sueddeutsche.de: Gibt es 20 Jahre nach der Einheit Unterschiede zwischen Ost und West bei dem Wunsch, sich als Bürger jenseits des Rechts/links-Schemas zu fühlen und zu verhalten?
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"Wie kann man so blöd sein, zu glauben, dass eine solche Struktur lebensfähig ist?", fragt Joachim Gauck und meint das Wirtschaftssystem der DDR. Im Bild: der inzwischen abgetragene "Palast der Republik" in Berlin mit den Staatswappen der DDR . (© Regina Schmeken)
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Gauck: Ja, leider. Das ist eine der entscheidenden Folgen langwirkender Diktaturen. Die ostdeutsche Bevölkerung und Teile Osteuropas haben lange in autoritären Systemen gelebt, also unter fortwährender Entmächtigung. Der Einzelne unterliegt einem dauerhaften Prägeprozess, ähnlich wie in der vormodernden, absolutistischen Zeit. Das Partizipationsprinzip lautete: "Sei gehorsam, fürchte dich - und es wird dir gutgehen." Die Tüchtigeren haben den Traum, irgendwann hochzuschwimmen und werden stromlinienförmig. So wie du adelig werden konntest, wenn Huld und Gnade des Fürsten dich erhöht haben. Am Ende werden sie oben integriert in der Herrschaftsklasse. Auf der anderen Seite kommt es zu einer völlig restaurativen Rückentwicklung des Typus Citoyen. Indem wir die Diktatur schönen oder milde darauf blicken, übersehen wir die Entfremdungsfaktoren der nichtkapitalistischen Gesellschaft.
sueddeutsche.de: Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck beklagte unlängst Fehler bei der Wiedervereinigung und eine "Anschluss-Mentalität". Teilen Sie seine Kritik?
Gauck: Wenn man mal von dem Vokabular absieht, das unterhalb seines Niveaus und schlicht populistisch ist, kann man in Teilbereichen sagen: Ja, das ging zu schnell und war mit zu wenig Augenmaß gemacht. Aber Deindustrialisierung? Durch den Kommunismus ist eine gesunde Wirtschaftsstruktur absolut ruiniert und ausgelöscht worden.
sueddeutsche.de: Ein Beispiel?
Gauck: Ohne die DDR-Zeit würde Sachsen heute mit Baden-Württemberg in einem sehr erfolgreichen Wettbewerb stehen. Sachsen war früher durchzogen von einer starken mittelständischen Industrie, von sehr lebendigen Handwerksbetrieben. Wo sind diese Betriebe geblieben? Sie sind abgewandert oder liquidiert oder in sozialistische Großbetriebe umgewandelt worden. Der einzelne Handwerksbetrieb, der einst in seinem Kaff Uhren zusammenbaute, Laternen fertigte oder Strümpfe wob, war weg. Es gab die großen Kombinate, die mit ihrer riesigen Belegschaft, ihrem mangelhaften Produktionsausstoß und mit einer hochbescheidenen Qualität wie dem Trabant meinte, man sei weltmarkfähig. Wie kann man so blöd sein, zu glauben, dass eine solche Struktur lebensfähig ist? Da ist doch weniger der Westen schuld.
sueddeutsche.de: Wo hat der der Westen Fehler gemacht?
Gauck: Sich im Einigungsprozess nicht überlegt zu haben, eine Phase von Steuerungerechtigkeit in nennenswertem Ausmaß auszulösen, um hier Gründerexistenzen zu ermutigen. Aber die wären auch so spät eingestiegen, dass sie im Wettbewerb mit den hochentwickelten Betrieben im Raum Stuttgart und im Rhein-Main-Gebiet schwerlich hätten konkurrieren können.
sueddeutsche.de: Wenn Sie vom Citoyen sprechen: Im Sozialismus kann er sich nicht entwickeln, im Kapitalismus verdrießt ihn der Materialismus. Wie kann die Gesellschaft, in der Ihr Urenkel in 20 Jahren leben wird, dieser Falle überhaupt entkommen? Oder stellt sich wieder die Systemfrage?
Gauck: Ich gönne jedem, vom Paradies zu träumen. Es ist aber ein Unterschied, ob der Materialismus Sie regiert oder mit Ihnen und neben Ihnen existiert. Jeder der meint, er wäre erst politikmächtig, wenn er eine Ideallösung für das menschliche Zusammenleben uns präsentieren kann, ist im Irrtum. Ich bin ein Christenmensch, ich finde die Reich-Gottes-Vision unglaublich motivierend. Aber ich weiß genau, dass ich - theologisch gesprochen - in der gefallenen Welt lebe. Ich möchte, dass aus den Träumen der vollendeten Welt solche Aktivitäten entstehen, die sich an der Frage orientieren: Wie können wir das uns Umgebende besser machen? Und ich misstraue denen, die behaupten: "Ich habe den Schlüssel", so wie einige der Linken.
sueddeutsche.de: Was sagen Sie denen?
Gauck: Schreibe lieber Lieder oder male Bilder. Aber lass mich in Ruhe mit deiner politische Erlösungsphantasie. Ich akzeptiere das linke systemkritische Denken solange, wie es das Vorhandene ernst nimmt und sich mit allen Kräften einsetzt, die Mängel zu überwinden. Diesem Erlösungsmythos will ich ganz heftig widersprechen. Wissen Sie, dieses System kann man nicht einfach so unter Kapitalismus fassen. Das ist der semantische Trick der Linken gewesen. Ich sage: Das Land mag kapitalistisch sein, aber es ist lernfähig. Wer ausgerechnet aus der Wirtschaft alle Freiheit herausnimmt, der wird scheitern. Ich plädiere es so zu machen wie im Sport: Wir schaffen den Fußball nicht ab, weil es Raubeine und Foulspiele gibt, aber wir setzen Regeln und sanktionieren den Regelverstoß.
Lesen Sie am morgigen Freitag den zweiten Teil des Interviews mit Joachim Gauck, in dem er sich zur schwelenden Integrationsdebatte um Thilo Sarrazin äußert und über Patriotismus in Deutschland.
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Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(sueddeutsche.de/jja)
Russland unter Putin
Der Autor Klaus Huhn nennt diesen "Super-Pfarrer" einen Inquisitor und begründet diese Aussage in dem Buch: "Der Inquisitor kandidiert". Auch ich finde die Theorie von GAUCK zum Begriff "Freiheit" diffus, verwirrend bis unglaubwürdig. Seinen überschäumenden Hass auf die DDR ist mir nicht verständlich, zumal es diesem Pfarrer doch in der atheistischen DDR nicht schlecht gegangen ist. Unvorstellbar, wenn ihn die SED für einige Tage inhaftiert hätte. Von der Regierung würde er nicht nur materielle Entschädigung verlangen, nein auch Strassen müssten dann nach ihm, dem großen Helden der DDR benannt werden.
Was seinen glühenden Antikommunismus anbetrifft, so sind in seinen Thesen neben großen historischen und wissenschaftlichen Lücken auch psychologische Denkfehler enthalten.
Besser wäre es, wenn dieser redegewandte Populist wieder von einer Kanzel zu seinen Gläubigen predigt. Seine „Weisheiten“ sind nicht geeignet um auf gebildete Menschen überzeugend zu wirken.
Für das hohe Amt eines Staatspräsidenten war er nicht nur unfähig sondern auch unglaubwürdig.
das der mann hier redet, wo war er, denn,als er einen annehmbaren Wohlstand in der DDR lebte, mit seinem mutigen Wort?
Auf den fahrenden Zug ist er aufgesprungen wie viele andere sogenannte Intelektuelle der DDR, es wäre besser, wenn er ruhig wäre und seinen gut bezahlten Ruhestand genießt.
"Ob der SPD auch langsam klar wird,was sie uns für ein Ei ins Schloß gelegt hätte, wäre Gauck Bundespräsident geworden?"
Im Gegenteil. Er durfte auf dem SPD-Parteitag letzten Sonntag ein längeres Grußwort sprechen. Hinterher sagte Sitzungsleiterin Hannelore Kraft, man hätte wieder eindringlich vor Augen geführt bekommen, dass Gauck der richtige Mann gewesen sei.
Neulich bei Anne Will hat Herr Meurer aus Köln, ein Stadtpfarrer (und ein wahrer Sozialist!) gesagt: Wie der Vogel das Fliegen, braucht der Mensch die Arbeit. So redet halt ein Pfarrer, und Joachim Gauck sagt Ähnliches, wenn er vom Wert der Gemeinschaft spricht. Die versammelten Pseudo-Linken werden das nie verstehen. Sie verstehen immer nur Geld.
Als ob Verteilungsgerechtigkeit nicht eine Selbstverständlichkeit wäre, über die hinaus jedes Nachdenken über eine menschenwürdige Gesellschaft irgendwie verboten sein soll, der Urbeber ein Agent der Neoliberalen. Der Boss frißt Kuchen, und der Fahrer kriegt Schwarzbrot - was für eine Neiddebatte!
Vorab: Ich habe Achtung vor Herrn Gauk!
aber was viele Bürger immer furchtbarer empfinden ist die Politik die nicht mehr das Volk angeht sondern gegen das Volk gerichtet ist. Ein paar Beispiele:
1.Gerhard Schröder hat mit den Grünen zusammen, das Vertrauensschutzgesetz
abgeschafft und mit dem Gauner Namen Hartz das das heute Hartz IV eingeführt
2.Damit wurden Arbeitslose einfach in Hartz IV verschoben die die Arbeitslosenstatistik
geschönt und als Erfolg der tollen Wirtschafts-Politik gefeiert.
3. Merkel hat das voll übernommen, auch heute noch, damit ist Frau Merkel unglaub
würdig.
4. Frau Merkel und Guido nutzt schamlos das Volk aus und schiebt den Reichen
und den Bankern das Geld überall hinein usw.
5. Frau Merkle hat damit die Demokratie des Volkes und die soziale Marktwirtschaft
ad Absurdum geführt. Warum werden die Banker nicht voll zum Schadenersatz
verpflichtet? Warum ist sowas bei Real Estate möglich?
Das sind nur wenige Punkte, Herr Gauk, warum die Menschen, teilweise, nichts mehr unternehmen
Denken Sie an Stuttgart 21, hier wurden während der Planung die Leute verschaukelt und fast nicht informiert. Ich bin auch für parlamentarische Demokratie, wenn diese Dinge offen ablaufen. Aber hier ist eine Bau- und Politmafia am Werk, das hat es in Deutschland noch nie gegeben.
Wenn man jetzt, heute Rößlers Vorschlag zur Gesundheitsreform sieht, so ist
die Mafia besser konstruiert wie in Italien und Rußland
Anstatt die Gesundheitskarte zur Freigabe der Rechnung einzuführen und alle in in die Versicherung herein zu verpflichten treibt dieser Klientel Lobyist denTeufel mit Belsebub aus! Wir waren beide CDU, hoch angagiert, meine Frau war sogar Delegierte im Bundesparteitagen. Wir haben fristlos gekündigt, das Vertrauen ist total zerstört. Es geht vielen Menschen nicht nur ums Geld, sondern um Werte die Frau Merkel als total Neo Diktatorin zerstört hat und weiter zerstört.
Die arroganten Aussagen zu Sarrazin zeigt dessen brutalen Karackter gegen das Volk
Was die Dame an Karrakter hat, keine, hat sie den Umgang mit Ihrem Zievater
Helmut Kohl gezeigt >Brutal Kohl fallengelassen, wegn den paar Pipen gene über Zumwinkel. Und das Schlimmst, sie hat Kohl die CDU Ehrenmitgliedschaft versagt,
20 Jahre nach der Wende versagt. Diese Dame gehört nach Sibirien geschickt!
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