Interview mit der "BamS" Seehofer für Grün-Schwarz in Baden-Württemberg

Horst Seehofer und Winfried Kretschmann Ende 2013.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der CSU-Chef sagt: "Man muss neidlos anerkennen, dass Ministerpräsident Kretschmann sein Handwerk versteht."

CSU-Chef Horst Seehofer hat sich für eine grün-schwarze Koalition in Baden-Württemberg ausgesprochen. Die dortige CDU müsse sich fragen, wie sie mit den Grünen für "das Land und die Menschen" eine gute Politik anbieten könne, sagte der bayerische Ministerpräsident der Bild am Sonntag. Wenn das gelinge, sehe er keinen Grund, "Nein zu einer Koalition zu sagen". Seehofer fügte hinzu, "man muss neidlos anerkennen, dass Ministerpräsident Kretschmann sein Handwerk versteht."

Auch der frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf hat keine Bedenken gegen Grün-Schwarz in Stuttgart. "Es geht nicht um Farbenspiele. Man muss sich immer die Menschen anschauen, die Bündnisse schließen", sagte der CDU-Politiker dem Blatt. Die Bürger wollten eine "aufrichtige Persönlichkeit mit Führungsqualitäten an der Macht". Der Grünen-Politiker Winfried Kretschmann verkörpere genau diesen Typus.

Bei der Landtagswahl am Sonntag waren die Grünen dank der Popularität Kretschmanns stärkste Kraft vor der CDU geworden. Weil die bisherige grün-rote Koalition aber ihre Mehrheit verlor, ist die Regierungsbildung schwierig. Eine grün-schwarze Koalition gilt derzeit als wahrscheinlichste Variante im Koalitionspoker. Erste Sondierungsgespräche zwischen Grünen und CDU fanden bereits statt.

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