Beispiel Infineon: Der Münchner Chip-Konzern hat seinen Aufsichtsrat von 20 auf zwölf Mitglieder verkleinert. Er hat zwei Frauen auf der Kapitalseite in seinen Reihen. Das ist ein Drittel der Mitglieder. Vorbildlich, könnte man sagen. Das schützte den Konzern Ende 2009 nicht vor der peinlichsten Management- und Führungskrise der Republik.

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Die Arbeit der Aufsichtsräte ist besser geworden. Die Veränderung reicht aber noch nicht. Die Mitglieder müssen Profis sein, die das Geschäft verstehen und die den manchmal aus dem Ruder laufenden Vorständen entgegentreten können. Sie müssen so gut bezahlt werden, dass sie motiviert sind, sich ständig und nicht nur alle paar Monate um das Unternehmen zu kümmern.

Das ist nicht als Nebenbeschäftigung zu machen und schon gar nicht als Beschäftigungstherapie für Ex-Manager, die sich im Ruhestand langweilen.

Die Aufsichtsräte müssen mit den besten Experten besetzt werden, die zu finden sind, egal ob Mann oder Frau. Schon heute gibt es nicht nur unfähige Männer, es gibt auch inkompetente Frauen in Unternehmen. Zudem müssen die Aufsichtsräte internationaler besetzt werden. In Deutschland gibt es nur wenige Vertreter aus dem Ausland in den Kontrollgremien und zu viel Cliquenwirtschaft alter Seilschaften. So dauert es lange, bis neue Blickwinkel in die Strategie der Konzerne Einzug finden.

Es ist ein Armutszeugnis: Aber viele deutsche Unternehmen trauen sich nicht, ausländische Vertreter oder Vertreterinnen in ihren Aufsichtsrat zu holen, weil die vielleicht kein Deutsch sprechen, die Arbeitnehmervertreter aber oft des Englischen nicht mächtig sind. Diese schädliche Provinzialität kann auch durch eine Frauenquote nicht beseitigt werden.

Sollte die Bundesregierung den Fehler begehen, jeden fünften Sitz in einem Aufsichtsrat für eine Frau zu reservieren wird die Veränderung gehemmt, die gerade begonnen hat. Dann haben die Strippenzieher, die Aufsichtsräte besetzen, eine neue Ausrede für Fehlentscheidungen der Kontrolleure. Sie werden sich auf die Quotenfrauen herausreden, die nach Geschlecht und nicht nach Leistung berufen wurden. Das schadet den Unternehmen und dem Ansehen der Frauen.

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  1. Die weibliche Wirtschaft
  2. Neue Ideen für mehr Kreativität
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(SZ vom 16.06.2010/stl/pak)