Mercedes GLS im Fahrbericht Fast so souverän wie die S-Klasse

Auf den zweiten Blick: Der Mercedes GLS hat sich nur in Details verändert.

Mercedes hat das riesige SUV modernisiert. Es bietet viel Platz und noch mehr Komfort - und zeigt an der Tankstelle großen Durst.

Test von Michael Specht

Man kann Mercedes nicht gerade fehlendes Engagement in Sachen SUV vorwerfen. Sechs Baureihen umfasst das Portfolio mittlerweile, mit insgesamt 37 Modellvarianten. Als vorerst letzte ist jetzt der GLS an der Reihe. Dessen Markteinführung steht für März an. Ganz neu ist er freilich nicht. Er erhielt lediglich eine Modellpflege, im Fachjargon "Facelift" genannt. Außer an der Haube wurde kein Blech geändert, dafür aber die komplette Front mit steiler stehendem Grill und neuen Scheinwerfern. Innen verabschiedeten sich die Designer vom integrierten Zentraldisplay und setzten eine frei stehende Lösung um, ähnlich wie bei der C-Klasse.

Mit 5,13 Meter ist der GLS das größte SUV von Mercedes und weltweit der Bestseller in seinem Segment. Selbst in den USA, wo er gegen so dicke Koffer wie Cadillac Escalade, Lincoln Navigator oder Chevrolet Suburban antreten muss, fährt er auf Rang eins, gut die Hälfte der Produktion von jährlich rund 50 000 Einheiten wird dort verkauft.

Daran mag das Platzangebot einen nicht geringen Anteil haben. Mercedes betont, mit dem GLS das einzige "vollwertige siebensitzige" SUV anzubieten. Außerdem passen in der fünfsitzigen Konfiguration 680 Liter in den Kofferraum. Liegt alles flach, steigt das Volumen gar auf 2300 Liter. Die Ladelänge beträgt 2,12 Meter. 815 Kilogramm dürfen maximal in den GLS gepackt und 3,5 Tonnen mit ihm gezogen werden.

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Ein Reisefahrzeug, das der S-Klasse nicht viel nachsteht

Das verlang natürlich nach einem entsprechend starken Antrieb. Was darf es sein: effizienter V6-Diesel oder cooler V8-Benziner? Letzterer, jetzt um 20 auf 455 PS erstarkt, ist natürlich in Sound und Souveränität unschlagbar, erfordert jedoch an der Tankstelle Nehmerqualitäten. Schließlich wiegt der GLS gut 2,5 Tonnen und lässt sich nicht mit sieben Liter abspeisen. Die doppelte Spritmenge kommt der Realität wohl näher. Weiteren Treibstoffzuschlag verlangt die AMG-Variante GLS63 mit 585 PS unter der Haube. Es wundert nicht, dass diese Version in den USA die meisten Freunde findet. China bevorzugt übrigens den GLS 400 mit Sechszylinder-Benziner und 333 PS. Zu einem Plug-in-Hybrid konnte sich Mercedes noch nicht durchringen. Er wird erst mit der nächsten Generation kommen.

In Europa bleibt klar der GLS 350 d der Favorit. Sein Dreiliterdiesel mit 258 PS, verbunden mit der neuen Neungangautomatik ist eine schier unschlagbare Kombination. Einen Anteil an der Geschmeidigkeit dürfte auch das erweiterte Dynamic Select Programm mit sechs Fahrmodi haben. In der Komfortstellung wird der GLS so zu einem idealen Reisefahrzeug, das der S-Klasse nicht viel nachsteht - nur wesentlich günstiger ist. Die Preise beginnen mit 74 792 Euro.

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