Männerrunde Aufsichtsrat: Damit soll nun Schluss sein und Frauen mehr Führungspostitionen übernehmen. Aber wie? Ein Pro und Contra zur Frauenquote.
Ja zur Frauenquote: Nur eine Quote wird mehr Frauen in Führungspositionen bringen.
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Mehr Frauen in die Aufsichtsräte: Aber braucht man dafür eine Quote oder soll nur die Qualifikation entscheiden? (© ag.rtr)
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Von Daniela Kuhr
Frauenquote - gerade als man meinte, der Begriff sei ein Fall für die Mottenkiste, taucht er wieder auf. Ganz oben in den Schlagzeilen der Wirtschaftsblätter. Bei der an diesem Mittwoch beginnenden Konferenz der Regierungskommission Corporate Governance Kodex - die Leitlinien für gute Unternehmensführung ausarbeitet - wird die Frauenquote eines der Kernthemen sein.
Nicht etwa, weil Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) soeben ein Gesetz ins Gespräch gebracht hat, das Unternehmen zwingen soll, eine individuelle Frauenquote einzuführen. Nein, die Mitglieder der Kommission haben das Thema von selbst auf die Agenda gesetzt.
Sie wollen in ihrem Kodex künftig empfehlen, dass jeder Aufsichtsrat konkrete Ziele benennt, wie er den Frauenanteil in seinen Reihen erhöhen möchte. Die Wirtschaft läuft Sturm dagegen. Bei der Besetzung von Posten müsse allein die Qualität des Kandidaten entscheiden, nicht sein Geschlecht, so die Kritik. Doch wer so argumentiert, hat sich entweder mit dem Thema noch nicht ernsthaft befasst. Oder: Er ist von gestern.
Es sind nicht etwa Gutmenschen, die eine Frauenquote fordern. Vielmehr sprechen handfeste wirtschaftliche Gründe dafür. Einen hat Telekom-Chef René Obermann genannt, als er im März überraschend ankündigte, bis 2015 jede dritte Führungsposition in dem Dax-Konzern mit einer Frau besetzen zu wollen.
Die 30 Prozent entsprechen in etwa dem Anteil der Frauen in der gesamten Belegschaft. Es gebe insgesamt zu wenig qualifizierte Leute in der Industrie, sagte Obermann damals. Gerade deshalb sei es so wichtig, alle, wirklich alle Talente zu fördern. Damit hat der Telekom-Chef ein wichtiges Argument geliefert.
Ein zweites, mindestens ebenso bedeutendes, lautet: Unternehmen mit einem höheren Frauenanteil erzielen ein signifikant besseres Ergebnis und eine höhere Rentabilität. Das haben Studien ergeben. Das Problem an diesen Untersuchungen ist nur: Man mag das Ergebnis auf den ersten Blick nicht so recht glauben. Es klingt ein wenig gewollt. Wieso sollten Unternehmen umso besser abschneiden, je mehr Frauen sie beschäftigen?
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Die Quote für alle
Ich finde, dass wir das Quotenthema vollig fixiert und einseitig angehen. Erstens: wir brauchen eine Männerquote anstatt der Frauenquote. Warum sollen die Frauen die gesamten Abwehrreflexe tragen, wo sie doch sowieso schon benachteiligt sind. Überall. Also: höchstens 40 % Männer, überall.
Zweitens: die Linkshänderquote. Das würde der "Diversity", der Vielfalt nützen. Linkshänder gehen die Dinge nachweislich ganz anders an. Dann, drittens: Homophilenquote. Viertens, die Quote der Kleinwüchsigen, Männer unter 170, Frauen unter 160 cm Körpergröße (man sieht ja in der Geschichte, auch der jüngeren und jüngsten, was passiert, wenn sich kleine, z.B. Männer nach oben kämpfen müssen...). Und nun, fünftens, Bildungsbenachteiligte. Menschen aus bildungsfernen Schichten, die ohne ihr Dafürkönnen immer und überall benachteiligt werden. Sechstens, nicht zu vergessen, eine Quote für ALG-II-Empfänger. Das sind ziemlich viele in Deutschland, denen niemand wirklich Aufmerksamkeit widmet. Siebstens, und nicht letztens, eine Quote für die musisch Begabten, denen niemand in der Industrie etwas zutraut. Und achtens, eine Quote bei den Müllwerkern, Gerüstbauern, Dachdeckern, Stahlkochern, Hüttenarbeitern, Bergleuten, Lastwagenfahrern, Holzfällern, Ölplattformarbeitern, lärm-, staub- und abluft-schädlichen Tätigkeiten, gefahrgeneigten Tätigkeiten allgemein, speziell krankheits-, unfall-, verletzungs-, verstümmelungs- und todesrisikovolle Arbeiten, etc. Wie gesagt, eine Männerquote, man soll den Frauen die sozio-psychologische Last einer Quote nicht zumuten.
Neuntens und zehntens ist noch frei, es gibt noch viel zu tun !
Was mir nicht klar ist: Falls Maenner und Frauen gleich qualifiziert sind, und mit gleicher Wahrscheinlichkeit weiter kommen, sollte eine Quote von 40% ja noch unter dem zu erwartenden Anteil von ca. 50% liegen - also ausser moeglicherweise dem Ansehen der Frauen niemandem schaden?
Oder wollen Sie sagen, Frauen seien schlechter qualifiziert und deshalb ist es ungerecht, ihnen annaehernd gleich viele Fuehrungspositionen zuzugestehen?
Wobei ich mit Ihnen teilweise konform bin, was die Argumentation von Frau Kuhr angeht: Ich denke nicht, das Quoten festgesetzt werden sollten, um die Wirtschaftsleistung von Unternehmen zu verbessern.
Schade dass diese Artikel nur persoenliche Meinungen darstellen, anstatt
wissenschaftliche Studien zu dem Thema genauer zu beschreiben oder zu
erwaehnen.
Die Argumentation der Quotenbefürworter ist geradezu heuchlerisch. Den Lobbyistinnen der Quote geht es mitnichten um die Verbesserung der Unternehmensleistung, sondern schlicht um eine KarriereGARANTIE für Frauen. Es geht darum, sich mehr Anteile am Kuchen zu sichern, als man aus eigener Kraft schafft.
Ergo sind alle volkswirtschaftlichen „Begründungen“ für eine Quote Verschleierungen der platten Gier der Lobbyistinnen. Die hanebüchene Vorstellung, dass Unternehmen mit mehr Frauen in den Führungspositionen „signifikant“ mehr Umsatz machen, rechtfertigte noch lange keinen staatlichen Eingriff – selbst wenn es stimmte.
Wer die krude Behauptung aufstellt, die Krise sei „männlich“ verursacht – wie es oft geschieht - der muss auch dazusagen, dass die florierende Wirtschaft der letzten 60 Jahre männlich ist, incl. Innovationen, Exporterfolg, Wirtschaftswachstum. Von daher betrachtet gibt es gerade keinen Bedarf an Frauen als Frauen, höchstens an qualifizierten Mitarbeitern.
Grotesk ist die Folgerung von Frau Kuhr: „Genau aus diesem Grund führt an einer Quote kein Weg vorbei“, wobei der „Grund“ sein soll, dass Frauen per se eine andere Sicht auf die Dinge haben. Das sei zugestanden, aber offensichtlich ist diese andere Sicht eine solche, die gerade NICHT dazu führt, dass man Unternehmen oder gar spätere Aktiengesellschaften (mit weiblichen Aufsichtsräten) gründet, Exportartikel herstellt, unternehmerisches Risiko trägt, technische Erfindungen macht etc. Auch Schwarze haben vermutlich eine andere Sicht auf die Dinge. Warum nicht erst einmal dafür sorgen, dass ausreichend Schwarze in unseren Aufsichtsräten sitzen, oder Muslime? Auch haben kleine Menschen eine andere Sicht auf die Dinge als große. Vielleicht steckt ja hier viel mehr Potential als bei den Frauen, wer weiß das schon?
Die Rolle der „Kampagnenjournalistinnen“, die erkennbar ohne jegliche Reflexion das Lied der Lobbyverbände singen, wäre eine eigene Betrachtung wert. Was ich persönlich von ihnen halte, würde allerdings niemals die Zensur passieren…
"Einen hat Telekom-Chef René Obermann genannt, als er im März überraschend ankündigte, bis 2015 jede dritte Führungsposition in dem Dax-Konzern mit einer Frau besetzen zu wollen.
Die 30 Prozent entsprechen in etwa dem Anteil der Frauen in der gesamten Belegschaft."
So in etwa wird ein Schuh daraus, man müsste noch daran arbeiten das Frauen nicht in den wichtigsten Karrierejahren wegen Kindern austeigen müssen oder sich gegen soiche entscheiden müssen. Wie es nicht geht zeigt der öffentliche Dienst. Wann kommt eigentlich endlich die Männerquote im Grundschullehramt?
Zum thema Frauen und wirtschaftlicher Erfolg. Erstens sind Frauen 50% der Endverbraucher. Daher scheint hier ein Nachteil in rein Männer dominierten Unternehmen zu bestehen. Zum anderen sind Männer und Frauen nun mal nur gleichberechtigt aber nicht gleich, daher sind gemischte Teams aufgrund der diversität vermutlich kreativer. Ein weitere Ursache könnte aber auch ganz anders liegen, nämlich das ein höhger Frauen Anteil schlichtweg ein Indiz für einen modernen Zeitgeist ist.
Paging