Ex-US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wirbt in den USA für seine Autobiographie. In Interviews zeigt er keine Spur von Selbstkritik. Schuld an Fehlern hatten immer andere.
Von
Inga Rahmsdorf
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Joschka Fischer giftet Donald Rumsfeld an, 35.000 Menschen protestieren auf den Straßen und Angela Merkel geht zu Käfer: Bedeutende und kuriose Momente vergangener Sicherheitskonferenzen in Bildern.
Das Repräsentantenhaus fordert, dass die folternden Militärs umgehend bestraft werden. Verteidigungsminister Rumsfeld muss heute vor dem Senatsausschuss erklären, warum er die Übergriffe auf irakische Gefangenen nicht früher öffentlich gemacht hat.
Die Bundesanwaltschaft wird nicht gegen den ehemaligen US-Verteidigungsminister wegen angeblicher Kriegsverbrechen ermitteln. Die Begründung fällt vielschichtig aus.
Der amerikanische Verteidigungsminister hat sich entschieden gegen eine Schließung des Lagers im kubanischen Guantanamo Bay ausgesprochen. Rumsfeld räumte zudem Probleme im Irak ein und unterstellte Syrien und Iran, in die Aufstände indirekt verstrickt zu sein.
Der amerikanische Verteidigungsminister ist zu einer unangekündigten Visite in Bagdad eingetroffen. Offenbar will er mit der neuen irakischen Führung über Vetternwirtschaft und Korruption sprechen. Sorge bereitet ihm auch ein möglicher Umbau der Sicherheitskräfte.
Der US-Verteidigungsminister überrascht gleich zweifach: Zum einen hat er heute unangekündigt verletzte Soldaten im Irak besucht. Wenige Stunden zuvor ließ er zudem erklären, nun doch an der Münchner Tagung teilnehmen zu wollen. Erst gestern hatte die Bundesanwaltschaft erklärt, nicht gegen Rumsfeld ermitteln zu wollen.
Einen sofortigen Rücktritt fordert der prominente Republikaner Trent Lott zwar nicht. Doch "im nächsten Jahr oder so" möchte er einen anderen Mann auf dem Posten des Verteidigungsministers sehen.
Die Organisation will den US-Verteidigungsminister wegen Kriegsverbrechen, Verstößen gegen das Völkerrecht und die UN-Folterkonvention verklagen. Die Grundlage: das deutsche Völkerstrafgesetzbuch.
"Wollen Sie mich anbrüllen?" Ex-Pentagon-Chef Donald Rumsfeld gerät mit einem Journalisten des arabischen TV-Senders al-Dschasira aneinander. Dass der Interviewer bei einer Frage nach den zivilen Opfern des Irakkrieges nicht locker lässt, macht Rumsfeld fassungslos - und wütend.
Von
Michael König
Die Guantanamo-Papiere zeigen, wie sich eine unkontrollierte US-Exekutive eine Gefahr konstruiert und ihre eigene Wahrheit schafft. Die Paranoia der Bush-Regierung führte zu teils grotesken Verhören.
Von
Nicolas Richter
Donald Rumsfeld bedauert seine abfällige Bemerkung über das "alte Europa". Er räumt zwar Fehler im Detail und Stil ein. Fundamentale Irrtümer kann er jedoch nicht ausmachen. Unerschüttlich ist sein Glaube, dass die US-Invasion im Irak den Nahen Osten sicher gemacht habe.
Von
Christian Wernicke
Fehler machen immer nur die anderen: Bei einem Kongress junger Republikaner lässt sich Donald Rumsfeld feiern. Der Irak-Krieg war richtig, in Abu Ghraib gab es keine Folter, sondern nur schlecht ausgebildete Soldaten - und Bush senior war ein Weichei.
Von
Reymer Klüver
Donald Rumsfeld veröffentlicht seine Memoiren. Den Irakkrieg bereut er nicht, manch einen seiner Sprüche dagegen wohl. Eine Auswahl erstaunlicher Zitate - zwischen Unsinn und Zynismus.