Deutschlands Psychotherapeuthen warnen: Der steigende Leistungsdruck am Arbeitsplatz macht immer mehr Angestellte depressiv. Manche Branchen trifft es besonders hart.
Stress am Arbeitsplatz macht immer mehr Menschen psychisch krank. Seelische Erkrankungen hatten 2008 einen Anteil von etwa elf Prozent an allen Fehltagen. Das ist fast doppelt so viel wie 1990, wie aus einer in Berlin vorgestellten Studie der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hervorgeht. Besonders häufig betroffen sind Mitarbeiter in Call-Centern, im Sozial- und Gesundheitswesen sowie Zeitarbeiter.
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Stress im Job macht immer mehr Menschen in Deutschland krank. (© Foto: dpa)
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Jahrzehntelang falsch diagnostiziert
Die ständig wachsende Zahl der Fehltage belege die tatsächliche Dimension psychischer Erkrankungen, sagte BPtK-Präsident Rainer Richter. Einerseits seien psychische Krankheiten jahrzehntelang nicht richtig diagnostiziert worden. "Die Zunahme ist aber auch eine Folge der steigenden psychomentalen Anforderungen in modernen Dienstleistungsgesellschaften", betonte Richter.
Der Studie zufolge erkranken Arbeitnehmer besonders häufig an Depressionen, die lange Krankschreibungen nach sich ziehen. Nach Angaben der BPtK fehlt ein an Depressionen Erkrankter durchschnittlich 35 bis 50 Tage am Arbeitsplatz. Manche Depressive fielen sogar 13 Wochen aus. Richter betonte die hohen Kosten, die durch psychische Krankheiten entstünden. Allein die Behandlung depressiver Störungen habe 2004 etwa 4,3 Milliarden Euro gekostet. Hinzu kämen Ausgaben für Lohnfortzahlung, Krankengeld und vorzeitige Verrentung.
Kaum Anerkennung
Die Zunahme psychischer Erkrankungen erklärte die Studie damit, dass viele Arbeitnehmer hohen Arbeitsbelastungen ausgesetzt seien, ohne Einfluss auf Arbeitsabläufe nehmen zu können. Psychosomatische Beschwerden häuften sich auch dann, wenn sich Arbeitnehmer für ihren Job engagierten, jedoch kaum Anerkennung erhielten und schlecht bezahlt würden.
Mitarbeiter von Call-Centern werden der Studie zufolge doppelt so häufig psychisch krank wie andere Arbeitnehmer. Sich im Minutentakt mit unzufriedenen Kunden auseinandersetzen zu müssen, stelle eine extrem hohe Belastung dar, hieß es in der Studie.
Mehr Kranke in Berlin und Hamburg
Hohe Fehlzeiten verzeichnete die Studie auch bei Krankenpflegern, Sozialarbeitern und Verkäufern. Auch in der Zeitarbeitsbranche fallen überdurchschnittlich viele Mitarbeiter durch psychische Krankheiten aus. Die Studie führte dies auf Unzufriedenheit mit der Bezahlung und der Unsicherheit des Arbeitsplatzes zurück. Besonders betroffen seien auch Arbeitslose. Laut Studie werden sie drei- bis viermal so häufig psychisch krank wie Erwerbstätige, Behandlungen wegen Alkoholabhängigkeit und Depressionen seien besonders häufig.
Die Studie stellte regionale Unterschiede in der Häufigkeit psychischer Krankheiten fest. In Berlin und Hamburg gebe es etwa 20 Prozent mehr Fehltage als im Bundesdurchschnitt. Dies sei zum Teil mit dem dort hohen Anteil an Dienstleistungen zu erklären. In den neuen Bundesländern sei fast durchgängig ein relativ niedriger Anteil psychischer Krankheiten zu verzeichnen. Die Studie führte dies allerdings darauf zurück, dass die Diagnose psychischer Erkrankungen in den alten Bundesländern häufiger gestellt werde.
Frauen doppelt so häufig betroffen
Frauen sind der Studie zufolge etwa doppelt so häufig psychisch krank wie Männer. Sie seien aber auch häufiger in der Dienstleistungsbranche tätig. Bei Männern treten der BPtK zufolge Suchterkrankungen wesentlich häufiger auf.
Die BPtK forderte die Politik dazu auf, die Arbeitsbedingungen vor allem im Dienstleistungssektor humaner zu gestalten, Mitarbeitern Präventionsangebote zu machen und im Falle einer psychischen Erkrankung primär auf psychotherapeutische und nicht medikamentöse Maßnahmen zurückzugreifen. In der BPtK-Studie wurden die Gesundheitsreports der gesetzlichen Krankenkassen ausgewertet.
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(sueddeutsche.de/DAPD/Viktoria Schiller/holz/beu)
- Psychologischer / ärztlicher Psychotherapeut (m/w)– Lauterbacher Mühle Klinik GmbH & Co. KG, Seeshaupt
- Mitarbeiter/in für den Bereich der betrieblichen Altersvorsorge– Bayerische Versorgungskammer, München
- Mitarbeiterin / Mitarbeiter im Referat Marketing & Presse– Hochschule für angewandte Wissenschaften Neu-Ulm, Neu-Ulm
Jugenddialekt Kiezdeutsch
Sie haben absolut recht. Eine (permanente) Unterforderung ist genauso belastend wie eine (dauerhafte) Überforderung. Die Kunst ist es, den richtigen Mittelweg zu finden. Die Abwechlung z.B. von höheren und geringeren Anfordernden, sowie ein ein eigener Gestaltungsspielraum bei der Durchführung dieser arbeiten sind dazu wichtig. Auch wesentlich ist der Einsatz für die Arbeiten, die auch den eigenen Fähigkeiten und Neigungen entsprechen. Gerade Letztere ist eine Diskussion, die man mit Zeitarbeitsfirmen nicht führen kann.
nirgendwo gibt es mehr vorzeitige Pensionierungen als im öffentlichen Dienst. Da gibt es natürlich viele körperlich belastende Jobs wie bspw. bei der Müllabfuhr. Interessanterweise leiden aber auch die Menschen mit Verwaltungsjobs mehr als anderswo. Und er schon mal in der Verwaltung tätig war und gesehen hat, wie leistungsfeindlich es da teilweise zugeht, und sieht, wie da mancher Mittdreißuiger schon innerlich pensioniert durch die Gänge schlurft, weiß, dass auch permanente Unterforderung depressiv machen kann
Solche Meldungen entsetzen oder schockieren mich nicht mehr (leider). Das ist der Preis der Unmündigkeit, sich nicht seines eigenen Verstandes ohne die Anleitung von anderen bedienen zu können.
Der Mensch ist kein Intelligentes Wesen, sondern ein emotionales. Einige Wenige machen eine Ausnahme, auf deren Ideen und Innovationen dann ganze Wirtschaftsbereiche gründen. Der Rest kann sich nicht eingestehen, nicht das Richtige vom Falschen unterscheiden zu können, sondern orientiert sich sklavisch an die herrschende Meinung. Daher ist es anderen Menschen möglich die Denkrichtung anzugeben. Die Hilfe ihrer Methode ist das Brechen des Geistes durch ständige Wiederholung gepaart mit Ängsten. Das aus den Lügen resultierende Dilemma spiegelt sich im Seelenleben wieder. Doch erreicht die Stimme der Seele nicht mehr den Verstand, der durch Ängste in Kombination mit Anpassungsverhalten von der Umwelt gezeigt bekommt, sich richtig zu verhalten, während Gefühle des Menschen sehr tief eingesperrt werden. Diese eingesperrten Gefühle, die ein ganz anderes Verhalten und Agieren bedingen würden ist die letzte Verbindung zu einen natürlichen Biorhythmus. Dieser natürliche Biorhythmus ist diametral zur modernen Erwartungen der Arbeitswelt.
Die Folge der Unterdrückung der eigenen Natur spiegelt sich in den Krankheitsbildern wieder. Das Fatale ist, das die unterdrückten Gefühle nicht so betrachtet werden können wie unterdrückter Hunger, der bei genügen Aufmerksamkeit bemerkt werden kann. Diese unterdrückten Gefühle treten erst wieder auf, wenn die Bedingungen sich verändert haben und die Kräfte nicht mehr vorhanden sind, die dies einsperren. Da aber außerhalb unseres Alltags diese Kräfte kaum nachlassen, sondern vielleicht, wenn eine Bewusstseinsänderung durch einen kompletten Wechsel in eine andere Umwelt, die andere Sichtweise zulässt, kann der Mensch seiner eigenen Folter aufgrund der pervertier*ten Umwelt aus eigener Kraft nicht mehr entledigen.
Genau wie beim Fetisch Automobil wird beim Fetisch Arbeit keine Änderung eintreten, da beides scheinbar so normal ist, dass Menschen seltener Natur erleben als sie mit Arbeit oder Automobile konfrontiert werden.
Erst wenn die wenigen intelligenten Menschen den anderen eine Anleitung für ein anderes und gesünderes Leben erlauben, dann werden viele sich umblicken und entsetzt über ihre eigene "freiwillige" versklaven für dumme Fetische, die sie an Ketten gelegt haben.
Ja, die Zeit- und Personalvermittlungsbranche ist ein gutes Beispiel für die reine Ausrichtung auf ökonomische Interessen. Normalerweise hat ein Arbeitgeber eine (gesetzlich verankerte) Fürsorgepflicht den Arbeitnehmern gegenüber. Das schließt auch Maßnahmen ein, die einer (zumindest dauerhaften) Überforderung der Mitarbeiter entgegenwirken. Solche Maßnahmen sind diesen Zeitarbeitsfirmen aber allein schon aus organisationstechnischen Gründen gar nicht möglich. Aus personaltaktischen Gründen ist das m. E. aber auch gar nicht gewollt.
Vor 10 Jahren bin ch in eine Zeitarbeit wo man sagte "sie wechseln alle 6 Monate bis sie übernmommen werden". Tatsächlich war das so bei mir und den Kollegen eine tol.e sache....
Heute... sind ale neuen Jobs um mich herum von Zeitarbeitern besetzt die wie echte Mitarbeiter gefordert werden und bis zu 3 Jahre da sitzen und niemals übernommen werden natürlich für einen Hungerlohn....
Ein sch... Spiel ist das. Vorallem kostet ein Zeitarbneiter über 3 Jahre viel mehr als ein festangestellter. Aber die Hintertür des schnell loswerdens scheint da wohl der Vater des ganzen zu sein.
Paging