Größerer Mindestabstand beim Überholen durch Kfz und Überholverbot an Engstellen

Darum geht es: Immer wieder überholen Autofahrer zu knapp und gefährden so Radler. Ein Grund dafür ist die schwammige rechtliche Lage. In der Straßenverkehrsordnung (StVO) steht nur, der Abstand müsse "ausreichend" sein. Gerichtsurteile haben diesen in der Vergangenheit auf 1,5 bis zwei Meter definiert. Das will der Verkehrsminister jetzt in die StVO aufnehmen. An besonders gefährlichen Stellen soll das Überholen zudem verboten werden.

Das sagen die Experten: Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) begrüßt das. "Untersuchungen in Berlin zeigten, dass viele Pkw-Fahrer einen solchen Mindestabstand missachten: Bei 56 Prozent der aufgezeichneten Überholvorgänge wurde der Mindestsicherheitsabstand von 1,50 Meter unterschritten."

Geht die Maßnahme weit genug? Mobilitätsexperte Andreas Knie ist weniger gnädig. "Das ist wie immer eine Ad-hoc-Maßnahme des Ministers, wo er gute Ideen mit ein paar weniger guten zusammenmischt und das eigentliche Ziel aus den Augen verliert." Heißt: Damit Autos weit genug ausscheren können zum Überholen, brauchen sie Platz. In den überfüllten Städten ist das kaum möglich. Knies Forderung: "Wir brauchen eine Fahrspur nur für Radfahrer, Pedelecs und E-Scooter."

Bild: Robert Haas 1. Juli 2019, 04:502019-07-01 04:50:39 © SZ.de/cku