Deutschland gegen Italien im SZ-Liveticker "In der Kabine fließen jetzt Tränen"

Balotelli, Cassano und Pirlo - diese Namen werden den deutschen Fußballern noch Albträume verursachen. Der deutsche Bundestrainer berichtet von den Emotionen seiner Spieler, Oliver Bierhoff hingegen sitzt in einem "tiefen Loch". Und in Rom wird frenetisch gehupt. Der SZ-Liveticker zum Nachlesen.

Von Jonas Beckenkamp und Jürgen Schmieder

WM-Halbfinale 1970, WM-Finale 1982, WM-Halbfinale 2006: Die Aufeinandertreffen der deutschen Elf mit Italien waren meist alles andere als positiv. Daran ändert sich auch bei der EM in Polen und der Ukraine nichts. Trotz engagierter Leistung verliert Deutschland 1:2 gegen die Squadra Azzurra. Besonders Stürmer Mario Balotelli bekommt die deutsche Abwehr nie in den Griff. Unsere Autoren litten live mit - hier der Ticker zum Nachlesen.

23:23 Uhr Bis Sonntag!

Der SZ.de-Liveticker verabschiedet sich nun nach vier Stunden Berichterstattung. Den Bericht des Kollegen aus dem Stadion gibt es hier.

Natürlich geht die Europameisterschaft weiter, es folgt eine ausführliche Aufarbeitung des deutschen Scheiterns und dann natürlich ein Ausblick auf das Finale zwischen Spanien und Italien am Sonntag. Dann gibt es auch wieder einen Liveticker.

Bis dahin: Bleiben Sie uns gewogen.

23:18 Uhr Wie geht es weiter?

Nun darf diskutiert werden: Wie geht es weiter mit der deutschen Elf?

Man sollte nicht allzu viel spekulieren, sondern sich an die höggschd offiziellen Fakten halten. Und die lauten:

FREITAG, 29. Juni:

9.00 Uhr individuelles Frühstück. Gegen Mittag Rückflug von Warschau nach Frankfurt/Main.

23:15 Uhr Bierhoff ist enttäuscht

Oliver Bierhoff spricht von "purer Enttäuschung" und einem "tiefen Loch" und davon, dass es "leider nicht gereicht" habe. Er sagt, dass in der Kabine jeder Spieler "mit sich beschäftigt" sei und schimpft auch über den Rasen.

23:12 Uhr Montolivo freut sich

Riccardo Montolivo verwendet Worte wie "überglücklich", "wahnsinnig glücklich" und "total glücklich". Der Mann kann nicht nur deutsch, sondern kennt auch jede Steigerung von "glücklich":

23:08 Uhr Toni Kroos: "Wir waren nicht die schlechtere Mannschaft"

Nun steht Toni Kroos am Mikrofon: "Wenn man die Entstehung der beiden Gegentore sieht, dann erkennt man, dass sie beide vermeidbar waren. Es ist wichtig, dass man keine Gegentore gegen Italien bekommt. Wir waren nicht die schlechtere Mannschaft, wir hatten unsere Möglichkeiten, wir haben guten Fußball gespielt - aber es hat nicht ganz gereicht."

23:06 Uhr Prandelli: "Wir können gut spielen"

(Foto: Getty Images)

Nun spricht Cesare Prandelli: "Wir haben als Mannschaft gespielt, als Gemeinschaft - deshalb haben wir gewonnen. Wir haben gezeigt, dass wir gut spielen können, dass wir offensiv spielen können. Ich glaube, dass wir im Finale gewinnen können."

Über Balotelli: "Seine Karriere wird sich nicht verändern - sie ist gerade erst losgegangen."

Natürlich wird der Trainer der Italiener nun erst einmal wieder eine Pilgerreise unternehmen. Intensiven SZ-Recherchen zufolge gibt es in Kiew auch eine nette Kirche.

22:56 Uhr Löw spricht

Löw am Mikrofon: "Ich wollte die Zentrale mit Toni Kroos stärken, weil die Achse der Italiener sehr stark ist. Die Tore sind entstanden durch Fehler, wo wir nicht präsent waren. Nach dem Rückstand waren wir ein wenig fahrig und nicht mehr gut organisiert. Trotz allem hat die Mannschaft ein großes Herz gezeigt, aber wenn Italien 2:0 führt, dann machen sie hinten die Räume zu."

Zur Situation in der Kabine: "Dort fließen jetzt Tränen, niemand spricht ein Wort. Das ist doch klar, dass die jetzt enttäuscht sind."

Und weiter: "Man sollte jetzt nicht den Fehler machen und alles hinterfragen. Die Mannschaft hat ein gutes Turnier gespielt, sie hat vier Mal gewonnen. Die Mannschaft hat unglaubliche Qualität, sie hat alles, um auch mal ganz oben zu stehen. Sie wird aus diesen Fehlern lernen."

22:55 Uhr In Rom wird gefeiert

Kurze Schaltung nach Rom: "Man freut sich - das merkt man vor allem am frenetischen Hupen! Aus den Autos wehen die Nationalfahnen."

Da fragt man sich doch: Wird in Rom nicht ohnehin permanent gehupt?

22:49 Uhr Diskussionen um Löw?

(Foto: dapd)

Es wird nun natürlich auch eine Diskussion um Bundestrainer Joachim Löw geben. Freilich ist er ein Fachmann, ein Tüftler, ein Mann für den schönen Fußball. Nur: Ist Löw auch einer, mit dem man Titel gewinnen kann? Derzeit droht, dass dieser höchst talentierte Kader unvollendet bleibt - dass es eine so genannte goldene Generation ist, die keinen Titel holt.

Philipp Lahm sagt: "Wir machen dumme Fehler und bekommen so unsere Gegentore. Wenn ich meine Gelegenheit kurz nach der Halbzeit mache, haben wir vielleicht noch eine Chance. Wenn man gegen Italien in Rückstand gerät, dann wird es natürlich schwierig."

22:43 Uhr Diskussionen um die Startelf

Natürlich beginnt nun unter den 80 Millionen Fußball-Experten in Deutschland die Diskussion darüber, ob Joachim Löw die richtige Startelf gewählt hat. Gomez bleibt unsichtbar, Podolski war noch unsichtbarer - und Kroos konnte die Kunst von Andrea Pirlo nicht wirklich zerstören. Er ging mit der deutschen Elf einfach mit unter. Löw hat sich am Gegner orientiert - und das hat nicht funktioniert.

Auf der Ersatzbank debattieren Mats Hummels und Holger Badstuber. Der Münchner Verteidiger gestikuliert wild - ob er noch einmal seinen grotesken Fehler vor dem 0:1 nachstellt? Oliver Bierhoff tröstet derweil den verzweifelten Thomas Müller, der bei dieser EM an keinem Tor beteiligt war und nun dasitzt wie ein Kind, dem man gesagt hat, dass es keine Süßigkeiten mehr bekommt.

22:39 Uhr Deutschland ist ausgeschieden

Das Spiel ist vorbei! Die Italiener feiern, sie trösten aber sogleich die deutschen Spieler. Die spenden sich gegenseitig Trost.

Was bleibt festzuhalten? Es hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen, sondern die cleverere Elf. Die DFB-Elf war ein Mal unkonzentriert und hat sich dann vom eigentlich bekannten Spielzeug der Italiener übertölpeln lassen. Das führte zur ersten Pflichtspielniederlage seit dem WM-Halbfinale 2010.

Respekt vor der Leistung der deutschen Elf, Respekt aber auch vor der italienischen Mannschaft.

22:37 Uhr Neuer im Strafraum

Nachspielzeit: Neuer als Libero! Er schlägt den Ball nach vorne, hechtet an der Mittellinie nach Bällen. Doch es hilft nichts!

Bekommen die Deutschen noch eine Chance? Italien zittert jetzt.

Noch ein Mal den Ball nach vorne pölzen. Neuer im Strafraum!

22:35 Uhr Eine neue Hoffnung

Nachspielzeit: Elfmeter für Deutschland! Ja! Hand von Balzaretti im Zweikampf mit Klose.

Es schießt: Özil! Anlauf! Tor! Rechts oben!

Wir müssen Stars Wars zitieren, die vierte Episode heißt: "Eine neue Hoffnung"!

Alles nach vorne nun!

22:31 Uhr Vier Minuten Nachspielzeit

89. Minute: Noch ein paar Minuten! Jetzt hilft nur ein "Lucky Punch" - nein, es braucht zwei "Lucky Punches". Aber die scheinen so wahrscheinlich wie ein Verzicht von Buffon auf Sportwetten.

Da wäre fast der erste Lucky Punch gewesen: Klose legt zurück auf Hummels, der scheitert aus vier Metern an Buffon. Kurz darauf verzieht Özil knapp. Es sieht wirklich nicht gut aus.

Vier Minuten Nachspielzeit.

22:27 Uhr Schuss, geblockt

85. Minute: Noch einmal: Die Leistung der deutschen Elf ist wahrlich beachtlich (bis auf die Flanken und zwei groteske Abwehrfehler). Aber die Italiener agieren ausgebufft und abgezockt.

Die Deutschen probieren es noch einmal: Reus im Strafraum, Schuss, geblockt. Wieder kein Tor! Schoss von Kroos - drüber! Flanke Khedira - abgefangen!

22:24 Uhr Aus Nervosität wird Panik

Joachim Löw.

Joachim Löw.

(Foto: dapd)

83. Minute: Es droht die dritte Niederlage im vierten Halbfinale seit sechs Jahren. Wieder könnte eine Mannschaft von Joachim Löw an der großen Prüfung scheitern. Zwei Mal an Italien (2006, 2012?), ein Mal an Spanien (2010) - und natürlich kommt noch das Finale 2008 hinzu. Löw steht an der Seitenlinie, die Hände in die Hüften gestützt. Er wirkt angeschlagen.

Die Italiener spielen die Partie souverän und gelassen herunter und sind - das muss man ehrlich sagen - dem 3:0 näher als die deutsche Mannschaft dem Anschlusstreffer. Di Natale läuft allein auf Neuer zu, schießt den Ball aber ans Außennetz. Dann trifft Balzaretti das Tor, doch er steht im Abseits.

22:18 Uhr Ecke - nichts

76. Minute: Und nun? Flanken, Flanken, Flanken - und an den Klose denken! Der wirft sich beherzt in alles, was da so geflogen kommt. Das ist bisweilen auch mal ein Italiener. Aber Buffon fängt alles, was da so geflogen kommt. Das ist bisweilen auch mal ein Ball.

Auf der Gegenseite hat Marchisio die Chance zum 3:0, doch er verzieht knapp aus zehn Metern.

Wieder rüber in den italienischen Strafraum. Ecke. Sie dürfen ein Mal raten, was daraus wurde. Richtig: nichts.

22:14 Uhr Löw bringt Müller

71. Minute: Nun setzt Löw auf Risiko, was soll er auch sonst tun? Thomas Müller kommt für Boateng und orientiert sich sogleich nach vorne - wohin auch sonst.

Die DFB-Elf rennt nach vorne, aber strukturiert wirkt das nicht. Es ist halt auch ein wenig Verzweiflung dabei. Die Italiener spielen Querpässe, verzögern das Spiel und hoffen, über die Zeit zu kommen. Auch das ist durchaus legitim.

Derweil verstolpert Manuel Neuer einen einfachen Rückpass. Ist das auch Nervosität? Natürlich!

Noch eine Nachricht aus Rom: "Dass Müller erst jetzt spielt, 'der Stärkste von allen', kann ein römischer Zuschauer nicht glauben."

22:11 Uhr Wadenkrampf bei Balotelli

67. Minute: Wieder Nachrichten aus Rom: "Es ist erstaunlich ruhig - die Tifosi vertrauen wohl sehr auf den Sieg."

Die deutsche Elf rennt weiter an, muss aber die gefährlichen Konter fürchten. Und vor allem muss sie fürchten: das Zeitspiel der besten Zeitspiel-Elf der Welt. Balotelli präsentiert schon mal den formschönen Wadenkrampf. Wird aber sogleich ausgewechselt. Es kommt: Antonio Di Natale, begnadeter Konterstürmer. Er kann aber auch Wadenkrampf.

22:09 Uhr Tristes Fakt

65. Minute: Ohne jemanden beunruhigen zu wollen: Es ist schon eine Weile her, dass eine deutsche Elf gegen Italien drei Tore erzielt und auch gewonnen hat: Es war am 26.11.1939 in Berlin: 5:2. Torschützen: drei Mal Binder, Lehner und Conen.

22:03 Uhr Löw verzweifelt auf der Bank

60. Minute: Was dem deutschen Spiel jetzt gut tun würde, wäre ein Tor. Gelegenheit dazu gibt es: Freistoß aus 20 Metern, weil Bonicci Kroos umgesäbelt hat.

Reus schießt - Latte! Buffon lenkt das Leder ans Gebälk! Löw verzweifelt auf der Bank. Was kann er noch tun? Buffon ein Angebot machen, das der nicht ablehnen kann?

Es geht weiter: Flanke, abgewehrt. Befreiungsschlag Italien!

22:00 Uhr Da geht wirklich noch was!

55. Minute: Immer wieder Özil! Er dribbelt in den Sechzehner bis zur Grundlinie und legt zurück auf Khedira - doch der kann sich nicht durchsetzen. Wenig später tankt sich der Sturm-Dinosaurier Klose nach Zuspiel von Reus in den Strafraum, wird dort aber von Bonucci abgegrätscht.

Prandelli reagiert: Er nimmt Cassano vom Feld. Schonung fürs Finale? Nein, er bringt Diamanti, um auf die Hereinnahme von Reus zu reagieren.

21:54 Uhr Da geht noch was!

Buffon klärt.

Buffon klärt.

(Foto: REUTERS)

51. Minute: Entdeckung der Minute: Bastian Schweinsteiger. Soeben wird klar, dass er auch mitspielt - das war zuvor nur jenen bekannt, die die Aufstellung auswendig gelernt hatten. Die DFB-Elf versucht es weiterhin unermüdlich, sie gibt nicht auf. Noch eine DFB-Aufholjagd: WM-Finale 1954 in Bern! 0:2 gegen Ungarn. Dann kamen Morlock und Rahn.

Muss man jetzt schon eine Diskussion über die Startelf führen? Nein, das wäre ebenso zu früh wie jetzt schon traurig zu sein. Das Spiel der Deutschen zeigt: Da geht noch was!

21:51 Uhr Reus dribbelt, Lahm verzieht

48. Minute: Reus führt sich ein mit einem sehenswerten Dribbling im italienischen Strafraum, allerdings ist der Schuss nicht wirklich sehenswert. Buffon kann noch ein paar Wetten platzieren, ehe er den Ball locker aufnimmt.

Fakt zu Buffon: Er hat einem Tabakhändler in Parma fast 1,6 Millionen Euro überwiesen. "Mit meinem Geld kann ich machen, was ich will", sagt der Juve-Schlussmann dazu. Er ist halt auch ein Schlawiner.

In der Zwischenzeit eine gute Chance für Deutschland: Nach einem feinen Doppelpass zwischen Lahm und Reus kommt Lahm aus 14 Metern zum Schuss - doch er verzieht knapp.

21:49 Uhr Reus und Klose für Gomez und Podolski

Anpfiff zweite Halbzeit: Der Maulwurf war bestens informiert - nun ist es höggschd offiziell: Marco Reus und Miro Klose kommen für Mario Gomez und Lukas Podolski. Kroos rückt auf die linke Seite, Reus kommt über rechts. Vorne muss sich Kose gegen die italienischen Verteidiger beweisen. Das kann er durchaus: In 27 Spielen in der Serie hat er 13 Tore erzielt.

21:44 Uhr Gleicht geht es weiter

Immer noch Halbzeit: Jetzt wird sich zeigen, ob die deutsche Elf eine große Mannschaft ist. Sie muss dafür einen Rückstand aufholen.

Das haben schon kleinere DFB-Teams geschafft: Im WM-Endspiel 1986 gegen Argentinien und bei der WM 1998 in der Vorrunde gegen Jugoslawien. Allerdings: Beide Spiele wurden nicht gewonnen. Waren ja auch keine großen Mannschaften.

Die DFB-Akteure behaupteten in den vergangenen Wochen stets, weiter zu sein als noch 2010 und viel weiter zu sein als 2008. Nun kann die Mannschaft beweisen, dass dem wirklich so ist. Diese 45 Minuten werden für Löws Männer zur Reifeprüfung.

Blick auf die Bank: Miro Klose und Marco Reus wärmen sich intensiv auf. Löw hat ihnen zuvor wissend zugezwinkert. Aber wer soll raus? Man maulwurft: Es könnte den schwachen Podolski treffen.

21:33 Uhr Tränen bei den deutschen Fans

Halbzeit: Blick auf die Tribüne: Einige deutsche Fans weinen. Aber so weit ist es doch noch nicht, Ihr Lieben! Noch sind 45 Minuten zu spielen - und es ist an der Zeit, einen österreichischen Reporter zu zitieren. Der sagte einmal, als eine deutsche Elf zur Pause zurücklag und noch gewann: "Da ham' die Deutschen die Ärmel hochgekrempelt - und wenn sie das tun, dann nicht, weil es besser aussieht."

Oder ein Zitat von Han Solo aus Krieg der Sterne: "Es ist Zeit für ein klein wenig Optimismus."

Und noch ein Trick als Möglichkeit: Balotelli noch einmal dazu bringen, dass er noch eine Gelbe Karte sieht. Wegen seines shirtlosen Jubels nach dem 2:0 wurde er bereits verwarnt.

21:29 Uhr Trubel in Rom

44. Minute: Bericht aus Rom: "Jubel, Trubel - und Balotelli ist der Held. Kein Wunder, dass ihn seine Landsleute la bestia nennen."

So, was kann Joachim Löw in der Halbzeit tun? Reus und Schürrle bringen - für Kroos und Podolski? Oder gleich den Dreifach-Wechsel Reus/Müller/Klose für Gomez/Podolski/Kroos? Oder eine Löwsche Überraschungs-Rochade? Wer sitzt denn da noch? Lars Bender, Benedikt Höwedes. Mario Götze, Ilkay Gündogan. Die ersten Varianten sind wohl wahrscheinlicher - aber wer weiß das schon?

Kurz vor der Pause noch eine Ecke für Deutschland: Sie bringt genauso viel ein wie die 100 Ecken zuvor, nämlich nichts.

21:23 Uhr Tor für Italien

(Foto: AFP)

36. Minute: Tor für Italien!

Gibt es das? Diese Szene hat man bei dieser EM mindestens acht Mal gesehen. Mario Balotelli sprintet nach vorne, aus dem italienischen Mittelfeld kommt ein 50-Meter-Pass. Und was passiert nun? Genau dieser Spielzug! Daniele De Rossi schlägt den Ball weit nach vorne, Lahm steht schlecht. Badstuber steht ganz schlecht. Balotelli nimmt den Ball an und wuchtet ihn mit augengeschätzten 200 Stundenkilometern ins rechte obere Eck.

Ganz ehrlich? Hat den deutschen Spielern keiner von diesem Spielzug erzählt? Das war schon extrem einfach, wie die Italiener den zweiten Treffer erzielen durften. Und Philipp Lahm wird wohl nie so alt, wie er bei dem Pass ausgesehen hat.

21:20 Uhr Chance für Deutschland - Chance für Italien

34. Minute: Fast der Ausgleich! Wieder flitzt Özil durch die Mitte, er bedient den heraneilenden Boateng. Der flankt schön an den Elfmeterpunkt. Podolski kommt einen halben Schritt zu spät. Auf der Gegenseite taucht Montolivo frei im Strafraum auf. Er versucht, Badstuber zu narren - doch der Münchner bleibt diesmal Sieger.

Sofort wieder auf die andere Seite: Khediras Volleyschuss kann Buffon zur Ecke klären. Die Ecke? Nicht erwähnenswert. Nicht die Stärke der Deutschen.

21:18 Uhr Özil mit feinem Fuß

31. Minute: Mesut Özil nimmt das Spiel der deutschen Elf nun in seine feinen Füße. Die Angriffe laufen meist so: Khedira tankt sich durchs Mittelfeld und versucht, das Spielgerät irgendwie zu Özil zu bringen. Der Real-Mann umdribbelt einen Italiener und versucht dann das Zuspiel auf Gomez, Kroos oder Podolski. Es klappt alles - bis auf das Zuspiel.

21:14 Uhr Zigaretten in Rom - Badstubers Fehler

26. Minute: Kurzer Blick nach Rom, die Reporterin vor Ort schreibt: "Beim 1:0 durch Balotelli hält es niemand mehr auf den Sitzen. Die Italiener jubeln, stehen hinter ihrem Team. Mit so viel Zuversicht gehen die Ersten auf eine Zigarette vor die Tür. Ihr Team schafft das schon."

Noch einmal zurück zum Tor: Wieder einmal wirkte Boateng unsicher und nicht entschlossen genug - aber vor allem die Aktion von Badstuber im Zentrum war sportlich äußerst fragwürdig: Er lässt Balotelli in seinem Rücken entwischen, verpasst aber auch die Flanke von Cassano.

Nachtrag zu Vorbereiter Cassano: Er gilt als Draufgänger, dem sie in Italien sogar ein ganzes Wort gewidmet haben: Coatto, was so viel heißt wie minderbemittelter Vorstadtrowdy.

21:10 Uhr Deutsche Elf nicht geschockt

23. Minute: Zum ersten Mal bei diesem Turnier liegt die deutsche Elf zurück. Die gute Nachricht: Anders als bei der WM 2006 bleiben nun mehr als 65 Minuten, um die Partie zu drehen. Damals traf Grosso... Moment, keine historischen Abrisse und alte Prosciutti mehr. Löws Eleven wirken auch nicht wirklich geschockt oder verunsichert - sie versuchen es einfach weiter. Gomez mit einem Kopfball, der dort landet, wo viele Gomez-Kopfbälle landen: an der Bande.

21:07 Uhr Tor für Italien

(Foto: REUTERS)

20. Minute: Tor für Italien!

So ist es passiert: Auf der linken Seite schlängelt sich Cassano um drei deutsche Verteidiger (Hummels, Khedira, Boateng) herum und serviert den Ball butterweich in die Mitte. Dort kommt Holger Badstuber viel zu spät gegen Balotelli - der Mann von Manchester City wuchtet den Ball aus vier Metern an Neuer vorbei ins Netz. Kann Neuer rauskommen? Womöglich! Aber er rechnete wohl mit Badstuber.

21:04 Uhr Chance für Italien

17. Minute: Und da kommt die erste Gelegenheit für Italien: Über Cassano gelangt die Kugel zu Montolivo, der umspielt Schweinsteiger und schießt trocken aus 20 Metern. Neuer hält ebenso humorlos wie wenig später einen Schuss von Cassano. Kurzes Fachwissen zu Montolivo: Er gilt als der deutscheste aller Italiener. Seine Mutter kommt aus dem holsteinischen Ascheberg - er selbst spricht fließend deutsch.

21:02 Uhr Doppelchance für Deutschland

14. Minute: Zwei tolle Chancen für die deutsche Elf! Erst flankt Özil halbhoch in die Mitte, wo ein italienischer Verteidiger den Ball knapp neben den Pfosten setzt. Den Eckball bringen die Deutschen zu Toni Kroos, der mit links abzieht. Buffon reißt die Fäuste nach oben. Guter Beginn der deutschen Mannschaft. Die Italiener wirken verunsichert. Grundsätzlich ist in den ersten 15 Minuten dieser Partie mehr passiert als in den 120 Minuten gestern bei Portugal gegen Spanien.

20:59 Uhr Zeit zu schätzen

12. Minute: Noch handgeschätzte 15 Minuten bis zur Backpfeife von Balotelli gegen Hummels. Es wäre eine Untertreibung, wenn man sagen würde, dass Hummels den italienischen Angreifer im Griff hat.

20:58 Uhr Balotelli ist nicht Pirlo

10. Minute: Es sieht so aus, als wäre Kroos tatsächlich der persönliche Begleiter von Andrea Pirlo. Er greift ihn bereits am Strafraum der Italiener an - doch Pirlo ist nicht nur ein begnadeter Techniker, sondern auch ein Schlawiner. Immer wieder schleicht er sich frei, lässt sich anspielen und versucht den langen Ball auf Balotelli. Der ist zwar auch ein Schlawiner und begnadeter Techniker, aber er ist nicht Andrea Pirlo. Also verliert er den Zweikampf gegen Hummels.

20:52 Uhr Tor? Nein!

Pirlo klärt auf der Linie.

Pirlo klärt auf der Linie.

(Foto: dapd)

6. Minute: Von der linken Seite segelt eine Ecke in den Strafraum, dort kommt Mats Hummels frei zum Schuss, weil zuvor ein Italiener verpasst hat. Andrea Pirlo klärt auf der Linie für den geschlagenen Buffon. War es Hand? Nein, es war der Oberschenkel.

20:50 Uhr Bericht aus Rom

5. Minute: Die Italiener beginnen forsch - dazu passt die Nachricht unserer Reporterin Carolin Gasteiger in Rom: "Roms Ausgehviertel Trastevere geht gelassen ins EM-Halbfinale: Nach Trikots sucht man hier vergeblich, auch Fahnen hängen nicht an den Balkonen. Beruhigend, als wenigstens aus einem vorbeifahrenden Auto Forza Italia zu hören ist."

20:46 Uhr Anpfiff

1. Minute: Der Ball rollt - und zwar erst einmal in die Hälfte der Italiener. Die hatten nämlich Anstoß und spielen sicherheitshalber mal hintenrum. Dann geht's aber schnell nach vorne, doch Khedira klärt den ersten Angriff der Italiener. Kurzer Blick auf die italienische Bank: Da sitzt Cesare Prandelli im feinen Zwirn. Der Mann ist Trainer der Squadra Azzurra und nebenberuflich Doppelgänger von Zeit-Chefredakteur Giovanni Di Lorenzo. Ein Portrait von Prandelli lesen Sie hier.

20:43 Uhr Einmarsch und Hymnen

Oliver Kahn hat gesagt, dass man an Kleinigkeiten erahnen kann, wie ein Spieler sich vor einer großen Partie fühlt. Deshalb genau hingeguckt bei den Hymnen.

Zuerst Italien: Gianluigi Buffon singt wieder einmal mit wie dereinst Tony Adams bei der EM 1996 beim Abspielen der Halbfinal-Hymne. Überhaupt singen alle Spieler brav mit, sogar Pirlo, der alte Phlegmatiker. Auch Balotelli gibt sich überraschend textsicher. Das war beeindruckend.

Dann Deutschland: Özil und Podolski stumm, Boateng und Khedira auch. Singt eigentlich irgendjemand mit? Ja. Immerhin Hummels, Neuer und Lahm. Ach ja, Schweinsteiger natürlich auch.

Stimmgewalt-Analyse: Vorteil Italien. Deutlich.

Im Spielertunnel übrigens eine schöne Szene: Jérôme Boateng und Mario Balotelli scherzen und witzeln. Sind ganz gut gelaunt, die beiden - aber irgendwie hoffen die deutschen Fans, dass Boateng keine Grätsche gegen Balotelli macht. Umgekehrt schon.

20:35 Uhr In der Kabine

Die Mannschaften sind vom Feld in die Kabine gegangen, auf dem Spielfeld wird die Eröffnungszeremonie vorbereitet. Joachim Löw sagt kurz, was in diesen Momenten in der Umkleide passiert: "Kohlehydrate zu sich nehmen", "Musik hören", "Rituale pflegen". Nichts Spektakuläres also. Alles höggschd professionell.

20:25 Uhr Pirlo, der italienische Quarterback

Noch eine Analyse des italienischen Strategen Andrea Pirlo: Der Mann hat bei der EM Bälle verteilt wie es sonst nur ein Quarterback im American Football tut. Er nimmt das Spielgerät auf, betrachtet kurz das Feld vor ihm und schickt dann einen 20-50-Pass zu einem Angreifer. Meist kann er diese Bälle unbedrängt spielen. Womöglich hat Toni Kroos seinen Platz in der Startelf auch dem italienischen Denker, Lenker und Passgeber geschuldet: Kross ist in der Lage, Pirlo zu ärgern.

20:19 Uhr Mienenspiele beim Anschwitzen

Die Mannschaften sind mittlerweile auf dem Spielfeld, um - was für ein schönes Wort des DFB - "anzuschwitzen". Mario Gomez wirkt gut frisiert wie immer und plaudert locker mit Jérôme Boateng. Lukas Podolski gibt sich seriös und konzentriert, Toni Kroos zeigt sich leicht angespannt. Extrem locker: Andrea Pirlo. Der Mann kommt daher wie ein römischer Vespafahrer zur Mittagszeit.

20:17 Uhr Fahrplan ohne Finale

Der Vollständigkeit halber und der Chronistenpflicht geschuldet: Der höggschd offizielle Fahrplan für den Fall einer Niederlage gegen Italien:

FREITAG, 29. Juni:

9.00 Uhr individuelles Frühstück. Gegen Mittag Rückflug von Warschau nach Frankfurt/Main.

20:11 Uhr Fahrplan ins Finale

Lecker: Thomas Müller beim Essen mit DFB-Koch Holger Stromberg.

Lecker: Thomas Müller beim Essen mit DFB-Koch Holger Stromberg.

(Foto: dpa)

Der DFB denkt an alles und liefert eine weitere Steilvorlage. Hier ist der höggschd offizille Fahrplan, sollte die deutsche Elf das Finale erreichen:

FREITAG, 29. Juni

9.00 Uhr: individuelles Frühstück, 11.30 Uhr: Leichtes Training für die Spieler, die gegen Italien nicht über die volle Distanz oder gar nicht gespielt haben, 12.30 Uhr: Pressekonferenz, Nachmittag (genauer Termin noch offen): Abreise nach Kiew mit Charterflug LH 342 - Fahrt mit Polizei-Eskorte zum DFB-Quartier Diarso-Hotel in Kiew, 20.00 Uhr: Abendessen (Fisch, Fleisch, Nudeln, Kartoffeln, Salate und Obst), 23.00 Uhr: Bettruhe.

SAMSTAG, 30. Juni

10.00 Uhr: Wecken und Frühstück, Vormittag zur freien Verfügung, 13.00 Uhr: Gemeinsames Mittagessen (Fisch, Fleisch, Nudeln, Kartoffeln, Salate und Obst) - anschließend Ruhezeit, 17.15 Uhr: Offizielle Uefa-Pressekonferenz im Olympiastadion Kiew mit Bundestrainer Joachim Löw und einem Spieler, 17.45 Uhr: Abschlusstraining im Olympiastadion Kiew, Gegen 19.15 Uhr Rückfahrt mit Polizei-Eskorte ins DFB-Quartier, 20.00 Uhr: Abendessen (Fisch, Fleisch, Nudeln, Kartoffeln,Salate und Obst), 23.00 Uhr: Bettruhe

SONNTAG, 1. Juli

10.00 Uhr: Wecken und Frühstück, 11.30 Uhr: leichtes Anschwitzen (30 Minuten), 13.00 bis 14.00 Uhr: Gemeinsames Mittagessen (Fisch, Fleisch, Nudeln, Kartoffeln, Salate und Obst) - anschließend Mannschaftsbesprechung und Ruhezeit, 16.00 Uhr: Kaffeetafel und Abschlussbesprechung - anschließend individuelle Vorbereitung, 18.45 Uhr: Abfahrt mit Polizei-Eskorte vom DFB-Hotel zum Olympiastadion Kiew, 19.15 Uhr: Geplante Ankunft im Stadion, 20.00 Uhr: Warmmachen der Mannschaften, 20.35 Uhr: Abspielen der Nationalhymnen, 20.45 Uhr: Anpfiff, 22.45 Uhr: Pressekonferenz mit Joachim Löw und Mixed-Zone mit den Spielern, 23.45 Uhr: Rückfahrt mit Polizei-Eskorte zum DFB-Hotel - anschließend Abschlussfeier in einer noch nicht benannten Location.

20:07 Uhr Italienische Presse: "Ohne Angst"

Wir geben nun mal ab an die Kollegen der italienischen Presse: Die Gazzetta dello Sport titelte in ihrer heutigen Ausgabe: "Ohne Angst" - und bezeichnete die eigenen Spieler als "Gladiatoren". Bei La Stampa war derweil ein dämlicher Panzer-Vergleich zu lesen. Immerhin besinnen sich die Kollegen jetzt aufs Sportliche: Auf der Webseite des Blattes steht vor der Partie: "Es ist die Nacht des Spiels Deutschland - Italien", außerdem verweisen die Autoren auf das "gute Gefühl" von Trainer Prandelli.

Dass Italiener einen Sinn fürs Schöne haben, beweist die liberale Postille La Repubblica: Dort findet der interessierte Leser eine Bilderstrecke von Sami Khediras Freundin Lena Gercke. Und die Sportblattmacher von Tuttosport? Sie befragen unter dem Titel "Historische Herausforderung" einen ihrer Turiner Helden zum Klassiker: Alessandro Del Piero. Er sagt: "Italien gegen Deutschland ist wie ein Derby". Derby, Gladiatoren, Lena - wir schmeißen schon mal wie einst Gerhard Polt unsere Handtücher über die Liegestühle in der Arena.

20:04 Uhr Nicht aufmunternde Tatsachen

Hier noch etwas aus dem Reich der Zahlen: Italien hat sich bislang mehr Chancen (91) erspielt als die deutsche Elf (58). Dazu noch etwas aus dem Reich der Wirtschaftspsychologie: eine Analyse der so genannten "Soft Skills" der beiden Teams hat ergeben, dass die deutsche Mannschaft unterlegen ist. Allerdings: Wer bis zum letzten Bild durchklickt, der sieht noch eine andere Analyse.

19:58 Uhr Wortspielalarm!

Wortspielalarm! Man hatte ja nicht mit vielen Gelegenheiten gerechnet, vielleicht mit einem "Ball-o-telli"! Aber sonst? Jetzt spielt Joachim Löw einen verbalen Steilpass. Weil noch 45 Minuten bis zum Anpfiff bleiben, hier sämtliche Wortspiele mit dem Namen "Kroos", damit es später keines mehr braucht:

"Ohne Kroos nix los!" - "Jogi lässt den Kroos los!" - "Ziehen Sie nicht über Kroos!" - "Jogi wagt den Kroos-Entscheid!" - "Kroos-artig!" - "Krooses Spiel!" - "Reus hat 'nen Kroos im Hals!"

19:53 Uhr Gutes Gefühl - aber nervös

Kurzes Einfangen der Stimmung in München, Hamburg, Frankfurt und diversen Kleinstädten in Deutschland: Man fühlt sich wie vor einem Drogentest. Man hat grundsätzlich ein gutes Gefühl, man weiß, dass eigentlich nichts passieren kann - aber nervös ist man trotzdem. Es geht schließlich gegen Italien!

19:46 Uhr Kroos mit 18 EM-Minuten

Mehmet Scholl muss sich zu Mario Gomez äußern: "Es ist klar, dass die Italiener einen Heidenrespekt vor Gomez haben. Sie fürchten ihn - vor allem seine Tore." Mehr sagt er nicht. Wirkt ein bisschen gequält, die Analyse - wahrscheinlich war der ARD-Experte eher auf den Fall vorbereitet, dass Klose von Beginn an spielt.

Und Kroos? Agiert offiziell auf der rechten Seite. Hat er beim FC Bayern ab und an gespielt. Trotzdem: Die Nominierung von Kroos überrascht einigermaßen. Bei dieser EM hat Kroos erst drei Kurzeinsätze gehabt, die dauerten insgesamt exakt 18 Minuten.

Weil auch die Italiener ihre Aufstellung - auch hier ohne Maulwurf - bekannt geben: Hier die Startformationen im Überblick:

Deutschland: Neuer, Boateng, Hummels, Badstuber, Lahm, Schweinsteiger, Khedira, Kroos, Özil, Podolski, Gomez.

Italien: Buffon, Balzaretti, Barzagli, Bonucci, Chiellini, Pirlo, de Rossi, Marchisio, Montolivo, Balotelli, Cassano.

19:41 Uhr "Höggschd offizielle Aufstellung"

Die Aufstellung ist da - nicht vom Maulwurf, sondern "höggschd offiziell" vom DFB. Unverändert bleibt die Abwehr. Vor Torhüter Manuel Neuer spielen Jerome Boateng, Mats Hummels, Holger Badstuber und Kapitän Philipp Lahm in der Abwehrkette. Davor agieren Sami Khedira, Bastian Schweinsteiger und Mesut Özil.

Dann wird es interessant - und auch überraschend. Im rechten Mittelfeld läuft Toni Kroos auf, für die linke Seite wurde Lukas Podolski nominiert. Im Sturm vertraut Löw auf Mario Gomez.

Hansi Flick sagt: "Wir haben eine taktische Überlegung gemacht. Toni Kroos kann ein Spiel lesen, Bälle gewinnen und schnell in die Offensive umschalten."

Kurzer Kommentar zum Maulwurf: "Wir haben alles gemacht wie bisher!"

19:38 Uhr Klinsmann spricht

Jürgen Klinsmann vor dem Stadion in Warschau. Er sagt Worte wie "Krone aufsetzen" und "Qualität, denen wehzutun" und "auf des Messers Schneide". Immer noch der alte Verbaltaktiker.

19:36 Uhr Aufmunternde Statistiken

Jetzt aber genug mit den alten Prosciutti und den Niederlagen gegen Italien. Hier ein paar aufmunternde Statistiken: Deutschland hat bislang die meisten Tore erzielt (neun), hat nach Spanien die beste Ballbesitzquote (58,53%, Italien 54,6 %) und vor allem auch die beste Zweikampfquote (55,13 %, Italien: 48.18 %).

19:34 Uhr Und was macht Grosso?

Bleibt noch der Werdegang von Fabio Grosso, dem Schützen des 1:0 in der Verlängerung des WM-Halbfinals von 2006. Er spielt zwar immer noch Fußball, doch er scheint längst nicht mehr so gut wie einst. Nach einem Intermezzo bei Olympique Lyon kehrte der 34-Jährige 2009 in die Serie A zurück. Er spielt bei Juventus jetzt wieder an der Seite des letzten Deutschland-Schrecks: Alessandro Del Piero - auch der macht sich in Turin gerade bereit für einen Karriereabend mit Dolce Vita.

19:31 Uhr Und Paolo Rossi und Sandro Altobelli?

Und was treiben Paolo Rossi und Sandro Altobelli? Diese beiden trafen beim 3:1 der Italiener gegen Deutschland im WM-Finale 1982. Rossi avancierte nach seiner sportlichen Laufbahn zum Geschäftsmann. Mit dem Skifahrer Gustav Thöni gründete er eine Sportbekleidungsfirma - außerdem betrieb er eine Werbeagentur, eine Immobilienfirma und verdingte sich als Kommentator beim Sender RAI. Ähnliche Wege schlug auch Altobelli ein: Er arbeitet heute bei Al Jazeera Sports.

19:28 Uhr Was machen Riva und Rivera?

Das Tor von Karlheinz Schnellinger beim Jahrhundertspiel in Mexiko.

Das Tor von Karlheinz Schnellinger beim Jahrhundertspiel in Mexiko.

(Foto: dpa)

Deutschland gegen Italien - das weckt bei den Fans hierzulande Erinnerungen wie eine Kugel Gelato im Sand: Unvergessen bleibt zum Beispiel das sogenannte "Jahrhundertspiel" im Jahr 1970. 3:4 verloren Schnellinger, Müller & Co. im WM-Halbfinale gegen eine Squadra Azzurra um die Torschützen Gigi Riva und Gianni Rivera. Namen wie Bademoden-Boutiquen in Bibione. Was aus ihnen wurde? Wir recherchieren: Riva hat es sich in Cagliari als Privatier gemütlich gemacht. Und Rivera? Aus dem früheren Mittelfeldfreigeist ist ein strammer Politiker geworden, der seit 2005 für die christdemokratische Partei Rosa per l'Italia Abgeordneter im Europäischen Parlament ist.

19:27 Uhr Warten auf den ersten Sieg

Guten Abend, liebe Freunde von Fußballturnieren und Ballsportarten. Es geht ums EM-Halbfinale, es geht darum, einen Gegner für Spanien zu ermitteln. Für die deutsche Elf geht es auch darum: Endlich mal bei einem Turnier gegen Italien gewinnen.

Gerade ist die deutsche Elf im Stadion angekommen. Mario Gomez wirkt sehr entspannt, Miro Klose dagegen ein wenig enttäuscht. Lukas Podolski lacht, Thomas Müller auch. Ist das ein Hinweis auf die Startelf? Man weiß es nicht! Gerade hat das Telefon geklingelt, es war aber kein Informant, sondern nur jemand, der sich verwählt hat. Der Maulwurf scheint also noch zu schlafen. Was am Nachmittag so passiert sein könnte, das lesen Sie übrigens hier nach.

Bei den Italienern schreibt Mario Balotelli noch ein paar Autogramme.