Nach verwirrenden Äußerungen der Kanzlerin zum Betreuungsgeld muss ihr Sprecher dementieren. Die Union diskutiert darüber, in welcher Form der Zuschuss für Familien gewährt werden soll.
Die Debatte um das Betreuungsgeld bringt die Union zunehmend in die Bredouille. Je länger die Diskussion um Sinn und Unsinn dieser für 2013 geplanten staatlichen Leistung währt, desto deutlicher wird, dass es in der Union bislang keine klare Vorstellung davon gibt, wie sie die Auszahlung der 150 Euro regeln möchte.
Die Unionsparteien wollen den Eltern die Freiheit lassen, ihre Kinder in eine Kita - wie hier in Berlin - zu geben oder aber sie selbst zu Hause zu erziehen. (© Foto: ddp)
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Das Geld soll Familien gezahlt werden, die ihre Kleinkinder nicht in Kitas bringen wollen. Da unter anderem in Zuwandererfamilien aber die Gefahr besteht, dass die Eltern das Geld einfach fürs allgemeine Familienbudget nutzen, obwohl ihre Kinder von der frühen Sprachschulung in Kitas besonders profitieren würden und dafür Ersatz bräuchten, gab es in der Koalitionsspitze von Anfang an Überlegungen, die 150 Euro unter gewissen Umständen nicht in bar auszuzahlen, sondern in Form von Gutscheinen. Allein: Niemand definiert bislang, wie diese Umstände aussehen könnten.
Für besondere Verwirrung sorgte am Wochenende Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die CDU-Vorsitzende hatte auf einem Landesparteitag in ihrer Heimat Mecklenburg-Vorpommern sehr laut und sehr deutlich erklärt, dass sie ganz sicher nicht vorhabe, jungen Familien vorzuschreiben, wie sie staatliche Hilfen für Kinder, sei es beim Kindergeld, sei es beim Kinderzuschuss, einzusetzen hätten.
Wer Merkels Worte hörte, übersetzte sie direkt in die Debatte um das umstrittene Betreuungsgeld. Ergebnis: Die Kanzlerin habe sich endgültig und klar für eine Bar-Auszahlung auch beim Betreuungsgeld entschieden.
Das passte nun gar nicht zu jüngsten Äußerungen von Familienministerin Ursula von der Leyen und Innenminister Thomas de Maizière. Insbesondere de Maizière hatte erklärt, man werde eine Lösung finden, die verhindere, dass Eltern das Geld einfach einsteckten und nicht zum Wohle der Kinder einsetzten. Dass der bisherige Kanzleramtsminister seiner Kanzlerin widerspricht, ist äußerst selten. Entsprechend groß war die Verwirrung - und entsprechend schnell versuchte die CDU-Führung am Montag, die Sache wieder geradezurücken.
Merkels Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte der SZ, die Kanzlerin habe auf dem Landesparteitag nicht über das Betreuungsgeld, sondern ganz allgemein über staatliche Leistungen an Familien gesprochen. Mit Blick auf das Betreuungsgeld dagegen gelte weiter, was sie auch in ihrer Regierungserklärung gesagt hatte.
Bei diesem Auftritt vor knapp zwei Wochen betonte Merkel, zur Wahlfreiheit für Eltern gehöre nicht nur eine akzeptable Anzahl von Kita-Plätzen, sondern auch das Betreuungsgeld für all jene, die ihre Kinder lieber zuhause belassen würden. Allerdings könnte dies "auch in Form von Gutscheinen" gegeben werden. Das Verfahren müsse und werde "so ausgestaltet sein, dass die Freiheit der Eltern gestärkt wird, ohne dass die Bildungschancen für Kinder verloren gehen".
Wann und wie gezahlt wird, weiß trotzdem derzeit niemand. Merkels CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe sprach von "Fehlsteuerungen", auf die man reagieren müsse. Dabei könnten Gutscheine helfen. Doch wann eine solche Fehlsteuerung eintritt, wann also Eltern das Geld falsch verwenden - das vermochte Gröhe ebenso wenig zu klären wie er eine Antwort auf die Frage geben konnte, wie der Gutschein in solchen Fällen aussehe. Nur eines wissen in der Union alle: Eine Ungleichbehandlung der Eltern beim Betreuungsgeld könnte schnell vor dem Verfassungsgericht enden.
Sinti und Roma als Nachbarn? Bloß nicht, sagen zwei von drei Deutschen. Über Menschen, die im eigenen Land Fremde sind. Seite Drei. Jetzt lesen ...
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(SZ vom 24.11.2009/jab)
Kabarettist Dieter Hildebrandt zum 85. Geburtstag
Sie Streiten darüber ob das Geld für die Kinder sein soll, oder für die Eltern!
Die Kinder sollen erzogen werden, was heute schon nur teilweise funktioniert, da ein Grossteil der Eltern dazu nicht mehr in der Lage ist, aus Desinteresse, Ignoranz, Ablehnung.
Sollte das Erziehungsgeld bar ausgezahlt werden, dann kommen viel Könige aus dem Morgenlande wieder.
Muss ich mich darauf einrichten, dass demnächst sich wochenlang darüber aufgeregt wird, dass in Deutschland immer so viel Bäume zerstört werden, weil doch die Dinosaurier da wild am Wüten sind? Wär doch auch mal ein nette Thema und genauso wirklichkeitsbezogen wie das von dem HartzIVler, der Geld versaufen wird, das er ja gar nicht bekommen wird?
Die Regenbogenpresse aber bringt auch immer haargenau die Geschichten, die die Leute hören wollen, nicht wahr?
DIe SZ ist somit in der Realität angekommen, herzlichen Glückwunsch!
Stefan Braun schreibt: "Das Geld soll Familien gezahlt werden, die ihre Kleinkinder nicht in Kitas bringen wollen"
Ja, auch so kann man komplexe Zusammenhänge auf einen griffigen, diskriminierenden Nenner bringen. Noch einmal: Der Staat ist es, der diese Familien braucht, weil er nämlich nicht genug Betreuungsplätze bereitstellen kann und auch nie können wird.
Übrigens: Dieses Betreuungsgeld soll nur für die ersten 3 Lebensjahre gelten, d.h. im Klartext eigentlich nur für zwei Jahre, denn im ersten Jahr gibt es ja dieses sozial vollkommen unausgewogene Elterngeld, das je nach Einkommen der Mutter zwischen 300. und 1.800 differiert. Sprich: Wer vorher viel hatte, bekommt auch als Mutter viel, wer wenig oder nichts hatte, bekommt auch besonders wenig.
DARÜBER sollte man sich mal aufregen und nicht über Sachverhalte, die gar nicht existieren, wie z.B. die, dass angelblich die HartzIV-Empfänger mit diesem Geld nur Schlmmes machen. Können sie ja gar nicht, weil sie ja nicht in dessen Genuss kommen sollen. - Wie oft soll man eigentlich noch darauf hinweisen? Warum wird das nicht mal richtig gestellt und warum bekomme ich hier kaum Resonanz?
Einerseits buhlen sie um die Buerger, deren einzig legitime Vertretung sie sein wollen, auf der anderen Seite zeichnen sie ein Bild von den Menschen, das man speien moechte : die Vorstellung, man koenne den Eltern nicht zutrauen, dass sie genug fuer ihre Kinder sorgen und sie deshalb besser einen Gutschein fuer Floetenunterricht bekommen sollen, weil sonst Vater das Geld versaeuft, ist einfach nur abstossend.
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