai ist zudem nur für vier Personen zugelassen, ein Tribut an die Technik. Unter den Vordersitzen stecken die Brennstoffzellen-Stacks, bei einer Leistung von 154 PS mittlerweile auf die Größe eines Handgepäckkoffers geschrumpft. Die beiden Tanks mit einem Fassungsvermögen von fünf Kilogramm komprimiertem Wasserstoff (Druck: 700 bar) stecken unter der Rücksitzbank und über der Hinterachse und ermöglichen eine Reichweite von rund 550 Kilometer. Damit taugt die Öko-Limousine zum gebrauchsfähigen Alltagsauto und zieht in dieser Disziplin gnadenlos am Batterie-Pendant vorbei. Der Mirai muss auch nicht für acht Stunden an die Steckdose, sondern lässt sich in wenigen Minuten auftanken.

Nicht wenige Experten sehen daher die Kombination aus Brennstoffzelle und E-Fahrzeug als den Königsweg der alternativen Antriebe, vorausgesetzt der Wasserstoff wird regenerativ (Wind, Solar) hergestellt. "Wir sind überzeugt, dass der Brennstoffzelle die Zukunft gehört", sagt jedenfalls Yoshikazu Tanaka, und hofft, dass möglichst bald möglichst viele Autohersteller den Wasserstoffweg gehen.

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Ruhe und Geschmeidigkeit sind bemerkenswert

Fahrdynamisch bewegt sich der Mirai so leise und sportlich wie andere Elektrofahrzeuge auch, denn die eigentliche Stärke des Elektromotors ist sein hohes Drehmoment. In diesem Fall sind es 335 Newtonmeter, etwa so viel wie auch ein Zweiliter-Dieselmotor entwickelt, der dafür allerdings Drehzahl braucht und entsprechend Schadstoffe in die Luft bläst. Der Mirai überträgt die volle Kraft aus dem Stand heraus an die Vorderräder. Bemerkenswert sind die Ruhe und die Geschmeidigkeit, mit der das Auto über die Straße surrt. Diese Gelassenheit überträgt sich schon nach kurzer Fahrt auf den Fahrer. Nur keine Hektik, Entspannung ist im Mirai das Gebot der Stunde und wer's lieber sportlich mag, sollte sich besser anderweitig umsehen.

Wie an einem riesigen unsichtbaren Gummiband gezogen beschleunigt die Limousine gleichförmig und nachdrücklich. Erst jetzt ist zu hören, dass unter der Karosserie eine andere Technik steckt als in einem rein batteriegetriebenen Elektroauto. Weil die Brennstoffzelle viel Sauerstoff benötigt, sobald mehr Leistung abgerufen wird, sorgt ein kleiner Kompressor für einen erhöhten Luftdurchsatz.

Im Cockpit des Mirai dominieren moderne Displays, nüchtern, übersichtlich und funktional. Fast alles lässt sich wie auf einem Tablet-Computer bedienen. Wandert zum Beispiel der Finger entlang des Klimasymbols nach unten oder oben, regelt dies die Temperatur - natürlich für Fahrer und Beifahrer getrennt. Vor dem Lenkrad selbst besitzt der Mirai keine Instrumente. Die Designer platzierten sie stattdessen mittig auf der oberen Armaturentafel. Auch dort lassen sich Anzeigen wie Geschwindigkeit oder der Energiefluss gut ablesen - selbst für den Beifahrer. Ebenfalls als sehr angenehm erweisen sich Sitzkomfort und Raumgefühl. Auch im Fond geht es kommod zu. Erwachsene sitzen bequem. Zu mäkeln gibt es allenfalls etwas am recht kleinen Kofferraum: 361 Liter, das sind weniger als im Golf.

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