UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich zutiefst besorgt über mehrere Urteile eines Sondergerichts in Bahrain geäußert. Das Gericht hatte einen Demonstranten wegen Tötung eines Polizisten zum Tode verurteilt. Ein Mitangeklagter muss lebenslänglich ins Gefängnis. Gegen Ärzte und Krankenschwestern, die Anfang des Jahres während des Aufstands in dem Königreich verletzte Demonstranten behandelt hatten, wurden langjährige Haftstrafen verhängt.

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Ban rief die Behörden in Bahrain nach Angaben seines Sprechers zur Freilassung aller politischen Gefangenen und zur Respektierung internationaler Menschenrechtsnormen auf. Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte kritisierte die harten Urteile ebenfalls. Sprecher Rupert Colville sagte in Genf, die Angeklagten hätten nur begrenzten Zugang zu Anwälten und die Anwälte zu wenig Zeit zur Vorbereitung der Verteidigung gehabt. Wenn ein Militärgericht trotz derartiger Unregelmäßigkeiten solch harte Strafen gegen Zivilpersonen verhänge, gebe dies Anlass zu Besorgnis, erklärte Colville.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kritisierte die Regierung in Bahrain nicht direkt, stellte aber die strafrechtliche Verfolgung von medizinischem Personal in Frage. Ärzte und Krankenschwestern seien moralisch und ethisch verpflichtet, Verletzte unabhängig von deren politischen Ansichten zu behandeln, erklärte WHO-Sprecherin Fadela Chaib. Sie dürften niemals dafür bestraft werden, dieser Verpflichtung nachzukommen.

Schiiten-Gruppen hatten während der Proteste im Februar und März die Abschaffung der Monarchie der sunnitischen Herrscherfamilie El Chalifa und die Einrichtung einer Demokratie in Bahrain gefordert. Andere Oppositionsgruppen drangen lediglich auf Reformen. Bei der Niederschlagung der wochenlangen Proteste waren mindestens 24 Menschen getötet worden.

(dapd/AFP)

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(dpa/rtr/AFP/dapd/sebi/bön)