Der "Kampf der Kulturen" mit Europas Muslimen sollte nicht herbeigeredet, sondern vermieden werden. Es ist möglich, gleichzeitig tolerant zu sein und die freiheitlichen Werte zu verteidigen.
Seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts ist die sogenannte Neue Islamische Präsenz in Westeuropa zum Thema geworden. Zu vielen Hunderttausenden und mehr kamen Indonesier und Surinamer in die Niederlande, Pakistaner nach Großbritannien, Türken nach Deutschland, Nordafrikaner nach Frankreich, Italien und Spanien. 2008 lebten in den 27 EU-Ländern mehr als 19 Millionen Menschen, die aus Gebieten außerhalb der Europäischen Union zugewandert waren; die weitaus meisten von ihnen sind Muslime, in Deutschland sind es mehr als vier Millionen.
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Fremdkörper oder Bereicherung? Die Merkez-Moschee in Duisburg. (© dpa)
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Je länger diese Menschen in Europa leben, desto mehr prägen sie die europäische Wirklichkeit. Tatsächlich entfaltet sich in Westeuropa ein Ausmaß an kultureller Diversität, wie es zumindest seit der Zeit zwischen den Weltkriegen nicht wieder gesehen worden ist. Insofern ließe sich der Satz des Bundespräsidenten Christian Wulff: "Der Islam gehört zu Deutschland" auf Europa erweitern.
Interessanter ist aber der sich meldende Widerspruch: "Dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt" - so Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich. Wenn zwei christliche Spitzenpolitiker plakativ solch konträre Stellungen beziehen, so verrät das eine tiefe Verunsicherung über den eigenen Standort.
Das ist kein Wunder angesichts dessen, dass die Religion eine zunehmend uneindeutige Rolle in der ermüdenden Dauerdiskussion über Europas "Identität" spielt. Beruht die europäische Wertegemeinschaft auf christlichem Fundament? Oder auf jüdisch-christlichem? Ist sie multikulturell? Oder geht es allein um eine moderne, freiheitliche Identität, die in Aufklärung und Individualismus, Demokratie und Menschenrechten wurzelt? Und wie - vor allem - passt der Islam dazu?
Am bequemsten wäre es, die Justiz könnte diese Fragen durch einfache Normsetzung beantworten. Aber leider ist sie dazu nicht in der Lage. Verstößt das Aufhängen des Kruzifixes in Schulräumen gegen das religiöse Neutralitätsgebot des Staates? Im Bundesverfassungsgericht war die Meinung hierüber geteilt. Und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte bejahte die Frage 2009 in einem Urteil, das er aber schon 2011 wieder aufhob.
Kann ein muslimischer Schüler in Berlin auf der Zuweisung eines eigenen Schulraums bestehen, um dort das tägliche Gebet zu verrichten? Erstinstanzlich bekam der Schüler recht, aber nur bis das Oberverwaltungsgericht das Urteil kassierte. Diese Beispiele zeigen: Es geht nicht primär um juristische, sondern um kulturelle Fragen, deren Beantwortung am Ende aber auch eine klare politische Linie erfordert.
Ein pragmatischer Weg in vier Schritten
Der Kern des Problems liegt darin, dass sich die europäische Kultur in ihrem Selbstverständnis einerseits auf Freiheit, Demokratie und Individualismus gründet; verbürgte Minderheitenrechte gehören ebenso hierzu wie religiöse Toleranz. So betrachtet, kann niemand bestreiten, dass neben Christen und Juden auch Muslime ihren legitimen Platz in Europa einnehmen. Andererseits aber kann eine selbstbewusste europäische Kultur den offenen Angriff auf ihre Grundlagen und Werte, wie ihn manche islamistische und fundamentalistische Gruppen vortragen, nicht zulassen.
Früher oder später mündet daher jede Diskussion um Religion und Multikulturalismus in einem nur schwer auflösbaren Dilemma: Entweder beharrt Europa auf seiner freiheitlichen Identität und bekämpft deren Gegner. Im äußersten Fall ist es dann legitimierbar, im Namen des westlichen Individualismus individuelle Rechte von Muslimen zu beschneiden. Das Verbot der Burka ist hierfür nur das symbolträchtigste Beispiel. Oder Europa toleriert auch die Identität derjenigen islamistischen Gruppierungen und Milieus, die die europäische Kultur unterlaufen oder sogar offensiv bekämpfen - dann freilich stellt sich diese Kultur im Extremfall selbst zur Disposition, produziert Parallelgesellschaften und läuft Gefahr, ihre ideelle Grundlage zu verlieren.
Aus dem Dilemma führt nur ein pragmatischer Weg, der in vier Schritten begangen werden kann. Der erste Schritt wäre ein Zuwachs an Laizismus. In einer multikulturellen Gesellschaft mit religiöser Vielfalt muss die Religion Privatsache des Einzelnen bleiben und von dem öffentlichen Bereich von Politik und Recht getrennt werden. Nur dann ist echte Toleranz gewährleistet, die die Identität von Zuwanderern respektiert und davon absieht, sie auf eine vermeintliche "Leitkultur" zu verpflichten.
Allerdings setzt dies voraus, dass sich die Europäer darüber einig sind, welchen Stellenwert ihre eigene religiöse, eben christliche Tradition besitzt - und das ist ganz offensichtlich nicht der Fall. Zwar würden heute wohl nur wenige bestreiten, dass religiöse Glaubensentscheidungen und kultische Handlungen im Prinzip der Privatsphäre angehören. Aber der Kruzifix-Streit unterstreicht die Bedeutung der christlichen Tradition, die unter der Oberfläche eines vordergründigen Commonsense-Laizismus fortwirkt.
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Stockender Kita-Ausbau
Für Muslime ist Gott der Autor des Korans, nicht etwa dessen Thema (in dem Sinne wie er Thema in der Bibel ist). Der Koran ist die Grundlage der islamischen Zivilisation. Er ist sozial verbindlich, und die Basis des gesamten islamischen Weltverständnisses, wie es die Bibel für die Christen niemals (auch nicht im finstersten Mittelalter) war. Jeder Muslim den man danach fragt (nicht nur Extremisten und Fanatiker) wird die Heiligkeit und die Unantastbarkeit des Korans bekräftigen.
Das islamische Recht ist nicht Gesetz in Sinne von etwas Gesetztem sondern eine göttliche Gegebenheit, die man nur erkennen und beachten oder aber verkennen und bei Strafe übertreten, nicht aber ändern kann (aus 'Das Dschihadsystem' Kleine-Hartlage).
Ziel des Islams ist dessen Verbreitung, nicht dessen Duldung anderer Religionen neben sich.
Die Trennung von Staat und Glauben funktioniert in der Türkei auch nach 80 Jahren nach Atatürk nicht.
Sure 3:
„(110) Ihr (die Muslime) seid die beste Gemeinde, die für die Menschen erstand. Ihr heißet, was rechtens ist und verbietet das Unrechte und glaubet an Allah...“
Die Verdrängung fremder Religionen ist wichtiger als die Vervollkommnung der eigenen.
Dieser Zweck – und nur dieser – heiligt praktisch jedes Mittel.
Toleranz wird nur von den anderen erwartet, und nur so lange, bis sie unterworfen sind, dann wird aus Toleranz Gehorsam. Kritik am Koran ist schon immer verboten. Und wehe wenn einer sagt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland.
Hallo, wo sind wir denn?
Die Schuld für mangelnde Integration wird den anderen (den Deutschen) gegeben. Z.B wird trotz frei zugänglicher Bildung in Deutschland, u.a. dem deutschen Bildungssystem die Schuld an der mangelnden Integration gegeben.
Neben rhetorischer Schönfärberei ist auch Gewaltanwendung nichts unmoralisches, jedenfalls nicht, wenn sie sich gegen „Ungläubige“ richtet und der Verbreitung des Islam dient.
Lohn für die Gläubigen, Strafe für die Ungläubigen (eines der Hauptthemen im Koran),
und da klingt der Barmherzige alles andere als barmherzig.
Islam bedeutet Unterwerfung, der Koran fordert Gehorsam:
Während Jesus Belohnung für Liebe und Toleranz versprach, verheißt der Koran Belohnung für Gewaltanwendung:
Sure 2
(191) Und erschlagt sie,wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wannen sie euch vertrieben; denn Verführung ist schlimmer als Totschlag. Bekämpft sie jedoch nicht bei der heiligen Moschee, es sei denn, sie bekämpf
habe mir schon etliches zu diesem thema anhören müssen.
mein tipp zu diesem thema ist ein buch von klemens ludwid, dass wie ich meine eher den kern des ganzen trifft: "Die Opferrolle: Der Islam und seine Inszenierung"
fuer diesen wenig gehaltvollen Artikel - dazu noch ein paar Zahlen hie und da...
So z.B. erfaehrt der geneigte Leser, "dass die Zahl der kopftuchtragenden Schülerinnen in Frankreich bis zum Jahre 2003 nicht mehr als circa 1250" betrug.
Sehr interessant - insbesondere im Lichte der augenscheinlichen Entwicklung seit ehedem.
eigentlich ist das Problem gar nicht so groß wie es gemacht wird.
Tatsache ist ja, dass in Deutschland die Trennung von Staat und Kirche nicht so deutlich vollzogen wird wie in Frankreich (oder der Türkei). Das ist auch nicht anders zu erwarten, wenn die größte deutsche Volkspartei eben die christlich demokratische Union ist.
Wenn der Staar aber dem Christentum erlaubt im öffentlichen Raum sichtbar zu sein, dann muss er es auch anderen Religionen erlauben, sonst wäre Deutschland intolerant. Das macht der Staat ja auch. In dem berühmten Fall der Angestellten der Stadt Frankfurt, die mit einem Mal vollverschleiert zur Arbeit erscheinen wollte, war es zuvor kein Problem gewesen, dass sie Kundenverkehr im Kopftuch abwickelt.
Das Problem sind gar nicht die Toleranz, sondern wie weit sie gehen kann, soll, muß. Da herrscht manchmal Unsicherheit, die einfach auf Unkenntnis beruht. Ich hatte in meinem Blog ein paar Beispiele aufgegriffen. Der Frankfurter Angestellten hätte man leicht sagen können, dass die Vollverschleierung keine islamische Kleidungsvorschrift ist. Sie hat in dieser Hinsicht keinen Anspruch auf religiöse Toleranz. Dasselbe gilt für den Schüler, der sich einen eigenen Gebetsraum einklagen wollte. Der Islam erlaubt ihm, verpasste Gebete am Abend (in verkürzter Form) nachzuholen. Er fällt nicht dem Fegefeuer anheim, wenn er seinen Gebetsteppich zu Hause lässt.
Der Staat sollte, und dafür hat er mit der Islamkonferenz ein gutes Werkzeug, die Grenzen der Toleranz ausloten und für beide Seiten Rechtssicherheit schaffen. Was können Muslime fordern, was kann der Staat einräumen und wenn das definiert ist, hört auch die leidige Diskussion auf.
Mal ganz abgesehen davon, dass die meisten Muslime in Deutschland tatsächlich keine Forderungen stellen. 4% der Muslime haben ein Problem mit Sexualkundeunterricht für ihre Kinder. Ich denke, da dürfte die Zahl der Christen ähnlich hoch sein. Ich hatte eine Zeugin Jehowas in meiner Klasse, die vom Sexualkunde- und Schwimmunterricht befreit war.
nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich bin es irgendwie leid, Menschen Realitäten und Fakten erklären zu müssen, die partout nicht bereit sind, ihre rosarote Brille oder Ignoranz oder Naivität abzulegen, je nachdem. Ich kann nicht beurteilen, was es bei ihnen ist.
Ach ja, und übrigens sind nicht nur die Türken Moslems; nur so nebenbei, weil Sie sich in Ihrem letzten Beitrag speziell auf Türken/innen bezogen haben. Und glauben Sie allen Ernstes, nur weil angeblich die letzten ein, zwei Jahre mehr Türken abgewandert sind, als zugewandert, daß das mittelfristig und langfristig einen Einfluß auf die steigende Gesamtzahl von Moslems in Deutschland bzw. Europa haben wird? Wohl eher nicht, denn die Zeichen sehen nicht danach aus.
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